Karneval im Sommer? In Eischwiele nicht!

Von: Sonja Essers
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Das Motto für die Session 2015/2016 steht fest: Träck met Hand in Hand durchs Indeland heißt es im kommenden Jahr. Bekannt gegeben wurde dieses auf der Jahresschlusssitzung des Karnevals-Komitees der Stadt Eschweiler, die am Donnerstag im Talbahnhof stattfand. Foto: Sonja Essers

Eschweiler. Prunksitzungen finden im Sommer statt, Büttenredner und Karnevalsklassiker werden durch Comedians und Ballermann-Hits ersetzt: Glaubt man Volker Wagner, Präsident des Bundes Deutscher Karneval, ist dies mittlerweile in vielen Städten Alltag geworden.

Seinen Ärger und seine Sorgen über diese Entwicklung teilte er am Donnerstagabend auf der Jahresabschlusssitzung des Karnevalskomitees der Stadt Eschweiler mit. „Wenn Karneval das ganze Jahr herrscht, dann werden wir ein Beliebigkeitsfest haben. Das, was wir machen, wird dann irgendwann nur noch ein Abfallprodukt sein“, warnte er die Vertreter der Eschweiler Karnevalsgesellschaften. Doch warum machte Wagner seinem Ärger darüber ausgerechnet in der Indestadt Luft? Ist es hier etwa genauso? Nein, ganz im Gegenteil, lautete die klare Antwort des BDK-Präsidenten. „Hier würde man eine solche Einstellung nicht dulden, und dafür bin ich dankbar.“

Viel Beifall erhielt Wagner nicht nur von den Vertretern der 22 Eschweiler KGs. Auch das Komitee stimmte seinen Ausführungen voll und ganz zu. „Ich verspreche, dass das nicht passieren wird“, stellte Komitee-Präsident Norbert Weiland klar. Erst wenige Minuten zuvor waren Weiland, seine Vizepräsidenten Manfred Wienands und Walter Münchow, Zekretär Michael Römer, Schatzmeister Christian Wolny und Prinzenführer Dieter Wolf in ihren Ämtern bestätigt und für weitere drei Jahre gewählt worden.

Doch nicht nur die Neuwahlen standen an diesem Abend auf dem Programm. Zekretär Michael Römer ließ in seinem Jahresbericht, der den Zeitraum Juni 2014 bis Ende Mai 2015 umfasste, noch einmal die zahlreichen karnevalistischen Aktivitäten Revue passieren.

So ging Römer nicht nur auf die Wahl, Kürung und Proklamation von Thomas und Harald Weiland ein, die in diesem Jahr mit ihrem Motto „Mer sin en Famillich“ als Prinzengespann durch die Säle der Indestadt zogen. Auch die Sessionseröffnungen, Sitzungen, Bälle und der Straßenkarneval der Eschweiler KGs kamen in seinem Bericht nicht zu kurz.

Beim Rosenmontagszug standen in diesem Jahr 160.000 Narren am Wegesrand. Dabei kam es zu 16 Rettungseinsätzen. Im Jahr zuvor waren es 14 Einsätze, teilte Römer mit, der nicht an Dankesworten für die zahlreichen Einsatzhelfer sparte.

Außerdem feierten wieder einige Gesellschaften Jubiläen. Die KG Eefelkank Hastenrath wurde 7x11 Jahre alt, das Trompeterkorps der KG besteht bereits seit 55 Jahren. Die Röthgener Garde feierte ihr 22-jähriges Bestehen, die KG Fidele Trammebülle zelebrierte ihren 66. Geburtstag. Die KG Onjekauchde aus Röhe kann mittlerweile sogar auf 88 Jahre zurückblicken.

Zum Abschluss seines Jahresberichts dankte Römer, der die Anwesenden mit dem einen oder anderen Blick hinter die Kulissen des Komitees zum Lachen brachte, Thomas und Harald Weiland nicht nur für ihr Engagement in der zurückliegenden Session, sondern hatte für die beiden Karnevalisten auch noch einen guten Tipp parat. „Nehmt die schönen Eindrücke mit. Die kann euch nämlich keiner mehr nehmen. Ihr habt die Eischwiele Fastelovend in diesem Jahr würdig und eindrucksvoll vertreten“, fasste des Zekretär zusammen.

Römer ging in seinem Bericht jedoch nicht nur auf die positiven Seiten ein. „Die Palette der Aufgaben wird immer mannigfaltiger“, sagte er und verwies damit auf die Organisation des Rosenmontagszuge, der immerhin der drittgrößte in ganz Deutschland ist, sowie des Umzugs am Karnevalssamstag. Um einen einwandfreien Ablauf zu gewährleisten, gehen die Mitglieder des Komitees sowie die zuständigen Einsatzhelfer und die Verwaltung jedes Detail in der Zugbesprechung durch.

Dass auch im kommenden Jahr sowohl auf die Eschweiler KGs, als auch auf das Komitee wieder neue Aufgaben zukommen, bestätigte Schatzmeister Christian Wolny. Nicht nur mit einem Anstieg der Gema-Gebühren müsse man im kommenden Jahr rechnen. Auch die Miete für Kommunikationsgeräte, die während des Rosenmontagszuges unerlässlich seien, lasse die Kosten steigen. Aus diesem Grund will das Komitee auch im kommenden Jahr für jeden Zugteilnehmer (Kinder, Jugendliche und Musiker ausgeschlossen) eine Gebühr in Höhe von einem Euro erheben. Nur auf diese Weise könne man die Großveranstaltung finanzieren, so Wolny.

Vor der Neuwahl des geschäftsführenden Komitees ergriff Komitee-Präsident Norbert Weiland noch einmal das Wort und sagte Danke. Er dankte nicht nur seinen Mitstreitern, sondern auch Bürgermeister Rudi Bertram, der an diesem Abend nicht anwesend sein konnte, sowie dem Rat und der Verwaltung der Stadt. „Sie haben immer ein offenes Ohr für unsere Wünsche und Probleme.“

Natürlich richtete sich sein Dank auch an die Eschweiler KGs und deren Mitglieder. Dabei verglich Weiland die Eischwiele Fastelovend mit einem Motor, der nur durch das Zusammenspiel von vielen kleinen Rädchen angetrieben werden kann. Nach der Wahl, die von Ehrenrats-Mitglied „Männ“ Dohmen moderiert wurde, meinte Weiland: „Ich verspreche, dass wir unsere Kraft und unser Tun und Wirken für os Eischwiele Fastelovend zum Einsatz bringen.“

Auch der Ehrenrat mit seinen Mitgliedern „Männ“ Dohmen, Dr. Heinz Jansen, Raimund Kamps, Jürgen Heep und Karl Velden wurde an diesem Abend bestätigt. Als Kassenprüfer fungieren Thomas Weiland (Lustige Reserve) und Hubert Deutz (Rote Funken Eschweiler). Ersatzmann ist Frank Neuss (Nothberger Burgwache).

Natürlich durfte auch ein Grußwort von Ex-Prinz Thomas Weiland nicht fehlen. „Was wir erleben durften, war unbeschreiblich“, blickte Weiland auf die vergangenen Session zurück und kam zu dem Schluss, dass man diese nur mit zwei Worten beschreiben könne: „Eischwiele Fastelovend“.

Nach einer kleinen Stärkung blickten die Anwesenden bereits auf die kommende Session. In diesem Jahr konnten die Indestädter erstmalig das Motto für die Session 2015/2016 selbst bestimmen. 93 Vorschläge gingen nach Karneval ein. Im April setzte sich eine Jury, zu der unter anderem die Mitglieder des Karnevals-Komitees, Bürgermeister Rudi Bertram, Johannes Gastreich (Raiffeisen-Bank), Klaus Wohnaut (Sparkasse) sowie Kulturmanager Max Krieger und Logo-Gestalter Thomas Weiland gehörten, zusammen und entschied sich für einen Vorschlag. Die Entscheidung fiel auf: „Träck met Hand in Hand durchs Indeland“. Eingereicht wurde er von Steffi Kämmerling.

Weiland verwies auch auf das Eschweiler Music Festival, das im kommenden Monat stattfindet, und bat die Mitglieder der KGs darum, beim Verkauf der Sticker zu helfen. Schließlich komme der Erlös der Großveranstaltung in jedem Jahr den kulturtreibenden Vereinen in der Indestadt zu Gute.

Auch in der kommenden Session feiern wieder zahlreiche KGs ein Jubiläum. Darunter auch die KG Narrenzunft Pumpe-Stich, die Grünen Funken, Klee Oepe Jonge, Ulk Oberröthgen sowie die Blaue-Funken-Artillerie Eschweiler. Nach rund zwei Stunden beendete Komiteepräsident Norbert Weiland am Donnerstagabend die Schlusssitzung im Kulturzentrum Talbahnhof. Natürlich durfte ein dreifaches „Eischwiele Alaaf“ nicht fehlen. Wichtiger war jedoch folgende Erkenntnis: „Wir können auf eine tolle Session mit vielen tollen Veranstaltungen zurückblicken.“

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