Eschweiler-Hehlrath - KG Ulk Hehlrath: Seit 121 Jahren für ihren Humor bekannt

KG Ulk Hehlrath: Seit 121 Jahren für ihren Humor bekannt

Von: ran
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Die Zukunft: Mit 121-jähriger Tradition im Rücken blicken die kleinsten und größten Hehlrather Ulker nach vorne. Foto: Andreas Röchter
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Karnevalistischer Gruß zum 121-jährigen Bestehen: Marketenderin Tamara Siegers und die Husarentanzgruppe der KG Ulk Hehlrath unterhielten das Publikum prächtig. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler-Hehlrath. Ihre Wiege befand sich auf dem Fruchtspeicher des heutigen Wachlokals „Hexenhaus“, wo sich im Jahr 1897 einige Ur-Hehlrather einfanden, um mit dem Zusammenschluss der „Hähle Prame“ und des „Ochsenclubs“ die KG Ulk Hehlrath aus der Taufe zu heben.

In den kommenden Wochen und Monaten steht deshalb für die Jecken aus dem Nordwesten der Indestadt die sage und schreibe 121. Session im Zeichen des Frohsinns und des Kampfes gegen Griesgram und Muckertum auf dem Programm

. Nach einer stimmungsvollen Party am Freitagabend begossen die „Hähle Köh“ am Sonntagvor- und -nachmittag im Rahmen eines Jubiläumsfrühschoppens im Autohaus Koch, bei dem zahlreiche Freunde, darunter auch der designierte Prinz Patrick Nowicki und sein angehender Zeremonienmeister Michael Körfer, der stolzen Gesellschaft ihre Aufwartung machten, dass 11x11-jährige Bestehen.

„Wir möchten heute nicht zuletzt an die Vorfahren erinnern, die voller Enthusiasmus eine Gesellschaft gründeten, die für 11x11 Jahre Dörpsfastelovend steht. Die im positivsten Sinne Jecken dieser zweitältesten Gesellschaft des Eschweiler Karnevals haben sich immer dem Willen verschrieben, den Menschen, die inzwischen rund um die Kuh Billa leben, mit lachen, singen und tanzen Freude zu bereiten und stehen auch heute nach wie vor voller Tatkraft bereit, wenn et Trömmelche jeht“, begrüßte Ulk-Präsident Mischa Bünten die zahlreichen Gäste, um einen wirklich kurzen Einblick in die „sehr lange Geschichte“ des „staatsen Korps“ zu geben.

Die Bewohner des kleinen Bauerndorfs Hehlrath seien schon immer für ihren Humor bekannt gewesen. Im Jahr 1934 waren die Ulker aus Hehlrath erstmals Teil des Eschweiler Rosenmontagszugs. Drei Jahre später, also zum 40. Geburtstag der Gesellschaft, wurde im Hinblick auf den Hehlrather Rosenmontagszug eine Versicherung für 500 Teilnehmer und 30 Pferde abgeschlossen. „Zahlen, die den damaligen Stellenwert der Gesellschaft unterstreichen“, so Mischa Bünten.

Über den Beitritt der Ulker in den „Bund Deutscher Karneval“ im Jahr 1966 näherte sich der Präsident der Neuzeit: Die inzwischen nicht mehr wegzudenkende Kuh Billa wurde den Jecken im Jahr 1969 erstmals präsentiert. Richtungsweisend verlief das Jahr 1978, in dem die KG Ulk Hehlrath Mitglied des Eschweiler Karnevalskomitees wurde und die bahnbrechende Entscheidung traf, allen Ernstes auch Frauen als „Vollmitglieder“ zuzulassen.

In der Session 1984/85 stellten die Ulker mit Prinz Willi I. (Hunscheidt) erstmals die Eschweiler Tollität, die gemeinsam mit Zeremonienmeister Arnold Nießen das indestädtische Narrenvolk regierte. Zum 100-jährigen Bestehen traten Prinz Gerd I. und Zeremonienmeister Heinz Siegers in der Session 1996/97 die Nachfolge an.

„Stippeföttche“

Anlässe zu Feiern gab und gibt es für die Ulker also immer reichlich. So auch am Sonntag, an dem die Verantwortlichen der Gesellschaft einmal mehr unterstrichen, dass Tradition und Moderne in Einklang zu bringen sind. Nach dem Kirchgang formierten sich die Uniformierten vor der Pfarrkirche St. Cäcilia, um von dort mit klingendem Spiel, für das der Spielmannszug Hehlrath verantwortlich zeichnete, den Weg in Richtung Wachlokal „Hexenhaus“ einzuschlagen.

Dort holten die Ulker die Mitglieder des Festausschusses, an dessen Spitze die honorigen Herren der Jupp-Carduck-Gesellschaft stehen, ab und zauberten diesen zur Ehre kurzerhand ein „Stippefötche“ aufs Parkett beziehungsweise den Asphalt. Auf der Bühne des Autohauses Koch zeigten die Ulker dann den Gästen, was nach 121 Jahren in ihnen steckt: Der neue Kommandant Daniel Karduck bestand seine verbale Feuertaufe, die Husaren präsentierten, diesmal zu Ehren der Damen, das zweite „Stippefötche“ des Tages, der Spielmannszug lieferte mit „Du bess die Stadt“ eine musikalische Hommage an die Bläck Fööss, an Eschweiler und Hehlrath, bevor Tanzmariechen Julia Schmidt, die Husarengruppe mit Marketenderin Tamara Siegers, die Große Tanzgruppe, Kindermariechen Emily Gauer sowie die kleinsten „Kälbchen“ das Publikum tänzerisch mitrissen.

Mit Werner Henkelmann dankte anschließend der Geschäftsführer der Jupp-Carduck-Gesellschaft im Namen seiner Mitstreiter für die Ehre, dem Festausschuss vorstehen zu dürfen. „Hier treffen eine altehrwürdige Gesellschaft und die quasi jüngste Vereinigung des Eschweiler Karnevals aufeinander, schließlich existiert die Jupp-Carduck-Gesellschaft erst seit 2011.“ Ein Hinweis, den Mischa Bünten sofort aufnahm: „Unser Gedanke war, den Eschweiler Karneval insgesamt in den Vordergrund zu stellen. Und niemand ist dazu besser geeignet als die Jupp-Carduck-Gesellschaft.“

Bürgermeister Rudi Bertram forderte in seinem Grußwort dazu auf, darüber nachzudenken, wie viele Menschen sich in den zurückliegenden 121 Jahren in den Dienst der KG Ulk Hehlrath gestellt hätten. Auch diese Menschen dürften mit schwierigen Situationen zu kämpfen gehabt haben. „Womöglich mit viel schwierigeren als wir heute“, so der Verwaltungschef, der die Ulker aufforderte, weiterzumachen und weiterhin den Karneval als Markenzeichen der Stadt zu repräsentieren. „Gerade die Jugendarbeit ist unbezahlbar, auch im Hinblick auf den sozialen Zusammenhalt“, schloss Rudi Bertram.

Auszeichnungen

Nach den Auszeichnungen für den Ehrenvorsitzenden Willi Hunscheidt sowie Ehrenmitglied Hermann Josef Knips ergriff Norbert Weiland für das Karnevals-Komitee der Stadt Eschweiler das Wort: „Im Jahr 1978 dem Komitee beigetreten, seid ihr inzwischen nicht mehr wegzudenken und ganz fester Bestandteil der Eischwiele Fastelovend. Ihr habt zahlreiche hervorragende Redner, Tänzer und Sänger hervorgebracht, pflegt die Tradition, seit aber auch immer offen für das Neue. Bleibt unsere Freunde“, lautete die Bitte des Komitee-Präsidenten, der sich ein fulminanter Gastbesuch der KG Nothberger Burgwache, die Gratulationscour sowie ein stimmungsvoller Auftritt der Band „Puddelrüh“anschloss.

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