Junge Motocrosser steigen beim Schnuppertag in den Sattel

Von: jrd
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Cross fahren „im Einklang mit
Cross fahren „im Einklang mit der Natur”: Wilfried Marcelli, Vorsitzender des MSC Grenzland, vor einem Teich direkt an der Motocross-Strecke. Foto: Jessica Deringer

Eschweiler. Jedes Kind hat schon einmal Fußball oder Basketball gespielt - junge Motocrosser sind dagegen eher eine Seltenheit. Wer es aber immer schon einmal ausprobieren wollte, hatte am vergangenen Wochenende auf dem Gelände des MSC Grenzland Gelegenheit dazu. Denn der MSC veranstaltete einen Schnuppertag für acht- bis zwölfjährige Jungs und Mädchen.

23 Kinder meldeten sich und machten - natürlich unter Anleitung - ihre ersten Cross-Versuche. Fünf Motorräder, vier kleine und ein mittleres, stellte der Verein dafür zur Verfügung. Vor dem Start erklärten die MSC-Mitglieder den Kleinen zunächst einmal, wie die Maschinen bedient werden. Die ersten Fahrversuche unternahmen die Kinder auf ebenem Gelände und zunächst nur gerade aus. Im Laufe des Tages kamen dann Übungen wie Anfahren, Bremsen, Kurvenfahrten und sicheres Anhalten dazu. „Die Kinder lernen recht schnell, am Nachmittag können die meisten schon auf unserer Kinderbahn fahren”, erzählte Vorsitzender Wilfried Marcelli. Pflicht war dabei die richtige Kleidung, bestehend aus festem Schuhwerk, Knie- und Ellenbogenschützern, Handschuhen und einem Helm.

Ziel des Vereins ist es, durch den Schnuppertag neue Mitglieder zu gewinnen. „Wir haben schon viele Kinder gehabt, die bei uns geblieben sind”, sagt Marcelli. Etwa 25 junge Motocrosser hat der Verein momentan. Die Aktivität im Verein tue den Kindern gut: „Wenn die Kinder dreimal die Woche zum Fahren kommen, haben sie keine Zeit mehr für Blödsinn”, so der Vorsitzende. Und wer Rennen fahre, sei sowieso die ganze Woche über sehr beschäftigt.

Nicht besonders gefährlich

Angst müssten die Eltern um ihre Kleinen nicht haben: „Motocross ist gefährlich, aber nicht gefährlicher als andere Sportarten”, versichert Marcelli. „Wir haben seit etwa einem Jahr keinen Krankenwagen mehr hier gehabt, das spricht für sich.” Investieren müssen die Eltern aber einiges: Maschine und Kleidung kosten zusammen um die 1500 Euro.

Schon einige Mal hat der MSC zum Schnuppertag eingeladen, und diese Tradition will er fortsetzen. Interessierte Eltern wenden sich über den Kontakt auf der Homepage an Jugendwart Andreas Haub, der die Anfragen bündelt und dann einen Schnuppertag organisiert. Bis zu fünf Mal kann ein Kind teilnehmen, dann sollte es wissen, ob es dem Verein beitreten möchte.

Derweil wehrt sich der MSC gegen Vorwürfe, dass der Sport die Umwelt zerstören würde. „Wir sind nicht die Umweltfrevler, als die wir dargestellt werden”, betont Vorsitzender Marcelli. Vielmehr versuchten die Crosser, ihrem Hobby „im Einklang mit der Natur” nachzugehen.

Trotzdem seien sie oft pauschalen Verurteilungen ausgesetzt. Die einzigen Umweltsünder seien aber die „wilden Fahrer” - das heißt solche, die sich keinem Verein anschließen und dementsprechend je nach Laune querfeldein fahren, anstatt sich an die Vereinsstrecken zu halten. Ziel des Vereins sei es, alle Fahrer der Region zu kanalisieren. Das funktioniert aber nicht immer: „Alle lassen sich nicht binden”, sagt Marcelli. Diese Fahrer würden dann oft rücksichtlos durch die Natur rasen.

Die Vereinsfahrer dagegen würden durch feste Strecken und Trainingszeiten der Umwelt nicht schaden. „Wir bleiben grundsätzlich auf der Strecke”, versichert Marcelli. An drei Tagen in der Woche können die Crosser die Strecke nutzen.

Vielmehr hätten verschiedenste Tiere auf dem Gelände des Vereins ihren Lebensraum. „Hier sind Biotope, die normalerweise nirgendwo sind”, sagt Marcelli. In einem Teich direkt neben der Strecke leben Enten und Frösche. Der Lärm störe die Tiere nicht: „Die wissen, wir sind nur zwei oder drei Stunden hier”, erklärt Marcelli das Phänomen. „Wenn wir weg sind, sind die Tiere wieder hier.” Der zuständige Jagdpächter habe das bescheinigt.

Damit sich auch die kleinen Fahrer der Natur um sie herum bewusst sind, veranstaltet der Verein Führungen, bei denen die Kinder Spuren der auf dem Gelände lebenden Tiere suchen. Rehe und Dachse seien zum Beispiel dort zuhause, erzählt Marcelli. Aus 30 Jahren Erfahrung im Motocross wisse er, dass beim Bau offizieller Strecken auf den Umweltschutz geachtet werde.

Rücksicht auf die Nachbarn

Auch auf die Rücksichtnahme auf die Bürger im angrenzenden Neu-Lohn legt der Verein wert. Mit diesen bestehe es eine gute Zusammenarbeit, sagt Marcelli. Es gebe keine große Lärmbelästigung - die Autobahn sei lauter, sagt der Vorsitzende.
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