Eschweiler - Jugendamt im Stress: „Wir hätten gerne eine Supernanny”

Jugendamt im Stress: „Wir hätten gerne eine Supernanny”

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Wer kümmert sich, wenn Eltern am Ende sind und Kinder zu verwahrlosen drohen? Das Jugendamt versucht vor allem, Familien zu retten. Foto: epd

Eschweiler. Eine Mutter gibt ihren sechsjährigen Sohn beim Jugendamt ab, weil ihr alles zuviel geworden ist. Eine solche Szene könnte aus einer RTL-Doku-Soap stammen. Tut sie aber nicht. Auch so etwas spielt sich im Jugendamt der Stadt ab.

Wenn Eltern überfordert sind und Kinder abzurutschen drohen, ist das Jugendamt gefordert. Nach dem Gesetz als Wächter. „Unser Ziel ist es, den Familien unsere Hilfe anzubieten”, betont Jugendamtsleiter Heinz Kaldenbach jedoch. Die weitaus häufigste Form ist die ambulante Hilfe, „bevor es im Extremfal” zur Unterbringung in einer Pflegefamilie oder gar einem Heim kommt. Nur wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist, wird es sofort in die Obhut des Jugendamt genommen.

„Die Gefährdungsmeldungen steigen deutlich an”, berichtet Gabi Brettnacher, Leiterin der Abteilung Soziale Dienste, in deren Bereich auch die Hilfe zur Erziehung fällt. „Die Gesellschaft ist sensibler geworden”, seitdem Berichte über bis zum Tod misshandelte Kinder fast schon regelmäßig auftauchen. Manchmal sind das Fehlalarme, aber für das Jugendamt gilt die Devise: „Uns ist es lieber, wir bekommen einen Anruf zu viel als einen zu wenig.”

Die Mitarbeiter des Jugendamtes sehen oft auf den ersten Blick, wenn Eltern heillos überfordert sind. Etwa an total vermüllten Wohnungen. Ein Indiz für „schleichende Verwahrlosung” ist auch, wenn Kinder nicht mehr zur Schule geschickt werden, erklärt Heinz Kaldenbach.

Den Satz „Wir hätten gerne eine Supernanny!”, kennt Gabi Brettnacher nur zur Genüge. Der Wunsch kann in Erfüllung gehen: „Unsere Familienhelfer sind auch alle Profis.”
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