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Keine regelmäßigen Gottesdienste in Eschweiler Kirchen

Von: ran
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Was ist, wenn Kirchen nicht me
Was ist, wenn Kirchen nicht mehr als solche genutzt werden? Die älteste gotische Kirche der Niederlande, die 1294 eingeweihte Dominikanerkirche in Maastricht mit eindrucksvollen Wandmalereien aus dem Jahr 1337, diente bereits als Pferdestall, als Standort der Guillotine, als Austragungsort von Boxwettkämpfen und Karnevalssitzungen. Heute ist sie eine Buchhandlung mit Café und kulturellen Veranstaltungen im einstigen Altarraum, dessen ursprünglicher kirchlicher Charakter neu betont Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Kaplan Klemens Gößmann legt am Sonntag, 17. Juli, sein Amt als Seelsorger in der Pfarre St. Peter und Paul nieder, um in ein Kloster in der Schweiz zu wechseln. Einen Nachfolger wird es nicht geben.

Damit stehen in Zukunft mit den Pfarrern Dr. Andreas Frick und Christoph Graaff nur noch zwei Geistliche in der ehemaligen Gemeinschaft der Gemeinden Eschweiler-Mitte, zu der die Seelsorgebezirke St. Antonius Röhe, St. Michael, Herz Jesu und Peter und Paul gehören, zur Verfügung. Und dies hat Folgen: So wird es an Sonntagen keine regelmäßigen Eucharistiefeiern in den Pfarrkirchen Herz Jesu und St. Michael geben.

„Die Katholiken in der Innenstadt haben große Aufgaben vor sich. Die Änderung der Gottesdienstordnung geschieht aus Not. Die Frage lautet, wie wir mit noch weniger Priestern trotzdem Gott in der Liturgie für die Menschen erfahrbar machen können, ohne die Caritas, die Hilfe für Menschen in drängenden Lebensfragen zu vernachlässigen?”, erklärt Pfarrer Dr. Andreas Frick.

Dies bedeute, dass Menschen lernen müssten, von Gewohntem und Liebgewonnenem Abschied zu nehmen. „Doch Abschiede sind nicht nur schmerzhaft, sie ermöglichen auch, Erfahrungen zu sammeln, Grenzen zu sprengen, Lebendigkeit zu erleben”, hofft er auf neue Impulse. Dass die Gottesdienstordnung kontrovers diskutiert werden wird, ist beiden Pfarrern sowie den Mitgliedern des Kirchenvorstandes und des Pfarrgemeinderates klar. „Wir rechnen mit konstruktiver Kritik und werden damit offen umgehen”, verspricht Andreas Frick.

Die jetzige Situation sei die Folge einer Entwicklung, in der sich die Gesellschaft rasant verändert habe. „Menschen möchten gerne bewahren. Aber wir sind nicht mehr in der Lage, alle Angebote aufrecht zu erhalten”, macht auch Bernd Telschow als Vertreter des Kirchenvorstands deutlich. Und Pfarrer Christoph Graaff ergänzt: „Christentum bedeutet seit 2000 Jahren auch Entscheidung. Auf die Gewohnheitskirche folgt nun wieder die Entscheidungskirche.”

Entschieden haben die Gremien der Pfarre St. Peter und Paul auch, dass alle vier Gebäude erhalten bleiben sollen. „Es ist nichts anderes geplant. Aber natürlich machen wir uns Sorgen. So unterschiedlich sie sind, werden die vier Kirchen offener werden können für Konzerte, Geistige Ereignisse, ökumenische Treffen und eben Versuche, Menschen neue Erfahrungen für die Gemeinschaft mit Gott und mit der Kirche Jesu Christi zu ermöglichen”, blickt Andreas Frick nach vorne.

„Wo liegen die Chancen in der Krise?”, fragt Christoph Graaff. „Im Neuen!”, beantwortet er sie selbst. „Wir wollen Menschen neugierig machen in vielen kleinen Kreisen und durch Angebote. Daraus können sich neue Gottesdienstformen und Gottesdiensttraditionen ergeben, für die wir sowohl auf bewährte als auch auf neue Menschen zählen”, so der Geistliche. „Wir fordern die Christen auf, nicht nur zu konsumieren, sondern selbst zu gestalten”, betont Erich Schröder, der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, der in seiner Sitzung am 15. Juni einmütig die Entscheidung in Sachen Gottesdienstordnung traf.

Diese sieht auch vor, dass Hochzeits- oder Goldhochzeitsgottesdienste, Schützen- und Bruderschaftsfeste sowie andere Jubiläen bei frühzeitiger Planung weiterhin als eucharistische Gottesdienste in allen vier Kirchen gefeiert werden können. „Gleiches gilt nach wie vor auch für Taufen”, versichert Pfarrer Dr. Andreas Frick, der die Veränderungen für hart, aber vertretbar hält.

„Wer bisher im Gemeindezentrum St. Michael beheimatet war, findet ab dem 18. Juli zur selben Zeit in einem ähnlich modernen Gottesdienstraum keine 600 Meter entfernt die Möglichkeit, die Messe zu besuchen und unterstützt durch sein Mitbeten dort den besonderen Auftrag der Krankenseelsorge”, verteidigt er die Entscheidung, die Samstagabendmesse regelmäßig im Hospital stattfinden zu lassen.

Mit diesem Schnitt habe man sich ausdrücklich gegen wöchentlich oder monatlich wechselnde Gottesdienstzeiten und -orte entschieden. „In der Abwägung zwischen ?Verwirrung und dem ?Hochhalten von Gottesdiensten an den bekannten Orten sammeln wir Mut und wollen uns als Innenstadt-Pfarre für die Eucharistiefeier neu konzentrieren und sammeln”, so Andreas Frick.

Die künftigen Gottesdienste in der Gemeinschaft Stadtmitte

Die neue Gottesdienstordnung für die Pfarre St. Peter und Paul tritt ab Montag, 18. Juli, in Kraft. Sie sieht folgende Eucharistiefeiern an Sonntagen beziehungsweise an Samstagabenden vor:

In der Pfarrkirche St. Peter und Paul wird die Heilige Messe an Sonntagen regelmäßig um 9.30 Uhr und 19 Uhr (Stadtabendmesse) gefeiert.

Mit Ausnahme des ersten Sonntags im Monat (dann findet ein Wortgottesdienst für Kinder und Familien statt) wird in der Pfarrkirche St. Antonius im Stadtteil Röhe um 10.45 Uhr eine Eucharistiefeier angeboten.

Im St.-Antonius-Hospital wird es Samstagsabends um 18 Uhr eine Vorabendmesse mit Kommunionausteilung und Übertragung in die Patientenzimmer geben.

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