Eschweiler - Junge Forscher finden nicht nur Blutegel im Wasser

Junge Forscher finden nicht nur Blutegel im Wasser

Von: mic
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Ein Höhepunkt der Exkursion ist das Rennen mit selbst gebauten Booten. Größere Eigenbauten haben im engen Bachbett wenig Chancen. Spaß gemacht hat es trotzdem. Foto: Michael Cremer

Eschweiler. Das war wirklich aufregend. Im Rahmen der Ferienspiele machte sich eine große Kinderschar von der Grundschule Bohl zum nahegelegenen Omerbach auf, um das Gewässer zu erforschen. Nicht nur die kleinen Wasserdetektive waren erstaunt, welche Tiere sich im Bachlauf tummeln. Man muss halt nur genau hinschauen.

Ein Rennen mit Hindernissen

Gemeinsam mit den pädagogischen Mitarbeiterinnen der Ganztagsbetreuung an der KGS Bohl erlebten die Kinder spannende und lehrreiche Stunden im Gebiet zwischen Eifelstraße und Korkus. Mit der Eschweiler Umweltpädagogin Petra Röllicke von der „Arbeitsgemeinschaft Bildung für Nachhaltige Entwicklung” - kurz: BiNE - hatten sie eine ausgewiesene Fachfrau zur Seite, die die jungen Entdecker in die wunderbare Welt des Wassers entführte.

Den Auftakt machte ein Bootsrennen auf dem Bach. Dazu hatten die Kinder zuvor aus umherliegendem Holz Boote und Flöße gebastelt, die zum Teil mit prächtigen Segeln aus Blättern ausgestattet waren. Bevor das Rennen losgehen konnte, mussten hier und da noch Hindernisse, sprich Steine aus dem Bach gefischt werden, der nach den heißen Sommertagen ohnehin nur wenig Wasser führte. So hieß es also: Schuhe aus und barfuß in den Omerbach! Spannend wurde es dann, als die Kinder ihre Boote nach und nach zu Wasser ließen. Unter lautem Anfeuern suchten sich die Gefährte Marke Eigenbau anschließend ihren Weg durch den Bachlauf, wobei die kleineren Modelle eindeutig im Vorteil waren und am Ende auch die weiteste Strecke zurücklegten. Wieder was gelernt: weniger ist manchmal mehr. „Eure Boote waren supertoll”, lobte Petra Röllicke die jungen Bootsbauer, die im Anschluss eine weitere spannende Aufgabe bekamen. Mit Plastikbechern und kleinen Keschern sollten sie Tiere aus dem Omerbach fischen, denn: „Tiere können uns etwas darüber sagen, wie gut die Qualität des Wassers ist.” Die Kinder wurden schnell fündig: „Schau mal, da sind auch Blutegel, ich hab schon zwei.” Am Ende sollten es sogar drei der kleinen Blutsauger sein, die die jungen Forscher aufspürten. Die Egel seien ein Zeichen für eher unbefriedigende Wasserqualität, erklärte die Umweltpädagogin. „Das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass hier vor ein paar Wochen Chemie in der Bach gelangt ist.” Anfang Juni hatten Spaziergänger tote Fische im Omerbach entdeckt; Grund hierfür waren Tenside, also Wasch- oder Reinigungsmittel, die in den Bach gekippt oder eingeleitet worden waren.

Am häufigsten aber fanden die Kinder Bachflohkrebse - das freute alle, denn die kleinen Tierchen seien ein Indiz für gute Wasserqualität, erläuterte Petra Röllicke. Auch Larven von Mücken und Eintagsfliegen und sogar ein Wasserskorpion zählten zum Fang, den die Kinder mit Hilfe von Becherlupen untersuchten und anhand eines einfachen Bestimmungsschlüssels einordnen konnten, den Petra Röllicke mitgebracht und ausgebreitet hatte. Anschließend landeten die Tierchen allesamt wieder dort, wo sie hergekommen waren: im Bach.

Gegen Ende der Exkursion wurde es noch einmal spannend: Am Morgen hatten die Kinder an einem Wasser- und Heimatkunde-Quiz teilgenommen und dazu auf einem Zettel Fragen beantwortet. Jetzt kam es zur Auflösung. Petra Röllicke hatte unter anderem von den Kindern wissen wollen, welche Bäche und Flüsse sie in Eschweiler kennen.

Hochwasserschutz

Auch wenn aus dem Omerbach schon mal ein „Omabach” wurde, so kannten sich die Kleinen erstaunlich gut aus. So wurde unter anderem der Kaltenbornbach in Scherpenseel oder der Finkelbach in Röhe genannt, Bäche, die durchaus nicht jedem Eschweiler ein Begriff sind. Auch wussten die Kinder, dass die Anlage an der Eifelstraße dem Hochwasserschutz dient. Und weil die jungen Wasserdetektive so toll mitgemacht hatten, gab es am Ende eine Belohnung: Petra Röllicke schenkte ihnen ein Exemplar von „Wasser aus der Quelle in Glas”.

Harry Potter im Eschweiler Wald

Der Verein „BiNE” bietet für die letzte Ferienwoche (23. bis 27. August) die Aktion „Nichts für Muggels!” an. Kinder ab acht Jahren erleben eine Woche „Hogwarts mit Harry Potter und seinen Freunden” im Eschweiler Stadtwald. Es gibt Unterricht in Kräuterkunde, Zaubersprüchen und anderen Fächern. Den Abschluss bildet ein magisches Turnier. Weitere Infos gibt es bei Petra Röllicke unter 557565.

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