Röetsche - KG Blaue-Funken-Artillerie: Maike Uber hängt Tanzschuhe an den Nagel

KG Blaue-Funken-Artillerie: Maike Uber hängt Tanzschuhe an den Nagel

Von: ran
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Feierte ihren runden Geburtstag mit einer temperamentvollen Darbietung voller Eleganz und Akrobatik: die Tanzgruppe der KG Blaue-Funken-Artillerie. Foto: Andreas Röchter
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Emotion pur: Der Abschiedstanz von Maike Uber und Torsten Modschink riss die Funken-Familie von den Sitzen.

Röetsche. Was wäre passiert, wenn die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im zurückliegenden Jahr nicht Weltmeister geworden wäre? Dann hätte Marc Engelhardt, seines Zeichens Präsident der KG Blaue-Funken-Artillerie Eschweiler, seinen Wetteinsatz einlösen und den Pilgerweg nach Kevelaer per pedes in Angriff nehmen müssen!

Und was dies bedeutet hätte, wurde allen farbenfroh kostümierten Jecken in der vollbesetzten Delio-Arena des Hauses Flatten gleich zu Beginn der Kostümsitzung der blau-weißen Schar am Freitagabend klarstmöglich vor Augen geführt: von einem Angriff hätte nämlich selbst bei blühendster Fantasie keine Rede sein können! Nur mit größter Mühe erklomm der Präsident die zahlreichen Treppenstufen zur Arena-Bühne, lief jedoch mit dem Mikrofon in der Hand augenblicklich zur gewohnten Topform auf.

Zuvor führte die Exerziergruppe des stolzen Korps ihrem „Chef“ aber vor Augen, was behände Fußarbeit inklusive Stippefötche bedeutet. Einige Geburtstags-Glückwünsche später, im Laufe des Abends sollte sich herausstellen, das quasi der halbe Saal seinen Ehrentag auf der Funken-Sitzung feierte, und schwarz-rot-gold gewandet, konnte der Präsident dann die Narren im Saal endlich standesgemäß begrüßen: „Wir sind alle Weltmeister! Alle, außer Pedro, Paulo und Delio“, sagte Marc Engelhardt augenzwinkernd, bevor er den Startschuss zu einem gut vierstündigen Programm der Extraklasse gab.

Der „Jumbo unter den Engeln“

Zunächst stürmte mit der „Personality Human Ressource Safety Instructoress“ Engel Hettwig ein Wirbelwind die Bühne, der im Himmel die gehobene Laufbahn zum Schutzengel erfolgreich eingeschlagen und nun den neuen Kölner Kardinal Woelki unter die Fittiche genommen hat. „Ich habe den Herrn samt seiner Frau zum Abendessen eingeladen. Dieser meinte jedoch, das ginge nicht. Wegen ‚dem Zölibat‘. Da habe ich vorgeschlagen, den Jungen auch gleich mitzubringen“, erwies sich Hettwig jeder Situation gewachsen.

Auch in puncto Partnerwahl. Denn das Vorhaben, mit einem „staatse Käl“ des Funken-Ehrenrats durchzubrennen, setzte sie wild entschlossen und unter dem Jubel des närrischen Volkes in die Tat um. „Du musst mich auf Händen tragen“, machte der „Jumbo unter den Engeln“ dabei dem innerlich jubilierenden Auserwählten unmissverständlich klar.

Einen wahren Augenschmaus präsentierte die Tanzgruppe der KG Blaue-Funken-Artillerie ihrem begeisterten Publikum, in dem die aus 13 Damen und drei Herren bestehende Truppe, die von Kerstin Bartz trainiert und von Nicole Ripp betreut wird, zu Klängen von „Ne kölsche Jong“ ihren 40. Geburtstag auf den Brettern, die die Welt bedeuten, temperamentvoll und mit akrobatischen Höchstleistungen standesgemäß feierte.

Die Fanfarentrompeter „Die Weisweiler“ unter der Leitung von Dietmar Krauthausen begaben sich mit der „Tatortmelodie“ auf Spurensuche, die stimmungsvoll vom „Bickendorfer Büdchen“ über „Heidewitzka, Herr Kapitän“, „Piraten“ und „Wasser van Kölle“ in Richtung „kühles Nass“ führte.

„Vier-Sterne-Putzfrau“ Achnes Kasulke entlockte den aufmerksamen Zuhörern Lachtränen, als sie bekannte, dass ihr Werner und sie 20 Jahre lang glückliche Menschen gewesen seien. „Dann lernten wir uns kennen“, ist ihr der Knackpunkt deutlich bewusst. Statt „Wellnetz im Schlaffzimmer“ ist nun vielmehr schonungslose Ehrlichkeit angesagt: „Botox? Achnes, du riskierst auch ohne schon oft genug ne dicke Lippe“, zitierte die Rednerin aus Nettetal ihre bessere Hälfte und wurde mit der ersten Rakete des Abends belohnt.

Lebensfreude pur verbreiteten einmal mehr die Inde-Singers, bei denen Jürgen Göbbels am Freitag sein 5x11tes Lebensjahr vollendete. Die Eischwiele Mundartband startete mit „Nä, wat is et Lävve schön“, um kurz darauf den „Mädchere“ zu huldigen und klarzustellen „Ohne dich is alles doof“.

Dann lautete das Kommando für die Jecken im Saal „Rauf auf die Stühle“, denn das Septett stimmte als lautstark geforderte Zugabe den Laridah an. Nun folgte Feuerwerk auf Feuerwerk: Jürgen B. Hausmann versicherte dem indestädtischen Narrenvolk, dass auch auf Sitzungen im Sauerland gelacht werde. „Nur sitze ich dann schon im Auto!“

Mit seinem asiatischstämmigen Masseur laufe die Verständigung dagegen vollkommen problemlos. „Ding Ping sing ming Ping“, habe dieser versichert. „Ming Sching sing ding Sching“, konnte da nur noch die Antwort lauten. Klassenfahrten nach Rom seien jedoch nicht mehr mit früheren Touren zu vergleichen. „Caesar ist tot? Er hat doch gar nichts auf Facebook geschrieben!“, scheint das historische Wissen der heutigen Schülerschaft gewöhnungsbedürftig. Rakete Nummer zwei des Abends war fällig.

Unaufhaltsam näherte sich die Sitzung nun ihrem emotionalen Höhepunkt: Das Funken-Tanzpaar Maike Uber/Torsten Modschink nahm Kurs auf die Bühne der Delio-Arena. Und dies zum letzten Mal während einer Sitzung ihrer Blauen, denn eine Verletzung zwingt Maike Uber, ihre Tanzschuhe an den Nagel zu hängen. Doch am Freitagabend überzeugte der „Stolz der Gesellschaft“ noch einmal mit Charme, Esprit und ansteckender Freude am Tanz.

Nach fantastischen Minuten hielt es das Publikum zu Recht nicht mehr auf den Stühlen. „Wir sind außerordentlich stolz, dich in unseren Reihen gehabt zu haben“, machte Präsident Marc Engelhardt der scheidenden und sichtlich gerührten Tänzerin ein großes Kompliment. Ausgezeichnet mit dem Hausorden der KG Blaue-Funken-Artillerie Eschweiler und einem goldenen Tanzschuh als Geschenk der Mitglieder der Tanzgruppe verließ Maike Uber dann die Bühne der Blauen Funken.

„Wir werden dich niemals vergessen“, lautete das abschließende Versprechen des Präsidenten, der wenig später das Wort an sein Pendant der KG Lustigen Reserve, Norbert Weiland, weitergab. Dieser führte seine Gesellschaft beim Gastspiel im eigenen Wohnzimmer souverän an, ließ den Trommler- und Spielverein Baesweiler unter der Leitung von Jürgen Opitz mit „Echte Früngde“ und „Viva Colonia“ Fastelovend-Evergreens par Excellence zum Besten geben, bevor das Tanzpaar Nadine Hüpgen/Kevin Schleip sein großes Können präsentierte.

Den großartigen Schlusspunkt setzte dann niemand Geringeres als seine Tollität Prinz Thomas I., der mit einer Funken-La-Ola standesgemäß begrüßt wurde, gemeinsam mit Zeremonienmeister Harald (Hucky) einmal mehr feststellte „Mir sin en Famillich“ und darüber hinaus versicherte, dass es „Janz ejal“ ist, in welcher Farbe „et Fastelovendhäzz“ schlägt, solange es überhaupt für den Fastelovend schlägt.

„Euer Herz ist jedenfalls aus grün-weißem Holz geschnitzt. Und ihr macht eure Sache großartig“, sprach Marc Engelhardt den Jecken am frühen Samstagmorgen aus eben diesem Herzen, bevor ein gleichermaßen grün-weißes/blau-weißes Schlussbild das letzte Kapitel einer fulminanten Sitzung schrieb.

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