Junior-Ingenieur-Akademie: Erst Restsee, jetzt geht‘s um Windräder

Von: scl
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Die jungen Teilnehmer an der Junior-Ingenieur-Akademie lernten viel und waren sehr interessiert am Projekt Restsee. Foto: Samira Claßen

Eschweiler. Die zweite Etappe der Junior-Ingenieur-Akademie hat begonnen. Nachdem im ersten Halbjahr alles rund um die Energiegewinnung aus Braunkohle, begleitet von einer Reihe an Exkursionen, behandelt wurde, geht es nun an weitere Projekte.

Was ist die Junior-Ingenieur-Akademie (JIA)? Sie ist ein von der Telekom-Stiftung unterstütztes Wahlpflichtfach, das nur an bestimmten Schulen möglich ist. Um eine Schule auszuwählen, hatte die Stiftung im April des vorigen Jahres einen bundesweiten Wettbewerb veranstaltet, an dem das Städtische Gymnasium mit 13 anderen Schulen erfolgreich teilgenommen und gewonnen hat. Sie wurde mit einem finanziellen Zuschuss belohnt, womit die JIA finanziert wird.

Die Junior-Ingenieur-Akademie ermöglichte dieses Jahr 16 Schülern der achten Klasse des Städtischen Gymnasiums ein zweijähriges Wahlpflichtfach zu belegen, was einem Differenzierungsfach gleicht. Dazu kommen noch Exkursionen, die in einem „normalen“ Differenzierungsfach nicht so häufig vorkommen.

Im ersten Halbjahr des Schuljahrs ging es um das Thema Braunkohle und Rekultivierung. Vertieft wurde das Thema Restsee anhand des Blausteinsees. Dazu veranstaltete der Rhein-Erft-Verband einen Geländetag, bei dem die Schüler der JIA unter anderem Wasserproben untersuchten und Grundwasserbohrungen miterlebten. „Diese Exkursionen sollen den Schülern einen Einblick in die Arbeit eines Bauingenieurs mit Schwerpunkt Wasserbau beziehungsweise Umweltingenieur geben, die Vielfalt des Berufsbilds Ingenieur ist nämlich sehr groß“, sagt Sarah Simon, Lehrerin des Städtischen Gymnasiums. Um die JIA zu unterstützen, stellte die Stadt Eschweiler Räume am Blausteinsee zur Verfügung. Hermann Gödde, Technischer Beigeordneter der Stadt Eschweiler, gab den Kindern einen Einblick in die Geschichte des Restsees und dessen Bedeutung für die Inde-stadt.

Brennstoffzellen

Im zweiten Halbjahr geht es an weitere Projekte. Zunächst wird die Konstruktion eines Windrads vorbereitet, dann werden Brennstoffzellen zur Energiespeicherung selbst hergestellt. Um das Windrad zu bauen, wurde eine enge Kooperation mit den Ausbildungsstätten der Bundeswehr in Aachen angebahnt. Nach einem letzten Planungstreffen im Februar sind die Terminplanungen schon weit gediehen. An mehreren Nachmittagen werden die Schüler der Junior-Ingenieur-Akademie nach Aachen fahren und dort vor Ort in den Werkstätten praktisch arbeiten.

Desgleichen werden die JIA-Teilnehmer bei der Firma Dohle in Eschweiler selbst Brennstoffzellen herstellen. „ Die intensiven Bemühungen der Automobilbranche zur Entwicklung eines alltagstauglichen Einsatzes von Brennstoffzellen als Antriebsaggregat zeigt die Bedeutung dieser zukunftsweisenden Technologie. Deshalb stellt das Praktikum bei der Firma so einen wichtigen Baustein unserer JIA dar“, sagt Norbert Düngfelder, Lehrer des Städtischen Gymnasiums.

Zu der Konstruktion eines Windradmodells sagt Thomas Dolls, ebenfalls Lehrer am Städtischen Gymnasium Eschweiler: „Durch die Problematik des immer höher werdenden CO2-Ausstoßes und den immer kleiner werden Ressourcen von fossilen Energieträgern rückt die Nutzung regenerativer Energien immer mehr in den Fokus. Als Beispiel für die Nutzung regenerativer Energien werden sich die Schüler mit der Windenergie beschäftigen. Theoretisch wurde bereits besprochen wie die Wandlung von Bewegungsenergie in elektrische Energie von statten geht und nun soll ab Juni in den Ausbildungswerkstätten der Bundeswehr in der Lützow-Kaserne das Modell einer Windenergieanlage gebaut werden.“

Dass diese Verbindungen zu außerschulischen Partnern zustande kamen, ist vor allem der Verdienst des Rotary-Clubs Aachen Land, dessen Mitglieder zahlreiche Veranstaltungen der JIA tragen oder angebahnt haben.

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