Eschweiler - Kabarett-Urgestein Richard Rogler hat eine Menge zu sagen

Kabarett-Urgestein Richard Rogler hat eine Menge zu sagen

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Morgen Abend im Talbahnhof zu erleben: Richard Rogler.

Eschweiler. „Das müssten Sie mal sagen, Herr Rogler!“ heißt es am Donnerstag 18. April, 20 Uhr, wenn Richard Rogler im Kulturzentrum Talbahnhof zu Gast ist. „Ich habe einen schönen Beruf. Ständig machen sich Gegner und Fans Gedanken über meine Auftritte. Sie schreiben, sie sprechen mich auf der Straße an: ,Herr Rogler, ich erzähle Ihnen jetzt was. Das müssten Sie mal sagen!‘“ Einverstanden.

Man soll dem Volk ja aufs Maul schauen, selbst wenn bei vielen Anregungen eine Verbindung vom Maul zum Gehirn nur schwach feststellbar ist. Der Rogler wird es dann schon richten. Auf jeden Fall wird es saukomisch.

Kabarett-Urgestein Richard Rogler hat noch immer viel zu sagen. Der Stoff, über den er sich wild gestikulierend hermacht – der Zustand der bundesrepublikanischen Gesellschaft inklusive seines Personals aus Politik, Wirtschaft und Kultur – geht ihm nicht aus (Herborner Tagblatt).

Richard Rogler, 1949 in Selb/Hochfranken geboren, studierte nach Abitur und Wehrdienst Französisch und Sport auf Lehramt in Würzburg. Seine Bühnenkarriere begann als Mitglied des Kinder- und Jugendtheaters „Ömmes & Oimel“ in Köln. Von 1978 bis 1982 war Richard Rogler mit Heinrich Pachl als Kabarett-Duo „Der Wahre Anton“ unterwegs, bevor er 1982 ein Engagement am Schauspielhaus Köln bekam. Seit 1986 ist er solo auf den Kabarettbühnen unterwegs und agierte in Fernsehshows, wie bei den „Mitternachtsspitzen“, in den Sendungen „Nachschlag“, „Roglers Freiheit“, „Roglers rasendes Kabarett“ und „Scheibenwischer“.

Außerdem ist Richard Rogler ständiger Gast in der Sendung „Stratmanns“ (WDR). Dabei greift er tief hinein in dunkelste Winkel des menschlichen Verstandes, um mit Ernüchterung festzustellen, dass alles noch viel schlimmer ist, als es den Anschein hat: Papst Benedikt ist über seine roten Schuhe gestolpert („die sind doch nur was für Mafiosi“).

Und wenn Peer Steinbrück beim Besuch einer „Tafel“ Kohlrabi mit Paprika verwechselt, ist das Kanzleramt weg. „Der Steinbrück hätte es gemacht, doch man kann in der SPD keine Faust mehr machen, wenn man überall die Finger drin hat“, so Rogler, der weiß, dass sich alles nur um den schnöden Mammon dreht. Der Kabarettist teilt aus, macht sich über die „Bad Party“ FDP ebenso her wie über die CDU („Club Deutscher Untergrundkämpfer“) und ihre Anführerin. „Was ist mit dieser Frau los?“, fragt er, der Angela Merkel nach Abschaffung der Wehrpflicht, Atom-Ausstieg und Frauenquote noch zutraut, mit einer Kalaschnikow im Anschlag die Deutsche Bank zu stürmen, bevor die SPD die Adresse herausbekommen hat. Ist Angela Merkel die späte Rache der DDR am Kapitalismus?

Richard Rogler liefert den Beweis: Honecker und Mielke haben sie – ausgestattet mit 1000 übrig gebliebenen Hosenanzügen aus einem Textilkombinat –vor der Tür von Helmut Kohl abgestellt. Der Rest ist bekannt.

Rogler echauffiert und gestikuliert sich durch die Politlandschaft, die sich gleichgeschaltet an Mindestlohn, Mindestrente, Hartz IV & Co. abarbeitet und in den nicht minder gleichgeschalteten TV-Talkrunden abbläst. Rogler wird mit fortschreitender Bühnenpräsenz zum „Rasenden Richard“, der sich über Upper-Class-Kindergeburtstage mit fünfstöckiger Torte inklusive Unterkellerung ebenso süffisant hermacht wie über den Aufstieg von Andrea Nahles, die bei ihren frühen Discobesuchen dazu auserkoren war, auf die Mäntel ihrer Freundinnen aufzupassen. Früher war alles anders, irgendwie zupackender, weniger reglementiert, konstatiert der Kabarettist. Den angepassten Fußballbubis von heute, die Werbung für Nutella machen, hält er einen Horst Hrubesch („bei uns gab es keine Verletzungen, nur Brüche“) und Peter Briegel („der hatte Oberschenkel mit eigener Postleitzahl“) entgegen...

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