Kabarettisten wetteifern um den Preis „Eschweiler Lok”

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Nimmt sein Publikum mit in die
Nimmt sein Publikum mit in die skurrile Welt seines Bestattungsinstituts: Volker Weininger.

Eschweiler. Am Freitag, 14. Oktober, findet um 20 Uhr zum 4. Mal im Talbahnhof Eschweiler ein Förderwettbewerb für Nachwuchs der Sparte Kabarett statt. Eine fachkundige Jury hat unter den Bewerbern vier geeignete Kandidaten ausgesucht, die sich am Abend mit einem je 20-minütigen Auszug aus ihrem Programm darstellen sollen.

Der aus dieser Gruppe gewählte Sieger der Veranstaltung erhält den Geldpreis von 500 Euro. Der Veranstalter ist der Kleinkunstförderverein Talbahnhof Eschweiler e.V., unterstützt von der Sparkasse Aachen.

In seinem Debütprogramm (Regie: Ralf Lohr) nimmt Volker Weininger als Bestatter die Zuschauer mit in die skurrile Welt innerhalb und außerhalb seines kleinen sympathischen Bestattungsinstituts. Und das liegt auch noch direkt gegenüber vom Altenheim. Mit anderen Worten: Top Location! Und schon wird klar: Weininger nähert sich der Materie völlig unbefangen. Als Bestatter mit Leib und Seele geht er mit der Zeit und hofft, dass auch Sie mit der Zeit gehen, denn davon lebt er schließlich.

Aber auch in der schwarzen Branche ist das Geschäft kein Selbstläufer, bleibt Laufkundschaft doch eher die Ausnahme. Und so muss der moderne Funeral Master von heute schauen, wie er die Kunden an sich binden kann - da ist Kreativität gefragt. Und kreativ ist Weininger - in jeder Hinsicht. Auch wenn es darum geht, wie er sich die Welt zurecht legt. Harmlos, fast naiv plaudert er auf sein Publikum ein und entlarvt dabei ohne es zu wollen gängige Klischees des typischen Kleinbürgers.

Das gilt übrigens auch für die anderen Mieter in Weiningers Haus: Wenn der sturzbetrunkene Sitzungspräsident die Jugend zum freiwilligen asozialen Jahr in den Verein einlädt, der selbsternannte Marketingexperte erklärt, warum an Weinproben im Kindergarten kein Weg vorbeiführt oder der passionierte Arbeitslose seine Tricks fürs Vorstellungsgespräch verrät, dann wird eines klar: Weininger ist asozial auf höchstem Niveau - zum Vergnügen des Publikums! Und wer sagt schon, dass Lachen nicht auch mal weh tun darf?

Martin Zingsheim

Martin Zingsheim singt - und zwar über die eigenen Verhältnisse. Ein Mann sitzt am Klavier und spielt. Spielt mit seiner Meinung, bis politische Chansons aus dem doppelten Boden wachsen und absurde Liebeslieder angetrunken von den Bäumen fallen: „Witz schlägt unbemerkt in Wahrheit um in rockigen Chansons, die weit entfernt sind von der sozial-kritischen Massenware” (Mainzer Rheinzeitung).

Der „politisch völlig inkorrekte verbale Giftschrankakrobat” ist ein „Mann der Sprache” (Schwetzinger Zeitung) und verkörpert mit seinen erst 27 Jahren „so etwas wie die erneuerbare Energie auf Deutschlands Kleinkunstbühnen” (Kölner Stadtanzeiger).

Intensive Texte - fulminante Musik: Der Pianist des preisgekrönten Kleinkunst-ensembles Das Bundeskabarett ist ”ein Querdenker, der geschickt mit den Erwartungen des Publikums spielt und selbst vor kabarettistischen Tabus [?] nicht halt macht” (KStA).

Ständig aktualisierte Lieder fürs dritte Jahrtausend - ein kabarettistisches work in progress. Dem jungen Künstler gelingt musikalisches Kabarett der neuen Generation auch deshalb, weil er „mit leichter Hand Gegensätzliches vermengt” (KStA) und seine brilliant-verkopften Überleitungen mit der Leichtigkeit des Stand-Ups zu präsentieren weiß.

„Der Musiker und Komponist setzt musikalische Glanzlichter” (Elbe Jeetzel Zeitung) und „verquirlt heterogene Elemente zu einem scharfen Gebräu aus politischem Chanson, Balladen und Sprachkritik” (KStA). Worüber man nicht sprechen darf, davon muss man singen. Und Zingsheim hat es eilig: als Schubert so alt war wie er, hatte er noch vier gute Jahre: „Eine schwindelerregende, intellektuelle Achterbahnfahrt, die man so schnell nicht vergisst” (KStA).

Joachim Zawischa

Von seinen bisher acht Bühnenprogrammen ist „Vorn ist Hinten” das erste Kabarett-Programm, welches im Januar 2010 in Hamburg Premiere hatte. Seitdem macht er sich einen Namen in der deutschen Kabarett-Landschaft. Zawischa erhielt schon nach wenigen Wochen den Kabarettpreis „Goldener Rottweiler 2010” (Jurypreis) und aus den Händen von Entertainer Harald Schmidt den 2. Preis beim Niederrheinischen Kabarettpreis 2010 „Das schwarze Schaf”. Zawischa erhielt weiterhin beim „Amici Artium” den 3. Preis und stand im Finale beim „Hamburger Comedy-Pokal 2011”.

Als Textdichter und Songschreiber erhielt er bereits die „Goldene Hoyschrecke” (Jury- und Publikumspreis), den Förderpreis für Textdichter, den Brandenburger Kleinkunstpreis und ist Nachwuchspreisträger des BR und der Stadt Staffelstein.

Den Schalk im Nacken, die Sense auf der Zunge und Komik im Blut, Zawischa bügelt nichts glatt, auch wenn Faltenröcke out sind. Der Benzinpreis steigt und das Fernsehniveau sinkt. Es geht drunter und drüber, selbst die Alterspyramide steht Kopf.

„Vorn ist Hinten” - das ist das Motto eines Landes, in dem man Gummibärchen im Baumarkt kaufen kann und in dem zusammenwächst, was nicht zusammengehört: Kartoffeln und BASF!

Fährt der Zug in die falsche Richtung oder ist nur die Wagenreihenfolge geändert? Egal, irgendwie ist hinten immer vorn oder umgekehrt. Und es ist gut so, denn es soll ja so sein. Denn wenn keiner mehr weiß, wo hinten und vorn ist, fragt erst recht niemand mehr nach oben und unten.

Sein Fazit: Dieses Land braucht Kabarettisten! Und: Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein! Denn man muss kein Schornsteinfeger sein, um herauszufinden, dass das gemeinsame Haus Europa einen Dachschaden hat.

Mit pointierten Texten und Musik führt Zawischa durch ein Land voller Absurditäten. Vorbei an Sprechblasen abgetakelter Politiker bis hin zu Nordic-Walkern mit Navigationsgerät und dem samstäglichen Besuch eines schwedischen Möbelhauses.

Und wer es immer noch nichtwahrhaben will, sollte einige Runden im Kreisverkehr drehen. Spätestens dann merkt er: „Vorn ist Hinten”! Wenn Zawischa nicht auf der Bühne steht, arbeitet er als Schauspieler vor der Kamera. Und wen wundert es, dass er irgendwann einmal eine Diplom-Arbeit schrieb zu dem Thema: Witz - Lachen und Humor. Gut pointiertes Wortkabarett und Komik stehen sich bei ihm nicht im Wege, sondern bilden ein humorvolles Pärchen.

Hoppla - Das Duo

„Na, du bist ja eine Marke!” Dieser bekannte Ausspruch für Menschen mit besonderen Auffälligkeiten ist für Hoppla - das Duo der Ausgangspunkt für ein ganzes Kabarettprogramm. Denn in einer Welt, in der sich jeder mit jedem vernetzt, existiert nur, wer auffällt. Nicht der Mensch zählt, sondern das, was man über ihn erzählt. Doch wie fällt man auf, wenn man gar nichts Auffallendes hat?

Als Personality Marketing Berater weisen Neumann und Dannhauer den Weg und zeigen, wie man dort ankommt, wo man selbst nie hin wollte. Gecoacht wird dabei jeder, der als bloßer Mensch mit seinem eigenen Ich per Sie ist. Neumann und Dannhauer machen aus Menschen Marken und sorgen dafür, dass jeder seine persönliche Mitte findet, auch am Rand der Gesellschaft. „Aufrecht liegen”, lautet dabei das Motto. Denn wer überzeugend vorgibt, das Unmögliche zu können steht in der Gesellschaft besser da als die, die es tatsächlich können.

Als Berater beherrschen Neumann und Dannhauer alle Spielarten des Personality Marketing. Sie zeigen, wie wenig man braucht, um als Celebrity an jeder Party teilzunehmen, was man nicht wissen muss, um als gefragter Experte zu jedem Thema im Fernsehen aufzutreten und wie man selbst als Schwerverbrecher ein gefeierter Volksmusikstar wird. Ohne Rücksicht auf Persönlichkeit machen die beiden aus unscheinbar normalen Menschen scheinbar besondere Menschen.

Dabei geben sie jedem ihrer Klienten Ralph und Siegel darauf, dass man aus jedem Schrott Gold machen kann. So erhalten die Zuschauer nicht nur wertvolle Tipps für gekonntes Auffallen durch gezielte Merkwürdigkeiten im privaten Bereich. Darüber hinaus erarbeitet Hoppla- das Duo auch Image-Profile mit Alleinstellungsmerkmalen von Politikern, Managern oder Hartz IV-Empfängern.

In „Aufrecht liegen lernen” pendeln Neumann und Dannhauer gekonnt zwischen scharfer Polit-Satire und skurriler Alltagskomik. Verpackt in eine ganze Reihe schräger Typen entsteht eine vergnügliche Mischung - vielseitig, erfrischend und witzig. Dabei handelt Hoppla- Das Duo nach dem guten alten Motto für Berater: „Wers kann, lebt zufrieden, wers nicht kann, berät andere!”
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