Jürgen B. Hausmann künftig Schirmherr der Alzheimer-Gesellschaft

Von: ran
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Die Vorsitzende Ursula Kreutz-Kullmann freute sich, Jürgen B. Hausmann alias Jürgen Beckers als Schirmherren der Alzheimer-Gesellschaft Städteregion Aachen begrüßen zu können. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Alzheimer! Ein Begriff, der wohl bei allen Menschen Angst auslöst. Die Krankheit, in deren Verlauf Nervenzellen absterben und die zu einer immer stärkeren Abnahme der kognitiven Fähigkeiten führt, ist weltweit die häufigste Form der Demenz.

Seit nunmehr 15 Jahren setzen sich die Verantwortlichen der Alzheimer-Gesellschaft Städteregion Aachen mit dem Phänomen auseinander. Nicht in medizinischer Hinsicht, sondern als Ansprechpartner für Betroffene und deren Angehörige. Ziel des Vereins, der rund 100 Mitglieder zählt, ist, das Thema stärker in den Fokus zu rücken. Öffentlichkeitsarbeit tut also Not.

Am Sonntag freuten sich die Vorsitzende Ursula Kreutz-Kullmann und ihre Mitstreiter nun, eine bekannte Persönlichkeit aus der Region in ihren Reihen begrüßen zu können: Kabarettist Jürgen B. Hausmann alias Jürgen Beckers verkündete während seines Auftritts auf der Seebühne am Blausteinsee, in Zukunft als Schirmherr der Alzheimer Gesellschaft Städteregion Aachen zu fungieren.

„In den zurückliegenden 15 Jahren seit der Gründung unseres Vereins hat sich sicherlich einiges getan. Es gibt inzwischen wesentlich mehr Akteure, die sich dem Thema widmen und dafür sorgen, dass es in der Öffentlichkeit präsent ist“, betont Ursula Kreutz-Kullmann. Dennoch könne und müsse noch einiges vorangebracht werden.

„Nach wie vor ist es ein Problem, dass zu viele Menschen, die Veränderungen bemerken, aus Angst vor der Diagnose den Weg zum Arzt scheuen und damit die Chance auf Früherkennung, die Raum für bestimmte Therapien lässt, verspielen“, spricht die Ehrenamtlerin einen wichtigen Aspekt an.

Größtes Anliegen der Gesellschaft sei, sowohl Betroffenen als auch deren Angehörigen Anleitungen zur Selbsthilfe zu geben. „Wir bieten einerseits Veranstaltungen an, bei denen sich die Menschen, die direkt oder indirekt mit Alzheimer zu tun haben, ihre Probleme oder Belastungen von der Seele reden können, andererseits verfolgen wir aber auch das Ziel, diesen Personen Freizeitaktivitäten zu ermöglichen, bei denen sie einmal auf ganz andere Gedanken kommen können“, so Ursula Kreutz-Kullmann.

Ein Angebot, das auch Monika Böttger zu schätzen gelernt hat. Die inzwischen verstorbenen Eltern der Stolbergerin waren von Alzheimer betroffen. „Ein schleichender Prozess über sechs Jahre“, erinnert sich Monika Böttger, die ihre eigenen Erfahrungen weitergeben möchte und auch deshalb der Alzheimer-Gesellschaft Städteregion Aachen als aktives Mitglied treu bleibt. „Nicht zuletzt auch, weil hier Freundschaften entstanden sind“, so einer der zahlreichen Gründe.

Durch einen Zeitungsartikel wurde sie auf die regelmäßigen Zusammenkünfte der innerhalb der Gesellschaft entstandenen Selbsthilfegruppe Stolberg/Eschweiler aufmerksam, deren Mitglieder sich alle 14 Tage im Restaurant Bohler Heide treffen. „Dieses niederschwellige Angebot hat mir sehr geholfen. Denn das Loslassen geliebter Menschen muss trainiert werden. Ein Prozess, der bei mir ein bis zwei Jahre dauerte“, so Monika Böttger, die unterstreicht, dass es die „Top-Lösung“ im Umgang mit der Krankheit Alzheimer nicht gebe, aber individuelle Hilfen zu finden seien.

Ursula Kreutz-Kullmann zeigte sich am Sonntag nun hocherfreut, mit Jürgen B. Hausmann eine Persönlichkeit als Schirmherr vorstellen zu können, „bei der klar ist, dass sie mit diesem Engagement keine eigenen Interessen verfolgt.“

In Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Restaurant Seehaus 53 präsentierte die Alzheimer-Gesellschaft auf der Seebühne am Blausteinsee den Kabarettisten, der gemeinsam mit seinem „Musicus“ Harald Claßen unter dem Motto „Sahne für auf der Kuchen“ die Sprachgewohnheiten des Öchers sowie der einzigen echten Fastelovendsjecken aus der Stadt an der Inde beinahe wissenschaftlich analysierte, dabei beste Laune verbreitete und einen wichtigen Satz sprach: „Ich übernehme gerne diese Schirmherrschaft. Wenn es einem Menschen gut geht, sollte ihm stets bewusst sein, dass es einmal anders sein könnte. Und vor allem sollte er diejenigen Menschen, denen es derzeit nicht gut geht, keinesfalls vergessen!“

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