Kinder in Ost bitten Minister zum Tanz

Von: Andreas Röchter
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Improvisationstheater mit Minister Lienenkämper und Bürgermeister Bertram: Die Schüler der Eduard-Mörike-Grundschule ließen sich einiges einfallen. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Es war und ist ein Mammutprojekt - die „Soziale Stadt NRW Eschweiler-Ost”. Nach fünf Jahren im Zeichen der Stadtteilerneuerung läuft die Unterstützung durch EU- und Landesfördermittel zum 30. Juni aus. Zum Abschlussbericht und der gleichzeitigen Eröffnung des neuen Spiel- und Begegnungsraums der Bürgerbegegnungsstätte hatte sich am Freitagnachmittag hoher Besuch angekündigt.

Lutz Lienenkämper, Minister für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, reiste aus Düsseldorf an die Inde und informierte sich mehr als zwei Stunden lang über die zahlreichen Einzelinitiativen des Projekts. Im Anschluss an die Eröffnung des Spiel- und Begegnungsraums ließ er es sich nicht nehmen, mit den Bewohnern des Stadtteils in und an der Bürgerbegegnungsstätte zu feiern.

Der Startschuss zur Besichtigung des Projekts „Soziale Stadt” fiel auf dem Schulhof der Eduard-Mörike-Grundschule, der im Rahmen des Förderprogramms neugestaltet wurde. „Als Schule haben wir sehr von diesem Projekt profitiert”, betonte Schulleiter Heinz Meuter. „Generell passiert hier im Stadtteil sehr viel. Und die Eduard-Mörike-Grundschule befindet sich mittendrin”, gab der Pädagoge dem Minister mit auf den Weg. „Der Schulhof dient am Nachmittag den Kindern auch als Spielplatz”, ergänzte Projektleiterin Lisa Trienekens.

Dann übernahmen eben diese Kinder das Kommando. Sowohl mit Improvisationstheater als auch mit einem indischen Hochzeitstanz, beides Teile des von der Yehudi-Menuhin-Stiftung realisierten Mus-E-Projekts, an dem die Eduard-Mörike-Grundschule teilnimmt, begeisterten sie Minister Lutz Lienenkämper, Bürgermeister Rudi Bertram und den Landtagsabgeordneten Axel Wirtz, die sich wenig später auch über Geschenke der Schüler aus der Kunstgruppe der Eschweiler Künstlerin Gerda Zuleger freuen durften.

Die Interessengemeinschaft Bergmannssiedlung, vertreten durch Josef Vonden und Therese Glassner, informierte über die Denkmalschutzbestimmungen sowie den Straßen- und Kanalbau, während Dieter Schmitz-Steger vom Büro „B37” über die laufende Fassadensanierung der Gebäude berichtete. „Sie ist das i-Tüpfelchen und soll bis Ende Oktober abgeschlossen sein”, so der Bauleiter.

Nach der Besichtigung der Modernisierungsmaßnahmen der Wohngebäude in der Maas-, Weser- und Oststraße (siehe Kasten) näherte sich die Abordnung um Minister Lutz Lienenkämper der Bürgerbegegnungsstätte, die vor rund einem Jahr in Betrieb genommen wurde. „Sie ist als Identifikationsprojekt nicht mehr aus dem Stadtteil wegzudenken. Ohne sie wäre der Stadtteil ärmer”, betonte Stadtjugendpfleger Franz-Josef Schröder. Helen Weidenhaupt vom Förderverein der Begegnungsstätte ergänzte: „In diesem Stadtteil steht Integration nicht nur auf dem Papier, hier wird sie gelebt.”

Auch Bürgermeister Rudi Bertram blickte mit Freude auf die vergangenen fünf Jahre zurück: „Alle haben hier an einem Strang gezogen. Die liebenswürdige Stadt Eschweiler zeigt hier ihr Gesicht.” Dies konnte der beeindruckte Landesminister nur bestätigen: „Es ist besser, sich so etwas vor Ort anzuschauen, als nur in einer Akte zu blättern. Dieses Projekt lebt davon, dass wirklich alle Beteiligten großes Engagement zeigen und mit anpacken. Es geht nicht nur darum, viel Geld zu schicken, sondern miteinander zu reden, zu entwickeln, zu machen”, betonte Lutz Lienenkämper.

Und nach wie vor gibt es einiges zu tun, weiß auch Lisa Trienekens: „Dass das Projekt ausläuft, bedeutet, dass wir keine neuen Anträge auf Fördermittel mehr stellen können. Doch zahlreiche bewilligte Anträge stehen noch aus und werden in Zukunft nach und nach abgearbeitet. Wir werden also weiterhin Straßen umgestalten, um den Stadtteil Ost weiter nach vorne zu bringen. Die âSoziale Stadt NRW Eschweiler-OstÔ ist also alles andere als Vergangenheit”, blickt die Projektleiterin voller Tatendrang in die Zukunft.
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