Keine Ferien für den Hausmeister der Realschule Patternhof

Von: Sonja Essers
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Hat auch in den Sommerferien eine Menge zu tun: Seit fast sechs Jahren ist Achim Hermanns als Hausmeister an der Realschule Patternhof tätig.

Eschweiler. Ruhig ist es Dienstagmorgen in der Realschule Patternhof nur auf den ersten Blick. Trotz Ferien wird im Schulgebäude fleißig gearbeitet. Während auf der ersten Etage gründlich geschrubbt wird, steht vor dem Raum mit der Nummer 14 eine Leiter bereit. Dieses Zimmer ist das Büro von Achim Hermanns.

Der 47-Jährige ist Hausmeister der Schule und während Schüler und Lehrer in diesen Tagen das schöne Wetter genießen, hat er eine Menge zu tun. Das wird auch Dienstagmorgen deutlich. 120 Klassenraum-Schilder muss Hermanns austauschen. Schließlich wechselt fast jede Klasse nach den Sommerferien den Raum. Für Hermanns heißt das, dass nicht nur die Schilder neben den Türen auf den neusten Stand gebracht werden müssen. Auch an der Decke des jeweiligen Flures ist zu erkennen, welche Klasse sich in welchem Raum befindet.

Los geht es im Erdgeschoss. Wer mit Achim Hermanns mithalten möchte, muss eine gute Kondition haben. Schnellen Schrittes erledigt der 47-Jährige, der einer von insgesamt 13 Schulhausmeistern ist, die bei der Stadt Eschweiler beschäftigt sind, seine Aufgabe. Im Gebäude kennt er sich bestens aus, schließlich ist er dort seit fast sechs Jahren als Hausmeister tätig.

Zuvor hat er an der Katholischen Grundschule Don-Bosco-Schule gearbeitet. Auch seine Wohnung befindet sich am Grünen Weg. Dass er nicht direkt neben der Schule wohnt, in der er arbeitet, ist für ihn kein Problem. „So habe ich die Möglichkeit, ein bisschen mehr abzuschalten“, sagt er.

Und wie war für den Familienvater, der täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit kommt, der Wechsel von der Grundschule zu einer weiterführenden Schule? Natürlich mache sich die höhere Zahl von Schülern und Lehrern bemerkbar, meint Hermanns und versucht dies anhand eines Beispiels zu verdeutlichen. „Wenn in einer Grundschule einmal in der Woche der Stempel von einem Stuhl kaputtgeht, passiert das hier drei Mal am Tag.“

Bei seinen täglichen Rundgängen, die sowohl während der Schulzeit, als auch in den Sommerferien um sieben Uhr am Morgen starten, entgeht seinem geschulten Auge kaum etwas. „An diesem Stuhl fehlt auch ein Stempel“, stellt er nach einem kurzen Blick in einen der Klassenräume fest. Trotzdem sei er auf die Unterstützung von Lehrern angewiesen. Sie teilen ihm mit, wenn Steckdosen überprüft, Stühle und Tische repariert und Birnen ausgetauscht werden müssen. „Es gibt auch Ecken in der Schule, an die man nicht so oft kommt“, sagt er.

Auch den einen oder anderen Sonderwunsch hat Hermanns den Lehrern bereits erfüllt. Dazu gehört nicht nur das Umhängen von Magnettafeln, das immer mal wieder vorkomme. Auch Schränke erhalten regelmäßig einen neuen Platz im Klassenraum. Besonders vor den Ferien sei seine To-do-Liste sehr lang. „Die muss ich dann erst einmal abarbeiten“, sagt er und lacht.

Retter in der Not

Und wann hat Hermanns Feierabend? Bis 14.30 Uhr ist er in der Schule tätig, bis 17.30 Uhr hat er Bereitschaft. Doch auch am Abend kann man ihn im Schulgebäude antreffen. Der Grund: In der Schule finden Kurse der Volkshochschule statt. Wenn die gegen 21.30 Uhr enden, sorgt Hermanns dafür, dass die Schule wieder ordnungsgemäß verschlossen wird.

Auch am Wochenende war der Indestädter bereits Retter in der Not. Wenn bei Veranstaltungen in der Aula die Sicherung herausspringt, eilt er zu Hilfe. „Die Leute geben sich mit der Organisation viel Mühe, da möchte ich einfach helfen“, sagt er. Doch seine Hilfsbereitschaft hat auch Grenzen. „Ans Bett nehme ich mein Handy dann allerdings nicht mit.“

Nachdem Hermanns die Schilder im Erdgeschoss ausgetauscht hat, macht er sich auf den Weg zu den Kunsträumen. Die befinden sich auf der ersten Etage des Gebäudes. Dort hilft er den Reinigungskräften beim Tragen der Tische.

Für die fleißigen Damen steht in den Sommerferien eine besondere Herausforderung an: die große Grundreinigung. In der Realschule findet die in den ersten drei Ferienwochen statt. In manchen Schulen steht sie erst in der zweiten Hälfte der Ferien auf dem Programm. Warum wird am Patternhof also bereits jetzt schon fleißig geschrubbt? „Weil danach für die Frauen die Erholung erst so richtig beginnt“, meint Hermanns.

Für ihn beginnt der Urlaub in der kommenden Woche. In der letzten Ferienwoche kehrt er dann wieder in die Schule zurück. Schließlich steht kurz vor Schulbeginn die Lieferung der Schulbücher auf dem Programm.

Während Hermanns seinen Urlaub genießt, wird im und am Gebäude fleißig weitergearbeitet. Doch nicht nur an der Realschule Patternhof wird während der Sommerferien fleißig umgebaut (siehe Box). Die Maßnahmen am Städtischen Gymnasium und an der Gesamtschule Waldschule lässt sich die Stadt jeweils 500 000 Euro kosten.

Dass er in den Sommerferien arbeiten muss, stört Hermanns nicht. Schließlich habe das auch Vorteile. In den kommenden Tagen will er bereits eine Stunde früher starten, damit er am Nachmittag noch etwas vom schönen Wetter habe. „Das geht aber nur in den Ferien“, sagt er augenzwinkernd und setzt seinen Weg durch das Gebäude nun mit der Leiter fort.

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