Kinder fühlen sich fast wie St. Martin

Von: Patrick Nowicki
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Mit viel Elan bei der Sache: Die Dürwisser Grundschüler schnürten wieder Pakete für die Martinsaktion des SkF. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Diese Termine zählen zu den angenehmsten beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF): In den frühen Morgenstunden nahmen sie in Dürwiß Pakete voller Lebensmittel, Spielsachen und Kleidung von den Schülern entgegen. Die Grundschule dort beteiligt sich seit über 20 Jahren an der Martinsaktion, bei der der SkF um Spenden für bedürftige Familien aus Eschweiler bittet.

Und jedes Jahr machen viele Eltern und ihre Kinder mit. Sichtlich begeistert stürmten die Kleinen mit den Paketen zu den Fahrzeugen der SkF-Damen, wussten sie doch, dass die Sachen dringend benötigt werden.

Jede Klasse in Dürwiß erhielt einen konkreten Fall, natürlich ohne Namen. „So wusste jeder, wofür er sammelt”, berichtet die SkF-Vorsitzende Ursula Sieradzky. Die Schicksale der Menschen berührten die Kinder sehr. Vielfach geraten Menschen plötzlich in Not, dann werden selbst Spielsachen und Lebensmittel zum Luxus.

Alle 12 Klassen machten in Dürwiß wieder eifrig mit - und dennoch ist ihr unbändiges Engagement nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Wir stellen fest, dass immer mehr Menschen um Hilfe bitten, weil ihnen Geld für das Nötigste zum Leben fehlt”, sagt Ursula Sieradzky.

Betroffen sind junge Alleinerziehende mit vielen Kindern ebenso wie ältere Menschen, deren Rente nicht ausreicht. Die Sprechstunden beim SkF sind gut besucht, dort erfahren die Mitarbeiterinnen von den oft erschütternden Problemen. Die Martinsaktion hilft dabei, sie zu bewältigen.

Kurz nach den Herbstferien wurden die Eltern der Grundschüler in Dürwiß über die Initiative informiert und erhielten eine Situationsbeschreibung der jeweiligen Familien, die mit den Paketen bedacht werden sollen. Die Resonanz war wieder sehr groß.

„Es geht um das Gefühl, mir geht es besser, ich kann etwas abgeben”, sieht Schulleiterin Renate Topp-Klein auch einen wichtigen pädagogischen Aspekt der Martinsaktion. So beobachtete Ursula Sieradzky, dass es nicht jedem Schulkind leicht fiel, sich von Spielsachen zu trennen: „Ein Junge packte schweren Herzens seinen Teddy ein, also etwas ganz Persönliches.”

Einige Wagenladungen kamen bei der Sammlung zusammen, wovon nicht nur zwölf Familien profitieren sollen, sondern viel mehr. Welche genau, darüber spricht das Team des SkF, allerdings eines ist sicher: Die Pakete der Grundschüler in Dürwiß bleiben alle in Eschweiler. „Wir wollen den Menschen hier vor Ort helfen”, so Ursula Sieradzky.

Gemeinsame Messe

Abgerundet wurde die Aktion mit der gemeinsamen Messe in der Pfarrkirche St. Bonifatius in Dürwiß. Die Kinder - und natürlich auch ihre Eltern - konnten sich anschließend ein wenig wie St. Martin fühlen, hatten sie doch auch etwas abgegeben, um Armen zu helfen.
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