Kaum Nahversorgung: Lohner sind aufs Auto angewiesen

Von: Tobias Röber
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Reiner Trimborn (links) und Sven Baumann kennen Neu-Lohn und Fronhoven bestens. Auf diesem Bild stehen sie vor der einstigen Gaststätte Alt-Lohn. Foto: Tobias Röber

Eschweiler-Neu-Lohn/Fronhoven. Wer in Neu-Lohn und Fronhoven wohnt, muss den Ort für die Einkäufe des täglichen Bedarfs verlassen. Supermarkt, Bäckerei – Fehlanzeige! Gut, eine Metzgerei gibt es noch. Das war längst nicht immer so. Im Rahmen unserer Serie über die Nahversorgung in den einzelnen Stadtteilen, haben wir einen Spaziergang in Eschweilers Norden mit Sven Baumann und Rainer Trimborn gemacht. Beide kennen die Orte aus dem Effeff.

Die letzte Schließung ist gar nicht lange her. Ende 2014 machte die Gaststätte Alt-Lohn dicht. Inzwischen erinnert nichts mehr daran, dass dort ein recht reges Kneipenleben herrschte. Kegelclubs, Schützen, Spielmannszug – um nur einige zu nennen – nutzten das Lokal. Zudem bestand dort die Möglichkeit, Fußball gemeinsam im Bezahlfernsehen anzuschauen.

Rund neun Jahre hatte der Inhaber die Kneipe nebenberuflich geführt. Es sollten zehn Jahre werden – und dann sollte die Kneipe in jüngere Hände übergeben werden. Ein privater Schicksalsschlag und das Nichtraucherschutzgesetz verhinderten das. Jetzt entstehen Wohnungen in der einstigen Gaststätte. Einige Kegelclubs wanderten nach Dürwiß ab, andere zu Rinkens, der letzten verbliebenen Gaststätte in Neu-Lohn und Fronhoven. Es gab noch eine weitere: Inzwischen 40 Jahre ist es her, dass Familie Breuer eine Wirtschaft an der alten Hauptstraße nach Dürwiß unterhielt.

Nach Dürwiß und Aldenhoven

Zum Einkaufen fahren die Bürger nach Dürwiß und Aldenhoven, weiß Trimborn. Früher gab es etwa einen Eierverkäufer, erinnern sich die (älteren) Lohner. Die Metzgerei von Franz Stollwerk gibt es immer noch. Neben Fleisch und Wurst werden dort auch einige weitere Lebensmittel verkauft.

Im „Himmelreich“

Auf der Rosenstraße unterhielt die Familie Schoenen einen Einkaufsladen, der aber seit nunmehr 30 Jahren geschlossen ist. Als dieser Laden schloss, öffnete Familie Schwaas dort einen Funk- und Fernsehladen. Um das Jahr 1990 war das. Auch dieses Geschäft ist längst Geschichte. Inzwischen hat sich dort eine Sanitärfirma niedergelassen. In Alt-Fronhoven gingen die Bürger einst im „Himmelreich“ bei der Familie Fleck einkaufen. Wurstwaren gab es in all diesen Geschäften, ebenso sonstige Waren für den täglichen Bedarf.

Auch eine Post hatten die Bürger einst, direkt gegenüber der Bushaltestelle mitten im Ort. Auch diese ist seit rund zehn Jahren Geschichte. Auch einen Friseurladen sucht man in dem Ort vergeblich.

Und nun? Ein Bäcker aus der Eifel rollt einmal in der Woche in Neu-Lohn und Fronhoven an, ansonsten ist man auf das Auto oder den Bus angewiesen. Allerdings fährt dieser nur einmal stündlich. In diesen Tagen haben die Lohner eine weitere Möglichkeit: Der 19. Blausteinseecup wurde am Donnerstag eröffnet und natürlich ist das kulinarische Angebot wie immer groß.

Laut Sven Baumann und Rainer Trimborn ist das fehlende Nahversorgungsangebot im Ort kein großes Thema. „Wer hier hin zieht, weiß, dass er auf ein Auto angewiesen ist“, sagt Baumann.

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