Karnevalskomitee zieht zufriedenstellende Bilanz der Session

Von: Rudolf Müller
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Präsentieren das Motto der kommenden Session: Bürgermeister Rudi Bertram, Schatzmeister Christian Wolny, Prinzenführer Dieter Wolff, Komiteepräsident Norbert Weiland, seine beiden Vize Manfred Wienands und Walter Münchow sowie Zekretär Harald Ripp. Das Logo hat Thomas Weiland entworfen. Foto: Rudolf Müller
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Vermissen Akzeptanz durch Eschweilers KGs: Martina Schobben (rechts) und Tanja Mertens von der KG „De jecke Boure vam Patterehoff“. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. 49 Vorschläge waren es, über die die Jury Mitte Mai zu befinden hatte. Und trotz der großen Bandbreite an eingesandten Ideen fiel der Findungskommission um das Geschäftsführende Karnevalskomitee und Bürgermeister Rudi Bertram die Wahl nicht schwer. „Eischwiele Fastel-ovend – grenzenlos jeck“ lautet das Motto für die kommende Session, das in der Expertenrunde eine breite Mehrheit fand.

Am Mittwochabend verkündete Komiteepräsident Norbert Weiland den Mitgliedsvereinen in der jährlichen Komitee-Schlusssitzung das von Michael Streibel (Blaue Funken Artillerie Weisweiler) eingesandte Motto, das auch bei den versammelten Jecken auf breiten Beifall stieß.

In der Beletage der Delio-Arena hatte zuvor Harald Ripp eine Premiere absolviert: Zum ersten Mal hatte Ripp, der im vergangenen Herbst die Nachfolge des plötzlich zurückgetretenen Komitee-Zekretärs Michael Römer angetreten hatte, den Jahresbericht über das zurückliegende Jahr gehalten. Rund 45 Minuten lang ließ Ripp die Ereignisse der vergangenen Session Revue passieren und rief dabei so manche Anekdötchen und Ameröllchen in Erinnerung.

Von der Berufung des Komitee-Schatzmeisters Christian Wolny in den Vorstand des Bundes Deutscher Karneval und der einstimmigen Wahl Ralf Hesselmanns zum Prinzen für die Session 2016/17 über Meere von Äezezupp, eine grandiose Proklamation und eine Prinzen-CD-Vorstellung in der Sparkasse, bei der der Tuppstock von Zerm Georg einen Alarm und der wiederum einen Polizeieinsatz auslöste... Weiter ging die närrische Erinnerungsreise mit einem Rückblick auf die in der Tradition des Pflegefestivals stehende private Veranstaltung „Jeder Jeck ist anders“, die im Vorfeld nicht unumstritten war, weil sie als Konkurrenz zu den KG-Sitzungen betrachtet wurde.

Jetzt konnte Norbert Weiland immerhin mitteilen, dass die Veranstaltung den Eschweiler Gesellschaften keinen Abbruch getan und dem Komitee eine Spende von 11.111 Euro eingebracht habe. Weiberfastnacht, Kinderzug in Ost, Jecke-Tön-Festival, Besuche in der „wunderschönen Nachbarstadt St. Olberg“, Feuerwehrempfang, Rathausstürmung, Rosenmontagszug – und schließlich das Ende der Session mit der Verbrennung des Äezebärs in Weisweiler, gefolgt von der närrischen Pilgerfahrt von weit über hundert Karnevalisten nach Wattrelos: Harald Ripp machte in seinem Bericht noch einmal deutlich, dass die zurückliegende Session eine überaus famose war.

Weniger glorreich war das, was Schatzmeister Christian Wolny kundzutun hatte: Zwar verfügt das Komitee noch über einen stattlichen Kassenbestand, doch stehen noch einige größere Rechnungen, zum Beispiel für Versicherungen, aus. „Wir sind auf die Spenden, die uns bislang regelmäßig erreichen, zwingend angewiesen“, so Wolny. Insbesondere angesichts steigender Kosten. So verteuere sich der Rosenmontagszug allein durch Mehraufwendungen für Sicherheit, Sanitätsdienste und Mobiltoiletten um runde 4000 Euro. Noch allerdings, so Wolny, sei die Lage nicht dramatisch: „Wir sind für das kommende Jahr gut gerüstet.“

Nicht nur die Vertreter der 22 komiteeangehörigen Karnevalsgesellschaften verfolgten die Ausführungen der Komiteemitglieder, auch Bürgermeister Rudi Bertram, Vertreter von der Ratsfraktionen von SPD und CDU und anderer närrischer Organisationen waren zur Schlusssitzung gekommen. Rolf Hohn, Präsidiumsmitglied im Bund deutscher Karneval, der im vergangenen Jahr noch Eschweiler für seinen „Fastelovend mit Herz und Verstand“ gelobt hatte, musste zwar diesmal aus gesundheitlichen Gründen absagen.

Gekommen war neben einigen anderen regionalen Narrenfunktionären allerdings Reiner Spiertz, seit 22 Jahren Präsident des 160 Mitgliedsvereine umfassenden Verbandes der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise (VKAG), der sein Amt nun Hans-Josef Bülles übergibt. Norbert Weiland dankte ihm für „die hervorragende Zusammenarbeit und all die schönen Stunden“ mit dem Freundschaftsorden des Komitees. Spiertz gab den Dank gerne zurück: „Ich habe mich hier immer sauwohl gefühlt!“ Dank sagte Norbert Weiland auch seinen Mitstreitern im Komitee.

„Ohne das äußerst freundschaftliche Miteinander in unserer Runde wären ich gar nichts!“ Sein Dank galt auch allen KGs, „die mit vereinten Kräften die große Maschinerie Eischwiele Karneval antreiben und am Laufen halten!“ Ehrenratsvorsitzender Dr. Heinz Jansen übernahm es, Norbert Weiland zu danken. Er habe der Eischwiele Fastelovend weit über die Stadtgrenzen hinaus einen hervorragenden Ruf verschafft. Nicht fehlen durfte in der Reihe der Dank Sagenden Ralf Hesselmann, bis vor drei Monaten noch Prinz Ralf II. Er bedankte sich auch im Namen seines Zeremonienmeisters Georg Auzinger bei allen Eschweiler Karnevalisten für eine tolle Session: „Wir haben viel erwartet – es ist um Welten übertroffen worden!“

In den überschäumenden Becher allgemeiner Freude mische sich schließlich doch noch ein Wermutstropfen. Die KG „Jecke Boure vam Patterehoff“, über deren Aufnahme ins Komitee an diesem Abend abgestimmt werden sollte, zog ihren Antrag überraschend zurück. Und dies, obschon sie nach Feststellung des Komitees die satzungsgemäßen Bedingungen für die Aufnahme erfüllt: Sie wurde vor sechs Jahren gegründet und nimmt seit drei Jahren unter Patenschaft der Röthgener Garde aktiv am Karnevalsgeschehen teil.

Vorstandsmitglied Tanja Mertens begründete den Rückzug vor der Versammlung: Ihr sei signalisiert worden, dass ihr Aufnahmeantrag wohl nicht positiv beschieden werden würde, da die KG zu unbekannt sei und keinerlei Versuche gemacht habe, Kontakte zu anderen Gesellschaften zu knüpfen. Ein Vorwurf, den Mertens zurückwies: Seit Jahren lade der Verein alle Eschweiler KG zu Biwaks und Sommerfesten ein, aber bisher habe es lediglich von zwei KGs überhaupt Rückmeldungen gegeben.

„De jecke Boure“ um Präsidentin Monika Schobben seien daran interessiert mit allen KGs ein gutes Verhältnis aufzubauen und gut zusammenzuarbeiten. Da dies bislang nicht erreicht sei, ziehe man den Aufnahmeantrag für dieses Jahr zurück. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Komiteepräsident Norbert Weilands Appell an die 22 KGs: „Geht auf die Jecke Boure zu! Et es jarnet schwoar, zesamme e bessje ze mule un zesamme ze fiere!“

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