Jugend läutet die frühzeitig Tarifrunde ein

Von: Michael Grobusch
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Initiierte mit dem Ortsjugendv
Initiierte mit dem Ortsjugendvorstand eine symbolische Urabstimmung zur unbefristeten Übernahme aller Auszubilden: Nadine Römer. Fotos (2): M. Grobusch Foto: Grobusch

Stolberg/Eschweiler. „Die Jugend sorgt für Bewegung”, stellte Georg Moik fest. Und mit dem Sekretär der IG Metall Stolberg/Eschweiler zeigten sich auch viele langjährige Mitglieder im Jugendheim Münsterbusch beeindruckt von der Dynamik, mit der sich der Gewerkschaftsnachwuchs bei der letzten Delegiertenversammlung des Jahres einbrachte.

In der Tat war es die IGM-Jugend, die mit einer symbolischen „Urabstimmung” die im Frühjahr 2012 anstehende Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie frühzeitig einläutete. Und Nadine Römer nutzte die große Bühne zu einem Aufruf, der für ein breites Echo im Saal sorgte: „Wir möchten mehr Aufmerksamkeit für die Jugend erzielen. Und um unsere Ziele gegenüber den Arbeitgebern durchsetzen zu können, müssen jüngere und ältere Kollegen zusammenstehen”, forderte die Vorsitzende des Ortsjugendausschusses.

Dabei verwies sie auf eine der zentralen Forderungen, mit der sich die IG Metall im neuen Jahr positionieren wird: die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden. Für diese sprachen sich die Delegierten mit einem vorbereiteten Stimmzettel geschlossen aus. Die Wahlurne samt Inhalt wollen die jungen Metaller nach den Feiertagen dem Arbeitgeberverband NRW in Düsseldorf übergeben.

Dass sich dieser den Forderungen der Gewerkschaft widersetzen werde, davon zeigte sich Georg Moik überzeugt: „Wir dürfen nicht erwarten, dass am Verhandlungstisch ein Ergebnis erzielt wird. Wir müssen uns zeigen und Aktionen starten.” Zwar könne es Warnstreiks erst nach Ablauf der Friedenspflicht am 28. April geben. „Das soll uns aber nicht daran hindern, schon vorher auf unsere Forderungen aufmerksam zu machen”, so Moik. Voraussetzung dafür sei aber eine breite Solidarität, stellte Karl-Heinz Hamacher fest.

Und mit Blick auf die nur mäßig besetzten Tischreihen im Jugendheim wählte der Betriebsratsvorsitzende von Aurubis Stolberg klare Worte: „Wenn ich mich hier so umgucke, muss ich mich fast schämen. Es wird in den nächsten Wochen und Monaten unsere Aufgabe sein, die Kollegen in den Betrieben von der Notwendigkeit des Zusammenhalts zu überzeugen. Sonst werden wird bald die Rente mit 70 haben.”

Der Appell zeigte Wirkung, das positive Gesamtbild konnte und wollte er wohl auch nicht trüben. Dieses hatte zuvor Helmut Wirtz gezeichnet. Der 1. Bevollmächtigte und Geschäftsführer berichtete von einer steigenden Mitgliederzahl, von einem nochmals verbesserten Kassenstand und von „wirtschaftlich überaus guten Zeiten”, die die meisten Stolberger und Eschweiler Betriebe im ausklingenden Jahr 2011 erlebt hätten.

„Entsprechend positiv werden die Jahresabschlüsse ausfallen”, zeigte sich Wirtz überzeugt, schränkte aber zugleich ein, dass in einigen Betrieben rückläufige Auftragseingänge vom möglichen Ende der Boom-Zeiten zeugen könnten. Zudem bereite die Kurzfristigkeit der Aufträge Probleme. „Über einen Zeitraum von zwei, drei Monaten hinaus kann kaum geplant werden. Die Unternehmen fahren auf Sicht, und von Neueinstellungen ist fast gar nicht mehr die Rede.”

Neben der Tarifrunde werden bei der IG Metall Stolberg/Eschweiler im kommenden Jahr auch die internen Organisationswahlen im Mittelpunkt stehen. Am 28. Februar wird die Neuwahl des 1. und 2. Bevollmächtigten stattfinden, am selben Tag fallen auch die Würfel für die Neubesetzung des Ortsvorstandes. Wahlberechtigt sind in beiden Fällen 60 Delegierte, die ihrerseits im Januar von den Mitgliedern der IG Metall in den 23 Wahlbezirken bzw. Betrieben per Wahl bestimmt werden.

Neben „Frontmann” Helmut Wirtz kandidiert auch der 2. Bevollmächtigte Ralf Radmacher ein weiteres Mal. Radmacher berichtete bei der Delegiertenversammlung ausführlich vom bundesweiten Gewerkschaftstag der IG Metall, der Mitte Oktober in Karlsruhe stattgefunden hatte. Auf diesem war der Vorsitzende Berthold Huber zwar mit überzeugender Mehrheit (95,6 Prozent) in seinem Amt bestätigt worden. Der von ihm unterbreitete Vorschlag einer Verkleinerung des Bundesvorstandes hatten die 471 Delegierten aber mehrheitlich abgelehnt und damit für eine große Überraschung gesorgt.

Radmacher zeigte sich insgesamt beeindruckt von dem mehrtägigen Treffen, monierte aber, dass zu wenige junge Kollegen vertreten und zudem Jugendthemen deutlich unterrepräsentiert gewesen seien. Von der IG Metall in Stolberg und Eschweiler kann das nicht behauptet werden. Zahlreiche Jugend- und Auszubildendenvertreter beteiligten sich an der Delegiertenversammlung in Münsterbusch und machten - allen voran Nadine Römer - deutlich, dass sie sich für ihre Belange einsetzen werden.
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