Eschweiler - Kammerchor Cantabile: Konzert in der Pfarrkirche St. Peter und Paul

Kammerchor Cantabile: Konzert in der Pfarrkirche St. Peter und Paul

Von: ran
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Ein feines Dutzend: Die zwölf Sängerinnen und Sänger des Kammerchors Cantabile bereiteten den Zuhörern unter der Leitung von Gregor Josephs in der gut besuchten Pfarrkirche St. Peter und Paul während ihres Konzerts eine wohltuend ruhige (gute) Stunde im Advent. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Sie agieren im besten Sinne unspektakulär. Ihr Gesang ist klar, akzentuiert, fein und auf den Punkt gebracht. Mit diesen musikalischen Tugenden gelang es den Sängerinnen und Sängern des Kammerchors Cantabile unter der Leitung von Gregor Josephs einmal mehr, am späten Sonntagnachmittag zahlreiche Musik- und Gesangsliebhaber in die Pfarrkirche St. Peter und Paul zu locken und ihnen mit einem feinfühlig ausgewählten Programm eine gute Stunde Advent in die Herzen zu legen.

„Wir möchten ihnen ruhige, entspannte und hoffentlich auch entspannende Musik präsentieren. Zum Teil ‚kleine‘ Krippenlieder, in denen der zarte und verletzliche Jesus besungen wird, die aber genau wie das neugeborene Kind ungeheure Kraft entwickeln“, begrüßte Sänger Peter Adrian das Publikum, bevor das Konzert mit den von Johann Sebastian Bach arrangierten, im Ursprung aber wesentlich älteren Liedern „Ich steh an deiner Krippen hier“ und „O Jesulein zart“ begann.

Dem traditionellen Weihnachtslied „Still, Still, Still“ aus dem Salzburger Land ließ das Cantabile-Ensemble zwei Advents-Motetten Gabriel Rheinbergers sowie Choräle aus Bachs Weihnachtsoratorium folgen. Letzteres wird am kommenden Samstag in Gänze von der Städtischen Musikgesellschaft, letztmals unter dem Dirigat von Horst Berretz, an gleicher Stelle dargeboten. „Ich hoffe, wir sehen uns dann alle hier wieder“, blickte auch Peter Adrian diesem Ereignis entgegen.

Doch zunächst stellten die Chorsänger von Cantabile ihre stimmliche Qualität mit den Liedern „Die Nacht ist vorgedrungen“ und „Es ist für uns eine Zeit angekommen“ eindrucksvoll unter Beweis. Neben wunderschönen Melodien standen in der Schlussphase des Konzerts dann eher textorientierte Darbietungen im Blickpunkt.

So brachten die jeweils sechs Sängerinnen und Sänger das von Dietrich Bonhoeffer verfasste Gedicht „Von guten Mächten treu und still ergeben“, das der Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus in Erwartung seiner baldigen Hinrichtung im Dezember 1944 in Gestapo-Haft schrieb, in einer Vertonung von Otto Abel dar.

Kraftvoll und „textlich für den Hörer vielleicht verstörend“ interpretierte der Chor schließlich die Komposition „This little babe“ von Benjamin Britten, dessen Text 1595 von einem Jesuitenpater in England zu Papier gebracht wurde.

„Einer Zeit, in der es für einen Katholiken in England lebensgefährlich war“, erklärte Peter Adrian die Zeilen, in denen „das Zittern des Jesuskindes die Hölle erschüttert, die Krippe ein Feldlager darstellt und die Hirten die Armee des Jesuskindes bilden, das selbst durch seine Tränen kämpft“. Somit laute die zentrale Aussage: „Das Baby schützt uns.“

Dankbarer und langanhaltender Applaus belohnte zu Recht die Chorsänger, die sich mit zwei Zugaben revanchierten: Nach der Präsentation eines schwedischen Weihnachtsliedes entließ Cantabile die Konzertgäste mit dem zu Herzen gehenden „O du stille Zeit“ in den herangebrochenen Adventsabend.

Großartige Kontrapunkte setzte während des Konzerts Gastmusiker Aaron Fehr, der an der Trompete mit „Prayer of St. Gregory“ unter anderem ein musikalisches Gebet des Komponisten Alan Hovhaness gen Himmel schickte.

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