Stolberg/Eschweiler - Jubiläumsstück: „Theater Bühne frei“ feiert 25-jähriges Bestehen

Jubiläumsstück: „Theater Bühne frei“ feiert 25-jähriges Bestehen

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Stolberg/Eschweiler. Die Bewohner des Pariser Quartiers Chaillot haben Angst. Angst, ihr gewohntes Leben nicht mehr leben zu können. Nicht mehr in ihr Stammlokal „Chez Francis“ gehen zu können, den Alltag in ihrem Viertel für immer zu verlieren.

Die Heimat ganz gewöhnlicher Menschen – Lumpensammler, Kloakenreiniger, Blumenmädchen, Straßensänger, Bettler, Kellner, Geschirrwäscherinnen, Arbeitslose – ist in Gefahr, weil Großkapitalisten das Viertel sprengen wollen, um nach Erdöl zu bohren.

Selbst Heilsarmee und Polizei sind hilflos. So beginnt das satirische Märchen „Die Irre von Chaillot“ von Jean Giraudoux. „Theater Bühne frei“, die Theatergruppe des Helene-Weber-Hauses“ zeigt das Stück über die Kunst zu leben in sechs Aufführungen im Kulturzentrum Frankental.

Perfide Pläne

Ein geifernder „Präsident“, ein opportunistischer „Baron“, ein aalglatter „Makler“ und ein eiskalter „Prospektor“ treffen sich im besagten Café, um ihre perfiden Pläne zu besprechen – die erste Sprengung ist bereits konkret geplant. Doch sie haben ihre Rechnung ohne Aurelie gemacht.

Die alte Comtesse, von den Bewohnern des Viertels liebevoll und ob ihrer Verschrobenheit voller Respekt „Die Irre von Chaillot“ genannt, bekommt Wind von der Sache. Und wehrt sich. Gemeinsam mit ihren Freundinnen, der „Irren von Saint-Sulpice“, der „Irren von Passy“ und der „Irren von La Concorde“, schmiedet sie einen Plan …

Witzig, frech, sureal

Das Ensemble „Theater Bühne frei“ feiert 2015 sein 25-jähriges Bestehen. „Unser Jubiläumsstück werden wir besonders aufwändig gestalten, um unserem Publikum einen wunderbaren Abend zu bieten“, verspricht Regisseur Thomas Bünten. „Es wird witzig, frech und auch ein wenig surreal – romantische Lovestory, bekannter Chanson, schräges Licht und zirkusartiges Kostümbild inklusive. Es ist ein Stück für die ganze Familie, das wir mit 17 Schauspielerinnen und Schauspielern von neun bis 82 Jahren präsentieren.“

Eine flammende Rede

Die Premiere ist am 11. September. Fünf weitere Aufführungen folgen. Zeit genug also, sich das Theaterstück anzuschauen. Vielleicht identifiziert sich der eine oder andere Zuschauer mit dem Lumpensammler, der eine flammende Rede hält zum Niedergang der Welt, oder mit Martial, dem Kellner, der messerscharf und lakonisch beobachtet. Oder mit Irma, der Geschirrwäscherin, die einfach ihr Leben lebt, trotz aller Widersprüche.

Mit Pierre, der wegen eines ungedeckten Schecks in Bedrängnis gerät. Oder mit dem Kloakenreiniger, der im Grunde ein Geschichtenerzähler ist. Oder tatsächlich mit dem eigentlich dienstbeflissenen Polizisten, der dann doch geheime Leidenschaften offenbart. Und wer will nicht integer sein wie der Taubstumme?

Abgründe der „Makker“

Aber auch die Abgründe der so genannten „Makker“, der Großkapitalisten, spiegeln unsere Gesellschaft – und uns: Wer ertappt sich nicht ab und an dabei, allzu egoistisch zu sein, den eigenen Vorteil zu suchen, Vorurteile zu propagieren? Wer ist nicht profitorientiert und manchmal gierig?

Die Aufführungen finden an folgenden Terminen statt: Freitag, 11. September, 19 Uhr; Samstag, 12. September, 19 Uhr; Sonntag, 13. September, 18 Uhr; Freitag, 18. September, 19 Uhr; Samstag, 19. September, 19 Uhr; Sonntag, 20. September, 18 Uhr, jeweils im Kulturzentrum Frankental, Frankentalstraße 3, Stolberg.

Kartenvorverkauf: Helene-Weber-Haus, Oststraße 66, und Bücherstube am Rathaus, Rathausstraße 4 in Stolberg. Reservierungen: Telefon 02405/2764 und E-Mail: service@theaterbuehnefrei.de.

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