Kampf um die i-Dötze ist in vollem Gange

Von: Patrick Nowicki
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Schulfest in Röthgen: Mit zah
Schulfest in Röthgen: Mit zahlreichen Aktionen will die Grundschule dort ihr im Moment zu unrecht angekratztes Image aufpolieren. Foto: Theres Dickmeis

Eschweiler. Die Schullandschaft ist in Eschweiler mächtig in Bewegung. Nach der Zusammenlegung der beiden Hauptschulen geraten nun die Grundschulen immer mehr ins Blickfeld.

Landesweit jede achte Schule steht auf der Kippe, wie jetzt bekannt wurde. Trotz sinkender Schülerzahlen droht eine Schließung in Eschweiler derzeit noch nicht. „Dennoch macht uns Röthgen ein bisschen Sorge”, gesteht Schulamtsleiterin Petra Seeger.

Nach der Abschaffung der Schuleinzugsbezirke gehen die Zahlen der Karlschule in den Keller. Aktuell 17 Kinder sind für das kommende Schuljahr gemeldet. Dies ist auch die erforderliche Mindeststärke. Wird sie nämlich einen längeren Zeitraum lang unterschritten, dann droht das Ende. „Irgendwann würde dann das Schulamt der Städteregion an uns herantreten”, so Seeger. Dies wollen Schule und Stadt unbedingt vermeiden, schließlich setzt sich auch die Verwaltung für wohnortsnahe Schulen ein. Allerdings muss es noch finanziell darstellbar sein.

Die kommissarische Schulleiterin in Röthgen, Monika Empt, kann der Entwicklung sogar etwas Positives abgewinnen: „Geringe Klassenstärken geben auch die Möglichkeit zu einer besseren pädagogischen Betreuung. Ich würde mein Kind allein aus diesem Grund in Röthgen anmelden.” Das klingt optimistisch. Im Kollegium herrscht jedoch aktuell vor allem Hilflosigkeit, denn offensichtlich hat die Schule ein Imageproblem, wie auch eine Elternbefragung der ergab. Dabei ist sie keine sogenannte Brennpunktschule. Dies lässt sich objektiv an Zahlen nachweisen.

Was deutlich wird: Der Kampf um die Grundschüler hat begonnen, bevor die Geburtenzahlen noch mehr sinken. Dies unterstrich nochmals die Umfrage im Frühjahr, ob die Schuleinzugsbezirke wieder eingeführt werden sollen. Die Gewinner nach der Abschaffung stimmten natürlich dagegen, Schulen wie die in Röthgen dafür.

In Bohl wählt man nun einen anderen Weg: Die Grundschule plant, sich von der Konfession zu lösen, also zur Gemeinschaftsschule zu werden. Dann stünde sie, vorausgesetzt die Einzugsbezirke würden wieder eingeführt, lediglich in Konkurrenz zur Weisweiler Grundschule. Natürlich schränkt die Bezeichnung KGS auch die Gestaltung des Religionsunterrichts ein, steht das K doch für Katholisch. „Allerdings spielt die Konfession bei der Schulwahl eine zu vernachlässigende Rolle”, weiß Petra Seeger.

In Röthgen will man mit vielen Aktionen das schlechte Image aufpolieren und dem Trend mit verstärktem Engagement entgegentreten. Der Tag der offenen Tür, Informationsabende in den Kindertagesstätten und nicht zuletzt die Ausweitung der Mittagsbetreuung über 13 Uhr hinaus sollen Eltern davon überzeugen, ihr Kind in Röthgen anzumelden.

Dass sich die Entwicklung schnell umkehren kann, sieht man aktuell in Eschweiler-Ost. An der Eduard-Mörike-Schule liegen die Anmeldezahlen konstant bei etwa 60 Schülern pro Schuljahr. In vieler Hinsicht ist die Schule Leuchtturm und Vorreiter in der Stadt. So war sie die erste, die die geregelte Vormittagsbetreuung in Eschweiler einführte. Auch die Integrationsarbeit und die Einbindung im Stadtteil wird an vielen Stellen gelobt.

Auch wenn die Entwicklung in Röthgen einigen Sorgen bereitet - bis zur Schließung ist ein langer Weg. Sollten allerdings die Zahlen weiter sinken oder konstant unter 18 liegen, dann könnten Diskussionen ausbrechen. Die letztliche Entscheidung trifft allerdings der Eschweiler Stadtrat, der eine solche Debatte auf jeden Fall vermeiden will.

In den nächsten Jahren soll es wieder mehr Erstklässler geben

Die Röthgener Karlschule bestätigt die Prognosen im Schulentwicklungsplan, der im vergangenen Jahr aktualisiert worden war: 17 Erstklässler sind derzeit gemeldet, die Stadtverwaltung war sogar von nur 15 Anmeldungen für das Schuljahr augegangen.

Die aktuelle Statistik für die Eschweiler Grundschulen: Röhe 24, Bergrath 45, Bohl 49, Don-Bosco Stadtmitte 79, Dürwiß 54, Eduard-Mörike 56, Kinzweiler 26, EGS Stadtmitte 43, Weisweiler 27 und Stich 42.

Nach der Prognose des Schulamtes Eschweiler könnten die Grundschülerzahlen in den nächsten Jahres sogar leicht steigen. Von 526 Anmeldung im nächsten Schuljahr soll die Zahl auf 542 Erstklässler im Schuljahr 2014/2015 wachsen. Als Grundlage für den Schulentwicklungsplan werden immer die Geburtenzahlen herangezogen.

Die Zahl der Klassen orientiert sich an dem sogenannten Klassenrichtwert, der bei 24 Schülern pro Klasse liegt. In manchen Grundschulen wurde dieser Quotient sogar überstiegen, es wurde also weniger Klassen gebildet, als aufgrund des Richtwertes möglich gewesen wäre. Zum Beispiel an der Don-Bosco-Schule.

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