Eschweiler - Kabarettist Werner Schneyder macht einen Rundumschlag

Kabarettist Werner Schneyder macht einen Rundumschlag

Von: jw
Letzte Aktualisierung:
10860640.jpg
Werner Schneyder zeigte seinem Publikum Wahrheiten auf, an die man im Alltag nicht immer denkt. Foto: Jacqueline Winkler

Eschweiler. „Guten Abend meine Damen und Herren, ich sage Ihnen jetzt meine Meinungen. Ich habe nämlich sehr viele.“ So begrüßte Werner Schneyder sein Publikum. Mit dem Programm „Das ultimative Solo“ trat er jetzt im Talbahnhof auf. Ein politisches Kabarett voller Scharfsinn und Wahrheiten, die wohl sonst niemand so direkt ausspricht.

Von der Schuldenbremse ging es zum Bankencrash. Letzterem wollten die Politiker eigentlich mit einer Steuer vorbeugen, bis sie merkten, dass einige Geschäfte schwieriger wurden, wofür die Steuer aber eingeführt wurde. „Man kann sich nicht alles merken“, meinte Schneyder verständnisvoll. Schneyders Bankier versicherte, dass das Geld immer sicher ist. Die Frage sei aber, für wen das Geld sicher ist. „Finanzzuhälter“ spielen mit Geld, das sie nicht haben.

Werner Schneyder redete aber auch über das Wachstum, das immer mehr Arbeitsplätze koste. Schneyder präsentierte ein Beispiel: „Als ich ein kleiner Bub war, ging ich in eine Bar, in der ein Trio ein Gastspiel gab. Heute kommt nur noch einer und kann alles alleine. Er drückt auf einen Knopf und schon spielen Schlagzeug, Gitarre und Co. gleichzeitig. So sind die Kosten des Trios gespart und die des Musiklehrers. Die Computer verdienen Geld.“

Wachstum war ein großes und wichtiges Thema für den Kabarettisten an diesem Abend. Er sprach von der Wachstumsbeschleunigung. In der Landwirtschaft ist das beispielsweise die Überdüngung. Oder die Japaner seien ein gutes Beispiel für Wachstum, heutzutage sind sie eher ein „strahlendes Wachstum“. Das Wachstum bezeichnet er als Suchtkrankheit, alles wächst immer weiter und weiter und hört nicht mehr auf.

Schneyder ließ sich über Manager aus, die eine eigene Sprache haben, über die Griechen, die EU, die immer mehr Staaten aufnimmt, ohne es sich leisten zu können, die Schweiz, die sich selbst vernichtet, er redete über Europa, das aus Staaten besteht, die sich etwas vorschreiben lassen, was sie nicht beschlossen haben und über Politiker, die nur die ernsten Aufgaben auf sich zukommen sehen, jedoch die anderen übersehen und eine Weitsicht bis zu ihrem Manuskript haben.

Zudem sind sie Krisenmanager, die anderen helfen in die Krise reinzukommen. Aber nicht nur über die Politiker witzelte er, sondern auch allgemein über alle Parteien. Er spricht über die „Nadelstreifensozialisten“, über Angela Merkel, Obama, über Kriege, sowie Waffen aber auch über den Frieden. Über Frauenemanzipation, Softpornos und Actionfilme, Straßenverkehr und der ökologischen Marktwirtschaft. Werner Schneyder schlüpft in verschiedene Rollen, reimt, schreit und zeigt dem Publikum Wahrheiten auf, an die man im Alltag nicht immer denkt. Er sagt das, was andere nicht wagen auszusprechen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert