Kalte Umschläge für überhitzte Vierbeiner

Von: Anja Klingbeil
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Ab ins kühle Nass: Diese Abkühlung wünschen sich sicherlich nicht nur Vierbeiner. Foto: imago/blickwinkel

Eschweiler. Den Zweibeinern läuft schon seit Wochen der Schweiß in Strömen am Körper runter. Selbst in der Nacht ist schwitzen angesagt. Doch was machen eigentlich die Vierbeiner bei diesen tropischen Temperaturen. Schwitzen die etwa auch?

„Ja”, sagt Dr. Nadine Schmitz. „Hunde schwitzen nämlich über ihre Pfoten und durchs Hecheln.” Und bei solchen Temperaturen wie im Moment ist die Überhitzungsgefahr für Bello besonders groß. Auf keinen Fall in der Mittagshitze spazieren gehen, rät die Expertin. „Am besten geht man morgens und abends mit dem Hund raus. Wobei es am frühen Morgen wirklich am kühlsten ist”, erklärt Nadine Schmitz.

Absolutes Tabu: Den Hund mal eben kurz im Auto lassen. Denn das „mal eben kurz” kann sehr schnell tödlich enden, wie auch bei Kleinkindern. Steht der Wagen in der prallen Sonne, hitzt er sich innerhalb weniger Minuten auf wie ein Backofen. Die Tiere haben keine Chance. „Wenn man die Hunde dann findet, ist es oft der Fall, dass sie ihren Kopf auf dem Boden unter dem Sitz haben, weil es dort noch am kühlsten war.”

Großen, schweren Hunden macht die Bruthitze besonders zu schaffen. Und hat der Hund viele Stellen, an denen es kein Fell gibt oder an denen die Pigmente fehlen, kann auch Fiffi einen Sonnenbrand bekommen. Wer weiß, dass sein Hund anfällig ist, kann die entsprechenden Stellen mit Sonnencreme schützen, empfiehlt Schmitz.

Plötzliches Torkeln

Ist das Tier einmal überhitzt, hilft wie beim Menschen nur noch eins: abkühlen, so schnell wie möglich. Entweder mit einem nassen Handtuch im Nacken oder kaltes Wasser von den Pfoten angefangen und dann über den ganzen Körper geben. Zeigt der Hund Symptome eines Hitzschlags - plötzliches Torkeln und Umfallen - heißt es ab zum Tierarzt. „Wenn die Temperatur des Hundes auf 43 Grad steigt, ist das tödlich, weil die Eiweiße denaturieren und ausflocken”, sagt Nadine Schmitz. Wer also mit seinem Vierbeiner bei diesem Wetter dennoch auf den Hundeplatz geht, kann vorbeugen, indem er das Fell nass macht, um das Tier zu kühlen.

„Katzen sind in dieser Hinsicht oftmals etwas schlauer als Hunde und legen sich nicht in die pralle Sonne”, sagt Tierärztin Dr. Cornelia Moreau. Sollte die Mieze allerdings doch mal zu viel Sonne getankt haben, gilt bei ihr das gleiche Prinzip wie beim Hund: kaltes Wasser beziehungsweise kalte Umschläge helfen.

Besonders Acht geben sollten Besitzer von Kleintieren und Nagern. Der Vogelkäfig gehört nicht in die pralle Sonne, auch wenn Wellensittiche oder Kanarienvögel vielleicht höhere Temperaturen gewohnt sind. „Ideal ist es, wenn die Unterkunft sowohl Sonne als auch Schatten bietet”, sagt Nadine Schmitz. Das gelte auch für Nager.

Abkühlung für die kleinen Tiere schafft ein nasses Handtuch über dem Käfig. „Natürlich sollte man aber nicht den kompletten Käfig abdecken”, rät Nadine Schmitz. Wenn sich Herrchen und Frauchen an diese Tipps halten, kommen auch die Vierbeiner gut durch den Sommer.
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