Karnevalsgefühle mitten im Frühling

Von: Volker Rüttgers
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Hier fühlt er sich am wohlsten: Willi Herren verbrachte seinen Auftritt bei der 1. Kölschen Mainacht mitten unter seinen Fans, die ihn dafür von der ersten Sekunde an feierten. Foto: Volker Rüttgers

Eschweiler. Wenn die Indestadt in den Mai tanzt, dann kann der Karneval nicht weit weg sein. Am Dienstagabend schlug das kölsche Fastelovends-Hätz mitten in Röhe, wo Willi Herren, Marita Köllner, die Indesingers und „De Boore“ die Mehrzweckhalle zum Beben brachten.

„Wir wollten das Phänomen Willi Herren einfach einmal live erleben“, so wie den beiden Herren, die am späten Dienstagabend zufrieden die Mehrzweckhalle in Röhe verließen, um in der Stadt noch weiter zu feiern, wird es vielen Besuchern der ausverkauften 1. Kölschen Mainacht des Maiclubs Röhe gegangen sein.

Willi Herren, der nach zahllosen Exzessen den Weg zurück auf die Bühne gefunden hat, ist in vielerlei Hinsicht ein „Phänomen“. Ohne zu zögern entert die kölsche Stimmungskanone die Röher Halle, schnappt sich die Mütze eines Spielmanns des Trommler- und Pfeiferkorps Eschweiler-Röhe und positioniert sich mitten unter seinen Fans, die Sekunden später mit ihm „Ich war noch niemals in New York“ singen.

Würde Herren Kilometergeld für seine Auftritte erhalten, dann könnte er seine Gage an solch einem Abend schnell in die Höhe treiben, denn länger als einen Wimpernschlag hält es das Energiebündel nicht an einem Fleck, geschweige denn auf der Bühne. Mit „Das Lied der Schlümpfe“ und „1000 und eine Nacht“ funktioniert sein Konzept, altbekannte Gassenhauer zu Stimmungskrachern umzuwandeln, auch am Dienstag wunderbar.

Gute Vorarbeit für „Et fussich Julche“ alias Marita Köllner, die nach Herren auf die Bühne kam. Schunkeln war angesagt, als die Köl(l)nerin „Denn mir sin kölsche Mädcher“ mit dem gesamten Saal anstimmte und ihrer Heimatstadt „Colonia amore mio“ hauchte.

„Können diese Augen lügen?“, Marita Köllner bevorzugt die Nähe zu ihrem Publikum, ignoriert den Hinweis des Maiclub-Vorsitzenden Daniel Asara, nicht auf die Tische zu klettern, und steht während ihres gesamten Auftritts auf solch einem im Saal.

Erst die Indesingers nehmen die gesamte Bühne bei ihrem „Heimspiel“ in Anspruch. „Wir könnten dat Leed ja uch ens met Maikönig singen“, war die spontane Überlegung der Eschweiler Mundartband, als sie ihren „Schützenkönig“ zu Gehör brachten. Darüber würde sich das frisch gekrönte Maikönigspaar Vanessa Jungbluth und Adrian Pielenga natürlich sehr freuen, aber auch so reihte sich der Auftritt der „Indesingers“ nahtlos in die hervorragende Stimmung des Abends ein. Highlight war hierbei sicherlich das „kölsche Medley“ mit Karnevals-Evergreens, die in der Indestadt auch im Frühjahr bestens ankommen.

Das spürten auch „De Boore“. Zu später Stunde spannten sie noch einmal den Bogen von Köln nach Mallorca und fassten mit ihrem Hit „So ein Tag so schön wie heute“ die 1. Kölsche Mainacht treffend zusammen.

„Danze dun ich nur mit dir“, war dabei allerdings nur ein gut gemeinter Rat der Band in Lederhosen, denn der traditionelle Tanz in den Mai war dieses Mal in Röhe mehr eine Party in den Mai, bei der weniger getanzt, sondern mehr geklatscht, geschunkelt und gesungen wurde.

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