Eschweiler - Kabarettisten mit „2000 Jahre Eifel“ im Talbahnhof

Kabarettisten mit „2000 Jahre Eifel“ im Talbahnhof

Von: Christoph Hahn
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Kongeniale Partner: Achim Konejung (links) und Hubert vom Venn stellt im Eschweiler Kulturzentrum Talbahnhof ihr aktuelles Programm „2000 Jahre Eifel“ vor. Foto: Christoph Hahn

Eschweiler. Sie sind so etwas wie die Spaßguerilleros unter den Heimatforschern, die beiden Kabarettisten Hubert vom Venn aus Roetgen und Achim Konejung aus Vettweiß-Müddersheim. Liebe zur Feinzeichnung skurriler Typen und Situation (dafür sorgt vor allem der Roetgener) verbinden sie mit Spielwitz und einer rasanten Musikalität, für die Konejung zuständig ist.

Mit seinem Programm „2000 Jahre Eifel – die Jubiläumsrevue“ gastierte das Duo jetzt im Eschweiler Kulturzentrum Talbahnhof. Seinen Reiz bezog das von zahlreichen aufmerksamen Zuhörern begleitete, rund 90 Minuten lange Programm aus dem Aufeinanderstoßen von großer und kleiner Welt. Aus seiner „Tonscheibe von Wirzenich“ (oder war es die von Rockeskyll?) buchstabierte der (selbstredend gut erfundene) Heimatforscher Heinz Hupperrath die ganze römische Geschichte – und blamierte sich mit seinem Dilettantismus bis auf die Knochen.

Auch der Lanrat, der gerne schwadroniert und doch kaum etwas versteht, gelang Hubert vom Venn zwerchfellerschütternd gut. Der Roetgener ist halt „der Mann, der Euch was erzählen kann“, als den ihn sein kongenialer Partner zu Beginn des Abends in einer Art von Western-Ballade besang.

„Es stimmt alles“, versicherte Hubert vom Venn im Gespräch. Zumindest aber wirkte alles gut bis sehr gut erfunden – zum Beispiel der etymologische Salto, mit dem er den Ortsnamen Simmerath aus dem „Simmserimmsimmsimm“ von „Als die Römer frech geworden“ herleitete.

Als es dann an die Typen ging, die in „2000 Jahre Eifel“ auftreten, bekamen vor allem die Mächtigen wie der depperte Landrat ihr Fett weg. Wenn es um die kleinen Leute wie „die Eifeler Frau“ ging, die im Supermarkt schmallippig ihren Mann schurigelte und an der Kasse ihr Portemonnaie angsterfüllt an die Brust presste, dann wurden diese Figuren aber nicht kleiner gemacht als sie es schon ohnehin waren. Unbeantwortet blieb jedoch die Frage: „Warum müssen Eifeler Kinder ausgerechnet Jessica und Cedric heißen?“

Alles konnten vom Venn und Konejung in der Eifel finden – die Heimat der Nibelungen etwa oder wichtige Lebensstationen im Leben von Elvis Presley. Da steckte viel gründliche Recherche und Liebe zum Detail drin, vor allem, wenn die Geschichte der Preußen in der Eifel rekonstruiert wurde – bis hin zum einstigen Bordell für Soldaten des Schießplatzes Elsenborn in Sourbrodt. Fast noch mehr Herz investierte Hubert vom Venn in das Vereinsmilieu – hier in einen Theaterverein, der das Repertoire modernisieren will.

Das heißt aber nicht, dass sein Duo-Partner Achim Konejung auf der Bühne des Talbahnhofs weniger Präsenz zeigte, denn musikalisch ist dieser Mann, den sein Mit-Akteur als „Satan an den Tasten“ vorstellte, eine absolute Wucht.

Egal ob Rock‘n‘Roll im Huey-D.-Lewis-Stil mit Füßen auf den Tasten, Boogie-Woogie oder andere Klänge: Konejung hat es drauf und konnte auf seinem Yamaha-Keyboard so ziemlich alles zaubern was er wollte. Satirische Feinkost war es allemal, was er da zu Gehör brachte – und sei es „bei uns im Swingerklub“. Denn Satire darf alles – im Talbahnhof und in der Eifel ganz bestimmt.

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