Kind bleibt für viele Frauen ein Knick in der Karriere

Von: Patrick Nowicki
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Bildnummer: 58921583 Datum: 10.07.2012 Copyright: imago/imagebroker Babybauch, schwangere Frau Symbolfoto x0x xsk 2012 quer model released Symbolfoto 20-24 Jahre anfassend anfassen Außenaufnahmen Außenaufnahme Babybauch Babybäuche Bauch berührend berühren berührt berührender berührende berührendes Berührungen Berührung Bäuche Details Detail dicker dicke dickes dick draußen eine Person ein Mensch einzelne einzelner fasst an fassen anfassender anfassende anfassendes Frauen Frau grüner grüne grünes grün haltend halten hellhäutiger hellhäutige hellhäutiges hellhäutig Holzwand Holzwände hält haltender haltende haltendes junge Erwachsene junger junges jung Kaukasier kaukasisches Aussehen korpulenter korpulente korpulentes korpulent schwangerer schwangere schwangeres Schwangerschaften Schwangerschaft schwanger Seitenansichten Seitenansicht seitlicher seitliche seitliches seitlich tagsüber Tag Wand Wände übergewichtiger übergewichtige übergewichtiges übergewichtig 58921583 Date 10 07 2012 Copyright Imago image broker Baby belly Pregnant women Woman Symbolic image x0x xSK 2012 horizontal Model released Symbolic image 20 24 Years anfassend touch Outside Outside view Baby belly Babybäuche Abdomen touching touch affected touching touching touching Touches Touch Bellies Details Detail Dicker Thickness thick Thick outside a Person a Man Individuals single summarizes to making anfassende anfassendes Women Woman greener green Green Green holding hold hellhäutiger hellhäutige fair-skinned hellhäutig Wooden wall Wood walls holds stationary holding haltendes Boy Adults young Young Young Caucasians Kaukasisches Look Korpulenter Korpulente Korpulentes korpulent Pregnant women Pregnant women Schwangeres Pregnancies Pregnancy pregnant Page views Side view side side Lateral the side during the day Day Wall Walls Übergewichtiger Overweight Übergewichtiges overweight
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Sie sind die Ansprechpartnerinnen in der Beratungsstelle: Brigitte Hermanns-Spilles (links) und Maria Küpper. Foto: Nowicki

Eschweiler/Stolberg. Karriere und Kinder sind in Deutschland nur schwer unter einen Hut zu bringen – die Schwangerschaftsberatungsstellen können ganze Bände als Beweisschriften vorbringen. In der Städteregion ist die Arbeiterwohlfahrt Ansprechpartner für werdende Mütter. Auch und vor allem dann, wenn sich ein Kind ungewollt ankündigt. An einer Seitenstraße und doch in der Eschweiler Innenstadt befindet sich die Anlaufstelle, der sich im vergangenen Jahr zahlreiche Menschen in 655 Fällen anvertrauten.

Mit der Schwangerschaft türmt sich für manche Frauen ein Berg von Problemen auf. Diesen teilweise abzutragen und schließlich zu überschreiten, kann eine Aufgabe von Maria Küpper und Brigitte Hermanns-Spilles sein. Allerdings gilt bei jedem Kontakt: „Wir gehen ergebnisoffen in das Gespräch“, betonen beide Sozialarbeiterinnen. Das bedeutet, nach dem Gespräch kann ebenso eine Abtreibung Ziel der Betroffenen sein wie eine Geburt. Eine Statistik dazu gibt es nicht. Allerdings lässt sich eine Tendenz erkennen: „Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche aus wirtschaftlichen Gründen nehmen zu“, berichtet Brigitte Hermanns-Spilles.

Vorbereiten kann man sich in der Awo-Beratungsstelle, in der sich die beiden Fachfrauen eine Stelle teilen, selten auf ein Gespräch. Zu vielschichtig sind die Probleme und Situationen der Hilfesuchenden. Auch sehr junge Frauen verbinden mit der Schwangerschaft unterschiedliche Gefühle. Oft steht natürlich die Angst vor der Zukunft und die Sorge um eine Ausbildung im Vordergrund. „Es gibt aber auch Fälle, in denen die jungen Frauen das Baby als Chance zur Unabhängigkeit sehen.“ Stets schwingt aber die Gefahr mit, in die Armutsfalle zu tappen.

Dort setzen die beiden Awo-Beraterinnen häufiger ihren Hebel an. Sie informieren darüber, wie die Frauen finanziell unterstützt werden können, wo es Hilfen gibt. Auch wenn die werdenden Mütter noch bei ihren Eltern wohnen, ist mit der Volljährigkeit der Frauen das Jobcenter verpflichtet, sich um die finanziellen Dinge zu kümmern. Die Eltern sind in einem solchen Fall nicht mehr unterhaltspflichtig – was natürlich nicht bedeutet, dass sie ihr Kind nicht unterstützen sollen, wenn sie wollen. „Es ist aber gut, das Finanzielle so von den Eltern zu lösen, denn damit kann die Schwangere frei entscheiden, ob sie das Kind bekommen möchte oder nicht“, meint Brigitte Hermanns-Spilles.

Ein Beispiel: Die 19-jährige Janine steckt in der Ausbildung und stellt fest, dass sie schwanger ist. Von ihrem Freund hat sie sich getrennt, erst als die Regelblutung zum zweiten Mal ausbleibt, schöpft sie Verdacht. Der Schwangerschaftstest verläuft „positiv“. Sie wohnt zudem noch bei ihren Eltern. Eine Abtreibung kommt für sie nicht imn Frage. Was nun? „Zunächst muss die Frage geklärt werden, ob die werdende Mutter bei den Eltern bleiben möchte und kann“, schildert Maria Küpper. Oft ist dies nicht der Fall, dann steht ein Umzug ins Haus. Dafür gibt es ebenso eine Unterstützung des Jobcenters wie für die Erstausstattung. Zusätzlich zu den festgeschriebenen Regelleistungen haben die beiden Beraterinnen die Möglichkeit, Geld aus der Bundesstiftung „Mutter & Kind“ zu vergeben. Auch dies nach klaren Kriterien. Ebenso wichtig: Trotz Schwangerschaft muss die Ausbildung nicht abgebrochen werden, sondern es gibt klare gesetzliche Vorgaben, die eine Fortsetzung der Lehre ermöglichen.

Ein solcher Fall lässt sich natürlich nicht in einem kurzen Gespräch klären. Andere dauern manchmal nur wenige Minuten. „Die Frauen wissen dann genau, was sie wollen – auch das ist in Ordnung“, sagt Maria Küpper. Eine Schwangerschaftsberatung ist nämlich gesetzlich vorgeschrieben, wenn die Frau abtreiben möchte. In der Beratungsstelle werden in jedem Gespräch die Hilfen während der Schwangerschaft und auch nach der Geburt skizziert, auch auf die Folgen eines Schwangerschaftsabbruches werden verdeutlicht. Am Ende erhalten die Frauen eine Bescheinigung, die sie dort vorlegen muss, wo die Schwangerschaft von einem Mediziner beendet wird. Eine Information, was nach dem Gespräch passiert, erhalten die Beraterinnen nicht.

Es gibt jedoch auch ganz anders gelagerte Schicksale, mit denen sich Maria Küpper und Brigitte Hermanns-Spilles beschäftigen. Beratungen von Paaren, die in die Sprechstunde kommen, weil sie sich ihren Kinderwunsch erfüllen wollen. Opfer von Sexualstraftaten suchen Hilfe bei der Awo. Auch Frauen und Paare, die ein Baby verloren haben, erhoffen sich Halt und Rat bei den beiden Sozialpädagoginnen. Das Alter der Frauen schwankt zwischen 14 und über 40 Jahren.

Die Arbeit in Schulen gerät bei der Vielzahl der Aufgaben, die in der Beratungsstelle zu erfüllen sind, ins Hintertreffen. „Natürlich ist es uns wichtig, Präventionsarbeit zu leisten, aber dafür bleibt eben wenig Raum“, gesteht Brigitte Hermanns-Spilles. Ohnehin lasse sich der berufliche Alltag nur in einem großen Netzwerk bewältigen. „Die Zusammenarbeit mit anderen Beratungsstellen und Institutionen ist allerdings sehr gut“, lobt sie. Weniger positiv bewertet sie nach wie vor die Situation auf dem Arbeitsmarkt, wobei sie die aktuelle Diskussion ausdrücklich begrüßt: „Wir sprechen über eine Anpassung der Kinderbetreuung an die Arbeitszeiten, dabei wäre es besser, wenn sich die Arbeitszeiten an der Kinderbetreuung anpassen würden.“ Ein 24-Stunden-Kindergarten sei zwar ein möglicher Schritt, um junge, alleinerziehende Frauen zu unterstützen und den Weg in den Beruf zu ebnen, allerdings müssten sich auch Unternehmen bewegen. „Es kann doch nur im Interesse der Firmen sein, wenn qualifiziertes Personal nicht durch die Kinderbetreuung abgehalten wird.“

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