Katharina Erkens wird künftig Streits schlichten

Von: ran
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Neue Schiedsfrau: Katharina Erkens (Mitte) wurde im Beisein von Hermann Josef Schmitz, Vorsitzender der BDS-Vereinigung (Bund Deutscher Schiedspersonen) des Bezirks Aachen, von Richterin Sibylle Mähr im Amtsgericht Eschweiler vereidigt. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Sie sollen beschwichtigend und ausgleichend wirken sowie auf Menschen zugehen können. Schließlich ist es ihre Aufgabe, Streit zu schlichten und damit nicht zuletzt auch die Gerichte zu entlasten. Das Amt der Schiedsperson hat also eine große Bedeutung.

Gelingt es einer Schiedsfrau oder einem Schiedsmann, einen Beitrag zu einer gütlichen Einigung eines Rechtsstreits zu leisten und einen Vergleich zu formulieren, dann ist ein solcher Vollstreckungstitel dem rechtskräftigen Urteil eines Richters gleichzusetzen. Doch in jüngster Vergangenheit gab es im Zuständigkeitsbereich des Amtsgerichts Eschweiler durchaus Schwierigkeiten, Personen zu finden, die sich bereit erklärten, das Amt der Schiedsperson auszuüben.

Auf Anregung der Verantwortlichen des Amtsgerichts Eschweiler wurde deshalb zum 1. April 2016 der Amtsbereich neu geordnet und die Zahl der Schiedsamtsbezirke von sieben auf fünf verringert. Seit Mittwochvormittag ist die Zahl der Schiedspersonen innerhalb der Indestadt aber wieder gewachsen: Im Beisein von Hermann Josef Schmitz, Vorsitzender der BDS-Vereinigung (Bund Deutscher Schiedspersonen) des Bezirks Aachen, vereidigte Richterin Sibylle Mähr in den Räumen des Amtsgerichts Eschweiler Katharina Erkens zur stellvertretenden Schiedsfrau des Bezirks II, der den Teil der Innenstadt markiert, der südlich durch die Talbahn, im Westen durch die Jülicher Straße, Kochsgasse, Langwahn, östlich durch die Gemarkung Weisweiler und im Norden durch die Autobahn begrenzt wird.

Somit ist Katharina Erkens nun berechtigt, unter anderem in vermögensrechtlichen Streitigkeiten, bei Verletzungen der persönlichen Ehre (Beleidigung), bei Privatklagedelikten, die laut Staatsanwaltschaft kein öffentliches Interesse beinhalten, bei vermeintlichen Hausfriedensbrüchen oder Bedrohung Schlichtungsversuche zu unternehmen.

„Ich bin bereits als Schöffin tätig und habe in der Zeitung gelesen, dass Schiedspersonen gesucht werden. Dies hat mein Interesse geweckt, so dass ich mich bei der Stadt Eschweiler beworben habe“, erklärt Katharina Erkens ihre Beweggründe, ihr neues Amt auszuüben.

Eine Schiedsperson muss mindestens das 30. Lebensjahr vollendet haben und darf nicht vom Recht ausgeschlossen sein, ein öffentliches Amt bekleiden zu dürfen. Ferner darf sie nicht unter Betreuung stehen und muss in ihrem Schiedsamtsbezirk wohnhaft sein.

Ein Höchstalter, das Amt auszuüben, gibt es nicht. Allerdings muss die erste Amtsperiode, die fünf Jahre andauert, vor Vollendung des 70. Lebensjahres angetreten worden sein. Interessenten bewerben sich bei der Stadt Eschweiler, die die Bewerbung an den Stadtrat weitergibt. Dessen Mitglieder entscheiden schließlich per Wahl.

Im Jahr 2015 wurden in Eschweiler und Stolberg insgesamt 19 Anträge auf eine Schlichtungsverhandlung gestellt. 14 Mal konnten die Streitfälle mit einem Vergleich beigelegt werden.

Hinzu kamen 48 sogenannte „Tür- und Angelfälle“, bei denen es zu keiner Verhandlung kommen musste.

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