Eschweiler - Kabarett-Duo Alich und Pause wirft ein anderes Licht auf Weihnachten

Kabarett-Duo Alich und Pause wirft ein anderes Licht auf Weihnachten

Von: jw
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Kabarettisten Hermann und Fritz brachten das Publikum im Talbahnhof mit ihrer einzigartigen Art zum Lachen. Foto: Jacqueline Winkler

Eschweiler. „Seit 50 Jahren singe ich dieses Lied und weiß immer noch nicht, was ein Dornwald ist“, unterbrach Hermann. Mit Fritz sang er das Lied „Maria durch ein Dornwald ging“ und philosophierte über dessen Sinn.

„Hermann und Fritz packen aus“ heißt das Programm der beiden Kabarettisten Norbert Alich und Rainer Pause, besser bekannt als Hermann Schwaderlappen und Fritz Litzmann. Mit ihrem Weihnachtsspecial unterhielten sie das Publikum des Talbahnhofs.

Der Dornwald ergebe laut Hermann keinen Sinn, denn was solle das denn sein? Es gebe ja keine Bäume, an denen Dornen wachsen, doch kann man ja auch nicht singen: „Maria durch ein Kaktus ging.“ Doch gegen Ende des Liedes blüht wieder alles, das können sich die beiden aber auch nicht erklären, denn das Maria die Wälder dort gegossen hätte, stehe auch nirgendswo. Außerdem stellte Hermann fest, dass es gar keine Rosenbäume gebe, die in dem Lied aber besungen werden. „Doch gibt es schon, denn meine Nachbarn heißen Rosenbaum und nicht Rosenstrauch“, erwiderte Fritz darauf.

Dann ging es zum eigentlichen Thema. Doch ist Weihnachten ein Grund zur Freude? „Es zerhackt einem jedes Jahr die Karnevalssession.“ Weihnachten passe überhaupt nicht in diese Session rein. Aber liege wohl am Zeitmanagement des ganzen Jahres. „Denn jeden Sonntag hängt die Familie einen aufm Hals, und man freut sich dann schon wieder auf den Montag, wenn man arbeiten gehen kann“, meinte Hermann und schlug vor, man solle alle Tage nacheinander abhandeln, also zunächst 52 Montage, dann 52 Dienstage und so weiter.

Apropos Weihnachtslieder. Der traditionelle Text wurde kurzerhand in „Morgen wird es Kinder geben“ gewandelt. Weihnachten bestünde eben aus „Zwangsvorlesungen“, da jeder zuhören müsse. In dem Text gehe es um eine 70- jährige Mutter, deren Aussicht auf Enkel eher schlecht aussehe. Deswegen möchte sie selbst nochmal Mutter werden. Allerdings: „Sie weiß noch nicht genau, ob es eine Heim- oder eine Krankenhausgeburt werden soll.“

Die Tochter beichtet in dieser Geschichte der Mutter, dass sie sich habe sterilisieren lassen, was die Mutter nicht begeistert: „Man schüttet keinen Brunnen zu, bevor man ihn nicht ausgesoffen hat.“ Das Ende des Textes ist dann versönlich: Eine der beiden Töchter ist doch schwanger und sie offenbart ihre Gelüste nach sauren Gurken, Hähnchen und Süßem.

Die beiden Kabarettisten sangen, philosophierten und stritten auf der Bühne. Nicht nur Weihnachten stand hierbei im Vordergrund. Auch redeten sie über Werte, die Demokratie und die Wahlen, die unweigerlich dazu gehören. „Pünktlich wie die Bahn, sauber wie VW und ehrlich wie die Fifa“, so beschrieben die beiden Deutschland.

Hermann und Fritz schufen einen abwechslungsreichen Abend, an dem der gefüllte Talbahnhof mit den beiden mitsang und lachte. Zum Abschluss stand noch ein Lied über Katholiken auf dem Programm. Diese könnten beichten, im Gegensatz zu Protestanten. Somit können sie sich von jeder Sünde samstags freimachen, indes andere ihr ganzes Leben damit leben müssen oder erst nach Rom reisen müssten, um davon freigesprochen zu werden. So hieß es: „Jeder falsche Tritt, den zählt einer mit. Jede Tat ist vermerkt, doch als Katholik hast du nun mal Glück, du kannst beichten gehen und es wird ungeschehen.“

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