Kabarett-Duo „Fußpflege Deluxe“ begeistert in verschiedenen Rollen

Von: jlm
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Fußpflege Deluxe begeisterte die Gäste im Eschweiler Talbahnhof mit einem bunten und vor allem abwechslungsreichen Programm. Foto: Julia Meuser

Eschweiler. Ein Kabarettist will sein Publikum mit Fragen wie „Wie heißen Sie und wo kommen sie her?“ in Angst und Schrecken versetzen. Deshalb: „Zeigen sie keine Schwäche!“ Gundula und Horst stimmten die Gäste des Talbahnhofs mit ihrem Kurzseminar „Die Angst der ersten Reihe“ auf die Protagonisten des Abends ein: Carolin Seeger und Christoph Schlewinski von Fußpflege Deluxe!

Der Umgang mit Kabarettisten sei dabei nicht immer leicht: „Die letzten Reihen sind kein sicherer Hafen“, gaben sie daher auch den wertvollen Tipp. „Kabarettisten sind Sadisten!“ Für sie gebe es nichts Schöneres als den Angstschweiß des Publikums. Die Gäste im Talbahnhof kamen an diesem Abend voll auf ihre Kosten.

Das Paderborner Einohr

Blöd nur, dass jene Showmaster an diesem Abend auf sich warten ließen. „Vielleicht stehen sie ja im Stau“, versuchte Horst die Situation zu retten, doch Fakt war: Die Kabarettisten des Abends kamen nicht. Horst und Gundula, eigentlich ja nur für das Warm-up zuständig, warfen kurzerhand einen Blick auf den Programmablauf. „Wir machen jetzt was über die GDL“, las Horst vor. „Gott, ist das langweilig“, stöhnte er auch gleich und Gundula konterte: 90 Prozent aller Lokführer müssten eigentlich Single sein. „So oft zu Hause – das hält doch keine Frau aus.“

Da jedoch insgesamt drei Seiten dieses ersten Programmabschnitts daraus bestanden, dass Fußpflege Deluxe ihren Gästen über die Verleihung des Paderborner Einohrs berichten und jeder den besagten Preis einmal anfassen dürfe, entschieden Gundula und Horst, von dem Programmablauf abzuweichen.

Diverse Showacts betraten daraufhin nacheinander die Bühne und auch die beiden Seminarleiter banden sich kurzerhand in das Bühnengeschehen mit ein. So berichteten sie unter anderem, dass sie einmal bei einem Backseminar hätten einspringen müssen, obwohl beide nicht backen können. Aus seinem gedeckten Pflaumenkuchen habe man hinterher einen schönen Beistelltisch gemacht, aufgrund ihrer Zimtsterne sei das Folgeseminar „Gebäck als Nahkampfwaffe“ entstanden.

„Wir verquatschen uns hier“

„Wir verquatschen uns hier! Das interessiert ja keinen Toten“, stellte Host schließlich fest, worauf Gundula vorschlug: „Wir holen einen auf die Bühne!“ Nach längerem Überlegen und Horsts Einwand, das sei „Quälerei für die Menschen“ entschuldigte sich die Kabarettistin und ermutigte die erschrockenen Indestädter weiterzuatmen.

Schließlich betraten zwei Cowboys die Bühne und erzählten von allerhand seltsamen Erlebnissen. Mit dem Vorhaben, mal etwas wegzuschmeißen, habe einer der beiden zwischen dem Weltbildkatalog und der Schleckerreklame eine Akte mit einem Top-Secret-Stempel gefunden – die Abhörprotokolle der NSA! Da habe zum Beispiel auch gestanden, welche Apps Obama, Putin und Merkel auf ihren Handys haben.

Dann habe er sich aber gesagt, irgendeiner werde wieder die Klappe nicht halten können. „Und dann kommt... die Presse.“ „Die Presse...“ „Ja, Mann, die gottverdammte Presse...“Dann kämen die ganzen Fragen und er müsste untertauchen. Kurzerhand habe er daraufhin die Akte wieder zwischen die Broschüren gelegt, weggeschmissen und so getan, als habe er nichts gesehen.

Das Pferd Johnny

Er habe auch einmal den Eingang einer Höhle gefunden, als sein Pferd Johnny wegen eines Erdlochs bremste. So habe er das Bernsteinzimmer gefunden. Dann habe er sich allerdings gedacht: „Hier kannst du ja nie einen zum Kaffee einladen! Irgendeiner kann die Klappe wieder nicht halten und dann kommt die Presse.“ Historiker würden sich die Klinke in die Hand geben und Guido Knopp käme zurück auf der Suche nach einem neuen ZDF Special. Auf die Frage, ob er weggeritten sei, habe er nur geantwortet, er habe das Bernsteinzimmer einfach mit Raufaser tapeziert.

Und dann – eineinhalb Stunden nach Showstart – war es auch „schon“ so weit: Fußpflege Deluxe beehrten die Gäste des Talbahnhofs mit ihrem Besuch. Eigentlich bräuchten sie ja jetzt auch nicht mehr kommen, fanden auch „Horstilein und Gundula“, die mit ihren Zuhörern mittlerweile auch schon zu dem vertrauten „Du“ gefunden hatten.

„Der Fette und die Vollidiotin“

Und wie wahr: Fußpflege Deluxe musste feststellen, dass sie ihr Programm nicht fortsetzen konnten, da alle Showacts längst weg waren. Ihr einziger Halt: das Paderborner Einohr in Silber. Doch Carolin Seeger hatte doch tatsächlich den Preis zu Hause vergessen, vorsätzlich wie sich herausstellte, um dem Publikum einmal ihr schauspielerisches Können zu beweisen: Hamlet sollte es sein.

„Das tut mir leid. Das tut mir so leid“, versuchte Christoph Schlewinski zu mildern. „Du kannst kein Englisch. Für fünf Cent kannst du kein Englisch!“ Doch auch vor Hamlet himself machte die Kabarettistin – auch auf Flehen ihres Kollegen – nicht Halt. Um Schlimmeres zu vermeiden, traten die beiden daraufhin kurzerhand den Rückzug an, sonst heiße es später noch „der Fette und die Vollidiotin“, so Schlewinski. „Das tut mir so leid“, entschuldigte er sich abermals bei dem Publikum. „Vielleicht erzählen Sie es ja niemandem.“

Tolle Inszenierungen

Mit Witz, Mimik und tollen Inszenierungen verschiedenster Charaktere schenkten die beiden Kabarettisten ihren Gästen einen bunten Abend voller Überraschungen und die letzte Reihe erwies sich schließlich dann doch noch als „sicherer Hafen“.

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