Eschweiler - Karneval ist Naomi nicht mehr fremd

Karneval ist Naomi nicht mehr fremd

Von: mic
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Feierten gemeinsam ein Fest: die Bürger, die einen deutschen Pass erhielten, Integrationsbeauftragter Jürgen Rombach (links) und Bürgermeister Rudi Bertram (rechts). Foto: Michael Cremer

Eschweiler. Es war als Feier angekündigt und es wurde in der Tat ein fröhliches Fest. Von Dezember 2008 bis Mitte November 2009 haben 63 Mitbürger aus 19 verschiedenen Nationen die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen. Gut die Hälfte von ihnen war am Freitag in den Ratssaal gekommen, um mit vielen weiteren Gästen ihre Einbürgerung zu feiern.

Die komplette Verwaltungsspitze war anwesend, etliche weitere Mitarbeiter aus dem Rathaus, viele Politiker und natürlich die Hauptpersonen der Feier. Es war nicht zuletzt der Integrationsbeauftragte Jürgen Rombach, der mit seiner charmanten und humorvollen Moderation dafür sorgte, dass der Abend zu einem fröhlichen und lockeren Fest geriet, bei dem nie Langeweile aufkam.

Selbst dem Nachwuchs der neu-deutschen Familien schien der Abend zu gefallen, denn während der eineinhalb Stunden des „offiziellen” Teils - für Kinder eine lange Zeit - gab es kaum einmal Gequengel.

In seiner Ansprache, bei der Rudi Bertram neben vielen anderen auch den Vorsitzenden des Integrationsrates, Ilker Zaman, begrüßte, lobte der Bürgermeister die Arbeit Jürgen Rombachs und seiner Kolleginnen der Abteilung für Integrationsangelegenheiten - hier vor allem auch Sigrid Harzheim. Bertram dankte den neuen deutschen Staatsbürgern für ihren Schritt.

„Ich weiß, dass das nicht immer einfach ist. Herzlich willkommen in unserer Gemeinschaft!” Genauso willkommen seien aber auch all jene, die ihre Staatsangehörigkeit nicht aufgeben und sich voll integrieren. Ilker Zaman lobte die Integrationsarbeit in Eschweiler als vorbildlich und forderte die neuen Staatsbürger auf, in Politik und Gesellschaft aktiver zu werden.

Besonders angetan waren die Gäste von einem Interview, das Jürgen Rombach mit Ngombo Maria Bernardo -kurz: Naomi -ÊMutu führte. Im Alter von sechs Jahren war sie mit ihrer Familie aus Angola nach Deutschland gekommen. Zu Beginn des Interviews war ihr die Aufregung sichtlich anzumerken, denn vor so vielen Leuten zu reden, ist schließlich nicht leicht. Die heute 17-Jährige ist Schülerin des Berufskollegs und verriet den Gästen im Saal, dass sie Hotelfachfrau werden möchte.

„Stimmen denn die Schulleistungen?” „Ja natürlich!” Und wie waren die ersten Jahre hier? „Anfangs konnte ich die anderen nicht verstehen”, antwortete Naomi. Ich wusste gar nicht, was die wollten.” Sie habe aber schnell Freunde gefunden und ebenso schnell die Sprache gelernt, was sie an diesem Abend eindrucksvoll belegte. Warum sie sich für die deutsche Staatsangehörigkeit entschieden habe? „Ich wollte ein Zeichen setzen, dass ich in Deutschland leben will und Teil dieses Landes bin. In Eschweiler bin ich zuhause, hier ist meine Heimat.” Und was hält Naomi vom Karneval? „Karneval muss sein. Den feiern wir ganz groß, und meine kleinen Geschwister sind immer mit dabei.” Die Zuschauer dankten Naomi Mutu für ihren mutigen Auftritt mit viel Beifall.

Rudi Bertram und seine Stellvertreterin Helen Weidenhaupt hießen an diesem Abend alle neuen deutschen Staatsbürger willkommen und schüttelten jedem die Hand. Jürgen Rombach rief die Eingebürgerten dazu namentlich und in alphabetischer Reihenfolge ihres Herkunftslandes auf: von A wie Afghanistan bis T wie Togo.

Applaus erntete auch die vierköpfige A-capella-Formation „Lovely Mister Singing Club” aus Aachen. Mit ihrem musikalisch überzeugenden und teils urkomischen Auftritt sangen sie sich in die Herzen der Zuhörer und brachten sie ein ums andre Mal zum Mitmachen.
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