Eschweiler - Kabarettist Konrad Beikircher entdeckt die Perlen der Mundart

Kabarettist Konrad Beikircher entdeckt die Perlen der Mundart

Von: af
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Brachte mit rheinischem Humor wieder den ganzen Saal zum Lachen: Konrad Beikircher im Eschweiler Kulturzentrum Talbahnhof. Foto: Anna Fitscher

Eschweiler. „Bin völlig meiner Meinung“ ist der Name des aktuellen Programms von Konrad Beikircher. Damit machte die rheinische Frohnatur Halt im Eschweiler Talbahnhof. Darin philosophiert der Kabarettist über rheinischen Glauben, die rheinische Sprache und Standing Ovations in einem Maastrichter Coffee-Shop.

In Eschweiler, da sei er immer gerne, sagte Beikircher schmunzelnd und lobte erst einmal den Humor der Indestädter. Generell seien die Eschweiler ja bekannt „als die größten Karnevalsjecken auf dieser Erde“, meinte Beikircher und erntete dafür schon einmal großen Jubel.

„Normalgläubige leben länger“

Mit einem Zwiegespräch zwischen den beiden Damen „Frau Walterscheid“ und „Frau Roleber“, die wohl allen Beikircher-Fans bekannt sind, gelang dem Kabarettisten ein wunderbarer Einstieg in seine Vorstellung. In dem Gespräch erklärte Frau Walterscheid Frau Roleber erst einmal, warum Protestanten, ganz im Gegensatz zu „Normalgläubigen“ früher sterben. Na, haben Sie eine Ahnung? Laut Frau Walterscheid liegt das vor allem daran, dass Protestanten auf die Beichte verzichten. Die müssten den ganzen Ballast mit sich herumschleppen. Die „Normalgläubigen“ hingegen können unter der Woche Gas geben, weil sie am Wochenende ja beichten können.

Den Dialog trug Beikircher in rasantem Tempo und mit gewohnt rheinischem Dialekt vor. Die rheinische Sprache, das ist wohl auch Beikirchers Steckenpferd. „Ich werde nicht müde, der Welt die Vorteile der rheinischen Sprache zu predigen“, erzählte der Kabarettist grinsend und machte das gleich an einem Beispiel fest. Das Wort „Januar“, sei unglaublich schwer auszusprechen, dabei werden viel zu viele Gesichtsmuskeln beansprucht und damit Kalorien verbraucht. Vorteilhafter sei da doch die rheinische Aussprache: „Jannevar“. „Das ist doch viel schöner. Das klingt so weich. Und man verbraucht auch nur 17 statt 736 Kilokalorien, wenn man es so ausspricht“, erläuterte Beikircher mit seinem typischen Schmunzeln im Gesicht. Seine liebste rheinische Redensart sei übrigens „Lassen se mich nit lüjen.“ „Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen...“, sinnierte der Kabarettist, und auch die Herrschaften im Saal begannen, herzhaft zu lachen, als ihnen klar wurde, wie unsinnig und grammatikalisch unkorrekt dieser Satz eigentlich ist, den aber bestimmt jeder Rheinländer mindestens einmal in seinem Leben gesagt hat.

Lustig werde es vor allem dann, wenn der Rheinländer gezwungen sei, Englisch zu sprechen. Dies passierte Beikircher, der übrigens „Tsüchologie“ studiert hat, einmal in Maastricht. Hier sollte er im Auftrag eines Freundes „was für zu rauche“ besorgen. Die Bestellung im Coffee-Shop stellte sich allerdings aufgrund einiger Kommunikationsschwierigkeiten, und weil Beikircher „keine Ahnung von sowas“ hatte, als kleine Herausforderung dar. „I want something for to smoke“, übersetzte er vom Rheinischen ins Englische. Als die Verkäuferin fragte, welche Sorte er denn kaufen wolle, fragte er dann „Wo is denn do de difference?“ und entschied sich schließlich „for de strongest one“.

„Natürlich hatten alle im Laden mitbekommen, dass ich überhaupt keine Ahnung habe von dem, was ich da kaufe. Als ich dann den Laden verließ, standen alle auf und klatschten. Ich glaube, dass war einer meiner größten Erfolge“, berichte Beikircher lachend.

Beikirchers ganzes Programm ist wohl die schönste Liebeserklärung ans Rheinland, die rheinische Sprache und den rheinischen Humor. Wem nicht mehr ganz klar ist, warum das Rheinland eines der lebenswertesten Fleckchen auf dieser Erde ist, dem wird es dann spätestens nach einem Abend mit Konrad Beikircher wieder bewusst werden.

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