KG Blaue-Funken-Artillerie begeistern mit Programm

Von: ran
Letzte Aktualisierung:
14005992.jpg
In luftiger Höhe: Die Tanzgruppe der KG Blaue-Funken-Artillerie Eschweiler kombinierte Akrobatik mit Eleganz und Esprit und erntete zu Recht stürmischen Applaus der Jecken im Saal. Foto: Andreas Röchter

Röetsche. Gleich mehrfach die schönsten Herren der Schöpfung weit und breit, die sich auch noch von ihrer definitiv sehenswertesten Seite zeigten. Ein Narrenherrscher, der in geliebte Farben blickte. Tänze, die die Herzen der fantasievoll kostümierten Jecken in der proppenvollen Delio-Arena vor Freude hoch und höher schlagen ließen.

Stimmungsbands, die dieser Bezeichnung alle Ehre machten und Präsidenten „en masse“: Die Kostümsitzung der KG Blaue-Funken-Artillerie Eschweiler geriet einmal mehr zu einem Feuerwerk und Festival der guten Laune.

Gerade noch die Kurve bekommen um „De Bud is voll“ konstatieren zu können hatte Marc Engelhardt, seines Zeichens Präsident der KG Blaue-Funken-Artillerie Eschweiler und „Duz-Freund“ eines gewissen Barack Obama, mit dem er noch schnell ein sehr helles Haus in der Hauptstadt des Landes der einst unbegrenzten Möglichkeiten unter dem Motto „Jo, m‘r künne“ ein wenig dunkler hatte streichen müssen.

Nach getaner Arbeit kam er gerade noch rechtzeitig, um die Meldung seines Kommandanten entgegennehmen zu können. „111 Funken angetreten“, stellte Achim Faust unter Beweis, dass Zahlen für ihn Schall und Rauch sind. Ein Musterbeispiel in Sachen Präzision, Harmonie, Eleganz und Akkuratesse bot die Exerziergruppe des uniformierten Corps, das zunächst mit dem „Stippefötche“ nicht zuletzt die Närrinnen in Wallung brachte, während sich das Funken-Tanzpaar Carina Hauck und Torsten Modschink voller Charme anschickte, die „staatse Käls“ noch anmutiger wirken zu lassen.

Unterstützt von den „Trötejonge“ der Funken setzte der Regimentsspielmannszug unter der Leitung von Lambert Sauerbier zu klingendem Spiel an und heizte dem klatsch-, schunkel- und mitsingfreudigen Publikum mit dem Wunsch „Ach wär ich nur...“ kräftig ein.

Einen Blick in die unmittelbar bevorstehende Zukunft warf mit Volker Weininger ein weiterer sprachgewandter „Sitzungspräsident“ in der Bütt: „Nur noch ein paar Mal schlafen und schon ist Weihnachten.“ Doch nicht nur dieses Fest sei heutzutage vom Profitdenken beherrscht. „Eine Fußball-WM mit 48 Mannschaften? Mehr kann die FIFA für Holland nun wirklich nicht mehr tun“, echauffierte er sich, um nach dem Beifallssturm seitens der Jecken im Saal laut in Richtung Publikum zu denken.

„Holland geht immer. Jetzt erwähne ich gleich noch Düsseldorf – und ich hab‘ euch im Sack!“ Doch auch die Lage in Übersee wühlt Volker Weininger auf. So hätten die Amerikaner seit neulich einen Präsidenten, der etwas auf dem Kopf habe, mit dem er zweimal pro Jahr zum Tierarzt müsse. „Astreiner Witz! Dies muss selbst im Karneval einmal möglich sein“, zeigte sich der Bonner selbstsicher, bevor er „standing ovations“ entgegennahm.

Voller Dynamik, Schwung, Esprit und Temperament wirbelte das Funken-Tanzpaar Carina Hauck/Torsten Modschink über die Bühne der Arena und ebnete damit stimmungstechnisch den Weg für das Mundart-Sextett „Puddelrüh“ mit Marcus Rothkranz, Stefan Frank, Engel Gey, Winni Rühland, Uwe Lothmann und Alexander Janus. Die Musiker servierten dem auf den Stühlen tanzenden Publikum „Blootwosch, Kölsch un e lecker Mädche“, unterstrichen „Jedäuf met 4711“ zu sein, fragten „Wat sull mer dann am Ballermann?“ und suchten mit „Et jitt kei Wood“ letztlich keinesfalls vergeblich nach Worten, kassierten aber stattdessen die erste Rakete des Abends.

Ein kurzer Wechsel von „Bumm, bumm“ zu „Stipp, stipp“ folgte, als die Eschweiler Scharwache mit Mann, Tanzmariechen und Maus einmarschierte und die Bühne in die indestädtischen Stadtfarben tauchte. Präsident Simon Hendriks, Kommandant Wolfgang Maassen sowie Feldwebel Michael Birfeld ließen zum wiederholten Mal an diesem Abend die Damenwelt aufhorchen, als sie zunächst weitere schönste Exemplare der Männerwelt samt Stippefötche und Zugabe präsentierten.

Das bravourös agierende Tanzpaar Eva Gruppe/Sebastian Plönnes, der Regimentsspielmannszug Grün-Weiß Lohn unter der Leitung von Thomas Graff, der „Leev Marie“ zum Besten gab, sowie die Garde, die „Et Trömmelche“ gehen ließ und dazu die Beine schwang, begeisterten ebenso das närrische Volk.

Einen grandiosen Augenschmaus hielt die Tanzgarde der KG Blaue-Funken-Artillerie Eschweiler auf heimischer Bühne für ihre lautstarken Fans bereit. Nach einem fulminanten Tanz hieß es dann aber auch Abschied zu nehmen: Jenny Schmidt gab am Freitagabend eine prachtvolle Abschiedsvorstellung und wurde von Präsident Marc Engelhardt mit dem Hausorden der Gesellschaft belohnt.

Erfreut stellte anschließend „De Frau Kühne“ fest, statt mit „Dicke Mädchen“ von den Klängen „O wie bist du schön“ empfangen worden zu sein. Unmissverständlich machte die Xantenerin ihre Missbilligung des „BMI-Terrors“ deutlich: „Dieser Index wird mit der Formel Größe mal Gewicht mal Donnerstag berechnet und führt immer zu der falschen Erkenntnis, der Body müsse in Inventur“, klagte sie und erhielt zum Trost Rakete Nummer zwei.

Zu seinem farblichen Heimspiel zog kurz darauf Tollität Ralf II. samt Zeremonienmeister Georg und Gefolge unter ohrenbetäubendem Jubel der Röthgener Blau-Weißen in die zweite Heimat ein. Der Narrenherrscher packte sogleich den „Eischwiele Danz“ aus, der das Gefolge zu einer Polonaise auf der Bühne veranlasste, und stimmte wenig später mit „Miih Wisswille“ seine stimmungsgeladene und wehmütige Ode an die Heimat an.

Den Samstagmorgen begrüßte zum mitreißenden Finale einer ebensolchen Sitzung das Trompetercorps „Die Kaafsäck“ unter der Leitung von Dieter Kaltenbach, das erfolgreich seine Zuhörer mit „Let‘s get loud“ animierte, „Polka, Polka, Polka“ zu tanzen, als Zugabe ein „Hallelujah“ gen Himmel sandte und mit dem „Laridah“ den Ausmarsch des an diesem Abend vor Tatendrang nur so sprühenden Funken-Elferrates fantastisch untermalte.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert