Jüngster Büttenredner gewinnt die 13. Auflage „Nachwuchs in die Bütt“

Von: Andreas Röchter
Letzte Aktualisierung:
7164064.jpg
Starker Büttennachwuchs: Sophie Wabbals, Sieger Lars Panczyszak, Lena Keufgens (vorne v. l.), Nico Wollgarten, Jana Classen, Anna Strüver (Mitte v. l.), Niklas und Lena Milewicz (hinten v. l.) mit Städteregionsrat Helmut Etschenberg. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Sie stellen sich einer Herausforderung, die neben Humor, Ideenreichtum sowie Sprach- und Schlagfertigkeit auch eine große Portion Mut voraussetzt. Eine gute Büttenrede zu entwickeln und diese auch auf die Bühne zu bringen, gehört zu den schwierigsten Aufgaben, die der „Fastelovvend“ zu bieten hat.

Am frühen Montagabend nahmen nun im vollbesetzten Gemeinschaftsraum des Senioren- und Betreuungszentrums der Städteregion Aachen in Eschweiler sechs junge Redner und Rednerinnen im Rahmen des Wettbewerbs „Nachwuchs in die Bütt“ diese Herausforderung an und stellten sich darüber hinaus dem Votum der sechsköpfigen Jury, die von Jutta Geese, Redakteurin dieser Zeitung, Städteregionsrat Helmut Etschenberg, dem Eschweiler Büttenrednerass René Külzer, Wim Lürken, Präsident des Festausschusses Aachener Karneval, Reiner Spiertz, Präsident des Verbandes der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise (VKAG), und Karl-Heinz Mattheis, Literat des VKAG, gebildet wurde.

Eingehende Diskussion

Nach eingehender Diskussion entschied dieses Sextett, den jüngsten Bewerber zum Sieger zu erklären: Der neunjährige Lars Panczyszak, Kinderpräsident der „Öcher Jonge“, überzeugte mit seiner spritzigen Rede aber auch das Publikum, das er bereits nach wenigen Augenblicken „voll im Griff“ hatte. Seine Belohnung: Neben dem Sessionsorden der Städteregion und einer kleinen Aufbesserung seines Taschengeldes vor allem ein Auftritt beim 50. Närrischen Empfang der Städteregion Aachen, der am Freitag, 28. Februar, in der Rodahal im niederländischen Kerkrade stattfindet. Aber auch die Platzierten durften sich als Sieger fühlen. Auf Rang zwei landete das Duo Lena Keufgens (16 Jahre) und Sophie Wabbals (13). Den dritten Platz teilte sich Anna Strüver mit dem Duo Jana Classen/Nico Wollgarten (alle 11 Jahre).

Witz und Enthusiasmus

Als Gewinner durften sich aber auch die „Geschwister in der Bütt“ Lena und Niklas Milewicz fühlen. Die zweifachen Sieger des Wettbewerbs (2011 und 2013) fungierten erstmals als Moderatoren und führten voller Witz und Enthusiasmus durch das Programm. „Wir haben uns hochgearbeitet“, bemerkte Lena Milewicz zunächst trocken, um anschließend festzustellen „Jetzt jeht et loss“. Und wie!

Nach der Auslosung der Startreihenfolge wirbelte zunächst mit Anika Jelic das Kindertanzmariechen der KG Ulk Eschweiler-Hehlrath mit beeindruckender Dynamik über die Bühne.

Dann ließen es Jana Classen und Nico Wollgarten verbal so richtig krachen. Die beiden Höfener sind Mitglieder der KG Biebesse und haben ihre liebe Mühe mit den älteren Familiengenerationen. „Opa weiß nicht, wie der PC eingeschaltet wird. Deshalb habe ich ihm eine E-Mail geschickt, in der steht, wie dies geht“, zeigt sich Nico hilfsbereit, während Janas Mutter zuletzt die Polizei rief, da der neue Postbote stundenlang auf dem Baum saß und dabei den Familienhund wüst beschimpfte. Auch Anna Strüver kommt zuhause nicht mehr richtig klar, da sich die „Alten“ doch sehr verändert hätten. Für deren Erziehung sei es jedoch längst zu spät. Nicht zuletzt, weil Mama den Faltenrock nun im Gesicht trage. Darüber hinaus sei die Schule deutlich überbewertet: „Wir Schüler machen die Arbeit und die Lehrer stecken die Kohle ein!“ Doch Anna lässt sich nicht unterkriegen. „Lieber eine 5 in Mathe als gar keine persönliche Note!“

Vor Rede Nummer drei glänzte das Kindertanzpaar der KG Nothberger Burgwache. Marie Krüttgen und Marlon Hannen harmonierten prächtig, tanzten im „Gangnam-Style“ und präsentierten Hebefiguren der Extraklasse.

Dann stieg Lars Panczyszak in den Ring, beziehungsweise die Bütt. Mit Hilfe brillanter Mimik und Gestik brachte der „Öcher Jong“ seinen Zuhörern einen kleinen Teil seines Lebens näher. „Für alles bin ich zu jung, nur nicht, um in die Schule zu gehen“, beschwerte er sich. „Möchte ich alleine ins Kino, heißt es, der Film ist ab 18. Ja soll ich mir etwa Märchen ansehen?“, fragte er in die Runde. „Bin ich 18, gehe ich mit den tollsten Menschen überall rein, komme früh oder gar nicht heim“, hat er aber bereits klare Vorstellungen für die Zukunft.

Den Abschluss lieferten mit Lena Keufgens und Sophie Wabbals zwei Schülerinnen des Alsdorfer Gymnasiums. Auch sie kämpfen mit der Pubertät: „Wir könnten von Besserem träumen, doch Mutter redet von Küche und Zimmer aufräumen“, schütteln beide den Kopf. Ihr Fazit ist eindeutig: „Pubertät ist, wenn die Eltern schwierig werden.“

Während die Jurymitglieder „in medias res“ gingen, erfreuten Lena und Niklas Milewicz die Gäste noch einmal mit ihrer Siegerrede aus dem Vorjahr, in der sie wissenschaftliche Erkenntnisse zum Besten gaben: „Ötzi muss aus den Niederlanden stammen. Nur ein Holländer geht mit Sandalen ins Hochgebirge.“ Musikalische Höhepunkte präsentierte zusätzlich die Band „Kölsch Bloot“. Dann war es an Helmut Etschenberg, das Ergebnis der Juryberatung zu verkünden und Bilanz zu ziehen: „Der Wettbewerb lebt, es gibt gute Nachwuchstalente in Sachen Büttenreden. Macht bitte weiter“, so der Appell des Städteregionsrates, der allen Wettbewerbsteilnehmern anbot, ein Nachgespräch mit „Profi“ René Külzer zu führen.

Auf Platt, mit Musik, in Reimform

„Ihr habt uns kind- und jugendgerechte Witze aus euren Lebensumfeldern geboten. Auf Platt, mit Musik und in Reimform. Aus euren Talenten könnt ihr viel machen. Wir wollen euch wiedersehen“, blickte Helmut Etschenberg in die Zukunft. Und wann kann es ein Wiedersehen geben? Spätestens während der 14. Auflage des Wettbewerbs „Nachwuchs in die Bütt“ im Jahr 2015. Bernhard Müller, Leiter des Senioren- und Betreuungszentrums der Städteregion Aachen, ließ auf Nachfrage des Städteregionsrates jedenfalls ein energisch zustimmendes Nicken erkennen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert