„KidS“ gegen die Politikverdrossenheit

Von: Anna Fitscher
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Eschweiler. Politikverdrossenheit. Dieses Wort hört und liest man immer öfter. Jugendliche interessieren sich nicht mehr für Politik und für das, was um sie herum geschieht. Um Politik wieder attraktiver für junge Menschen zu machen, fand in Eschweiler jetzt das Pilotprojekt „KidS – Kommunalpolitik in die Schulen“ statt.

Schüler der Realschule Patternhof und der Gesamtschule Waldschule in Eschweiler nahmen an der ersten Auflage teil. Sieben Wochen lang schauten sie den Kommunalpolitikern über die Schulter, begleiteten die Ratsmitglieder zu Ausschusssitzungen und vorbereitenden Fraktionssitzungen. Dabei bekamen die Jugendlichen für diese Zeit einen Politiker als Mentor an die Seite gestellt. Nach der Hälfte der Zeit wurden die Mentoren dann gewechselt. „Es war uns ein großes Anliegen, dass die Jugendlichen sich diesem Wechsel unterziehen.

So konnten sie einmal die Arbeit der Regierungspartei hautnah miterleben, aber auch die der Opposition“, erklärte Florian Weyand, der gemeinsam mit Nicole Hillemacher-Esser von der Mobilen Jugendarbeit das Projekt initiiert und geleitet hatte. Zum Abschluss trafen sich Projektleiter, Ratsmitglieder, Schüler und auch Lehrer, um das Projekt zu evaluieren.

Die Jugendlichen, die an „KidS“ teilnahmen, interessierten sich (natürlich) auch schon vorher für Politik. „Ich interessiere mich eigentlich hauptsächlich für internationale und Außenpolitik“, erzählte Eleonora Schick, Schülerin der Realschule. Wie hier in Eschweiler über politische Dinge entschieden wird und wie genau Kommunalpolitik eigentlich funktioniert, davon habe sie vor der Teilnahme an dem Projekt nur wenig Ahnung gehabt. „Ich wollte an diesem Projekt teilnehmen, um zu erfahren, was eigentlich dahinter steckt“, so Eleonora weiter. Ziel erreicht.

Auch Adrian Eisermann, Schüler der Gesamtschule, meldete sich zu Wort. „Das Wichtigste, was ich in dieser Zeit gelernt habe ist, dass Politiker Menschen mit Emotionen sind, und keine Denkmaschinen, die einfach nur viel reden“, meinte der Gesamtschüler und trug damit zur allgemeinen Erheiterung teil. „Hier kann es tatsächlich mitunter auch sehr emotional zugehen“, sagte Bürgermeister Rudi Bertram schmunzelnd. Die Jugendlichen haben wertvolle Erfahrungen gesammelt.

Und so trocken und langweilig, wie sie sich die Kommunalpolitik zu Anfang des Projekts vorgestellt haben, war sie dann doch nicht. „Wenn man einmal dahinter gestiegen ist, wie alles hier funktioniert und sich in die politischen Prozesse eingefunden hat, dann ist es wirklich interessant“, meinte etwa Realschüler Niclas Harzheim. Doch nicht nur die Schüler zeigten sich durchweg positiv gestimmt vom „KidS“-Projekt.

Auch für die Politiker sei es eine spannende Zeit gewesen. Erich Spies von der UWG bedankte sich bei den Initiatoren des Projekts, kritisierte jedoch den gewählten Zeitraum. Die Haushaltsplanung und Verabschiedung sei eine stressige Zeit, so Spies. „Ich hätte einen weniger anspruchsvollen Zeitraum gewählt. So hätte man auch als Politiker mehr Zeit für seinen Schützling gehabt“, erläuterte Spies. Der Zeitpunkt sei allerdings absichtlich so gewählt worden, erläuterte Projektleiter Weyand. Denn auch wenn die Zeit der Haushaltsplanung extrem arbeitsintensiv sei, so gewähre sie den Schülern doch auf der anderen Seite auch einen sehr tiefen Einblick in die politische Arbeit in ihrer Stadt.

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