KG Narrengarde: Kultfiguren in der Dürwisser Festhalle

Von: af
Letzte Aktualisierung:
14056082.jpg
Die Rainbow Dancers der Narrengarde begeisterten das Publikum mit ihrer Darbietung. Foto: Anna Fitscher

Dörwiss. Ein hochkarätiges Programm wurde den Jecken am Samstagabend in der Festhalle Dürwiß geboten: Die Narrengarde hatte zur Sitzung geladen. Traditionell begann auch diese Sitzung mit dem Einmarsch der gastgebenden Karnevalsgesellschaft, die vom Regimentsspielmannszug unter Leitung von Christof Gühsgen begleitet wurde.

Nachdem Präsident Patrick Nowicki alle Gäste begrüßt und die Sitzung somit offiziell eröffnet hatte, gab Kommandant Oliver Franken auch schon den Befehl zum Stippeföttche.

Anschließend präsentierte Marketenderin Julia Engelhardt ihren Tanz mit den Gewehrtänzern. Das Tanzpaar der Narrengarde, Milena Getz und Fabian Florenkowsky, stellte sein Können ebenso unter Beweis wie die Damentanzgarde „mit männlicher Unterstützung“. „Da jeht mir et Hätz op“, meinte der stolze Präsident und erhielt sogleich zustimmenden Jubel aus dem Publikum.

Nach diesem stimmungsvollen Einstieg folgte sogleich das zweite Highlight des Abends: Laura Wings betrat in Glitzerkleidchen und Glitzer-High-Heels die Bühne und nahm ihr Publikum mit „auf eine Reise durch die kölsche Fastelovend“. Die sympathische Blondine überzeugte ihr Publikum nicht nur mit ihrer Optik, sondern vor allem mit ihrem Gesang und der perfekten Lieberauswahl. Zu „Lev Marie“ und „Viva Colonia“ wurde fröhlich geklatscht und getanzt, zu „Dat es Heimat“ gemütlich geschunkelt. Letzteres hatte Wings sogar etwas umgedichtet und auf Eschweiler zugeschnitten, was natürlich auf große Zustimmung beim Publikum traf.

Bauchmuskeltraining gab es an diesem Abend übrigens gratis dazu, denn die Narrengarde hatte einige Künstler in petto, bei denen einfach keine Auge trocken bleiben konnte. „Er hat jetzt schon das erreicht, was viele nie erreichen werden: er ist einfach Kult!“, sagte Patrick Nowicki den nächsten Künstler an und so manch einer konnte sich schon denken wer die Bühne als nächstes betreten würde: Peter Deutschle als Jung us dem Leave.

Mit seiner einzigartigen Vortragsweise und seinem unübertroffenem trockenen Humor traf Deutschle bei seinem Publikum natürlich voll ins Schwarze. So nahm der Jung us dem Leave alles auf die Schippe was eben ging, besonders gerne aber Eschweilers acht Kilometer entfernte Nachbarstadt Stolberg. „Wat der leeve Herrjott jetrennt hat, dat tut auch de Aseag net mehr verbinde“, meinte Deutschle und erntete schallendes Gelächter.

Generell kamen die Stolberg-Witze bei den Jecken im Saal gut an. Denn wer ein echter Eschweiler ist, der weiß: das Verhältnis zwischen Eschweiler und Stolberg ist in etwa so, wie das zwischen Köln und Düsseldorf (glücklicherweise rufen die Stolberger trotzdem „Alaaf“ und nicht „Hellau“).

Das machte auch Präsident Patrick Nowicki, der zwischendurch als „Dorfreporter“ in die Bütt ging, zunutze. „Im letzten Jahr gab es schlechte Nachrichten...Unsere Kinder werden jetzt in Stolberg geboren...“, spielte er auf die Schließung der Geburtsabteilung im Eschweiler Krankenhaus an. „Das einzig gute an Stolberg ist die Straße nach Eschweiler“, setzte er noch einen drauf.

Natürlich war Stolberg nicht das einzige Thema, welches dem Dorfreporter am Herzen lag. Auch die Nebenwirkungen seines Bierkonsums sprach er an: „Angeblich verkürzt jedes Bier das Leben um sieben Minuten. Ich habe nachgerechnet: Ich bin 1837 gestorben“, meinte er und löste damit allgemeine Heiterkeit bei den Jecken in der Festhalle aus.

Die Band Kröetsch der KG Lustige Reserve, die inzwischen auch schon fast Kultstatus im Eschweiler Karneval erreicht hat, wusste auch an diesem Abend ihr Publikum mitzureißen. Zu Liedern wie „Lev Marie“ und „Erika, komm mit mir nach Amerika“ sangen die Jecken in der Festhalle sofort lauthals mit.

Natürlich ließ die Narrengarde es sich nicht nehmen, noch weitere Eigengewächse auf ihrer Narrensitzung zu präsentieren. Die Rainbow Dancers der Narrengarde unterhielten das Publikum mit Kostümwechsel und waghalsigen Hebefiguren. Auch die Jugendtanzgruppe und das Jugendtanzpaar Teresa Getz und Philip Martinett der Narrengarde wussten mit ihren Tänzen zu überzeugen.

Gastgesellschaft war an diesem Abend die KG Ulk Oberröthgen, die für die Narren ihr komplettes Programm aufgefahren hatte: Mariechen Janine Kronenberg, Tanzpaar Julia Faust und Dennis Zylus, die Tanzgruppe „Shining Dance Stars“ sowie der Regimentsspielsmannszug sorgten für gute Laune und ein wenig blau-rote Abwechslung.

Ein weiterer Programmpunkt war der Auftritt einer „echten Senkrechtstarterin im rheinischen Karneval“: Ingrid Kühne. Als „De Frau Kühne“ sorgte sie für erneutes Bauchmuskeltraining des Publikums – obwohl das so gar nicht in ihrem Sinne ist. Denn: „Die Dicken sterben früher, aber dafür essen wir länger“, meinte Frau Kühne. Schließlich gibt es ganz klar schlimmeres als dick sein, etwa „wenn der BMI genauso hoch ist wie der IQ“. Frau Kühne hat allerdings Glück: „Bei mir ist der IQ genauso hoch wie der BMI“, meinte sie ganz trocken und trieb ihrem Publikum die Lachtränen in die Augen. Für ihre Darbietung gab es anschließend Standing Ovations aller Jecken im Saal.

Richtig eingeheizt wurde nicht nur dem Publikum, sondern dem gesamten Elferrat der Narrengarde, schließlich von den Funky Marys. Die fünf „Mädche vum Rhing“ brachten mit ihrem rheinischen Frohsinn und vor allem mit ihrer grandiosen Performance die Festhalle zum Brodeln. Selbst Präsident Patrick Nowicki war vor diesen Mädels nicht mehr sicher und ließ sich von ihnen zu einer waghalsigen Tanzeinlage hinreißen, die das Jubelgeschrei im Publikum kaum noch abreißen ließ.

So kam nicht nur das Publikum auf auf seine Kosten – auch die fünf Mädels hatten bei diesem eher ungewöhnlichen Auftritt (wann tanzt denn schon mal ein Präsident mit?!) so viel Spaß, dass sie anschließend kaum aufhören konnten zu lachen.

Der letzte Programmpunkt an diesem Abend war der Auftritt des Tanzcorps Fidele Sandhasen aus Köln, die dem Publikum Karnevalstanz auf höchstem Niveau präsentierten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert