Jubiläumsfest des CDU-Stadtverbands Eschweiler

Von: Christoph Hahn
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Köpfe des Eschweiler Stadtverbandes: Nicht nur der CDU-Bezirksvorsitzende Axel Wirtz (hintere Reihe, Mitte) und Stadtverbandschef Thomas Schlenter (rechts) gratulierten: Ein Höhepunkt der Feier zum 70-jährigen Bestehen der CDU Eschweiler war die Ehrung verdienter Mitglieder. Foto: Hahn

Eschweiler. Nein, ein staatstragender Akt mit vielen steifen Reden war die 70-Jahr-Feier des CDU-Stadtverbandes Eschweiler wahrlich nicht. Vielmehr ging es am Donnerstagabend im „Rinkens Loft“ zu Neu-Lohn zu wie auf einem fröhlichen Familienfest.

Die Ansprachen waren knackig kurz, für Essen und Trinken war auch gesorgt und zwischendurch wurden die Menschen, die ihre politischen Leitgedanken im Rahmen der Union als Mandatsträger oder einfache Mitglieder in die Praxis umgesetzt hatten, zur Jubilarehrung nach vorne gebeten.

Herzlichkeit bestimmte den Ton, dazu gepflegte Geselligkeit. Die Menschen, die sich 25 Jahre und länger um die Union in der Indestadt verdient gemacht hatten (aber nicht nur sie), durften sich in der Gemeinschaft ihrer Parteifreunde wertgeschätzt und gut aufgehoben fühlen.

Thomas Schlenter, als Vorsitzender des Stadtverbands quasi auch der Gastgeber der Feier, blieb es vorbehalten, das Jubiläum in seinen historischen und politischen Kontext einzuordnen. Soziale Automatismen, nach denen Menschen wie von ganz alleine ihren Platz in Organisationen wie Kirche und Parteien finden, griffen heute nicht mehr: „Es ist heute leider nicht selbstverständlich sich in einer Partei zu engagieren oder auch nur Mitglied zu sein.“

Im Kontrast dazu stehe, wie der Vorsitzende und CDU-Vertreter im Stadtrat weitere ausführte, die Stimmung und Mentalität zu Zeiten der Parteigründung: „Dass gerade vor diesem Hintergrund vor 70 Jahren Frauen und Männer eine überkonfessionelle Partei mit dem Anspruch gegründet haben, Politik aus der abendländischen Tradition heraus und abgeleitet vom christlichem Menschenbild zu machen, finde ich äußerst bemerkenswert und der Erinnerung wert.“

Für dezidiert politische Töne sorgte auch der Vorsitzende des CDU-Bezirksverbandes, Axel Wirtz, als Stolberger nicht nur vom Parteibuch her ein Nachbar von Thomas Schlenter und seinen Mitstreitern. Ausdrücklich lobt Wirtz, zudem Abgeordneter im Düsseldorfer Landtag, Stadtverband und Fraktion als „schlagkräftige Truppe“.

Ein weiteres Kompliment ging an die Adresse der Jubilare: „Wir wären nicht die CDU, wenn es sie nicht gäbe“, formulierte der prominente Gast und fügte hinzu: „Danke für Ihre langjährige und zuverlässige Arbeit!“ Dass seien auch heute noch wichtige Wesensmerkmale politisch arbeitender Menschen – besonders in einer Stadt, in der die CDU seit Jahren in der Minderheit ist: „Gerade wenn die Mehrheit eine andere ist, kommt es auf Treue und Zuverlässigkeit an.“

Auch zur aktuellen Lage fand der NRW-Parlamentarier Worte: „Wir sind gut damit beraten, eine auf Humanität bezogene Politik zu machen“, betonte er und schlug den Bogen zur Auseinandersetzung mit der rechten „Alternative für Deutschland“ (AfD) und ähnlichen Kräften: „Mit konservativen Gedanken kann man eine progressive Flüchtlingspolitik machen.“

Menschlich an- und berührend fielen zwei weitere Redebeiträge aus. So bekannte die Vorsitzende der Jungen Union (JU) Eschweiler, Catarina dos Santos: „Wir in Eschweiler sind eine CDU-Familie.“ Simon Küpper, nicht nur Christdemokrat, sondern auch Vorsitzender des Geschichtsvereins, entführte in seinem äußerst farbigen Referat die Zuhörer in die Zeit der Gründung des Eschweiler Stadtverbandes, am 8. März 1946 in Lambert Boshofs Schuhlager.

Er erinnerte nicht nur an längst verlorenen Mehrheiten von bis zu 49 Prozent, sondern ließ auch verstorbene Größen der Partei wie den einstigen Bundestagsabgeordneten Josef „Bundes-Müller“ Müller und Jakob Kohl wieder auferstehen, der in der britischen Partnerstadt Reigate & Banstead in treuer Übersetzung nur als „Jimmy Cabbage“ bekannt gewesen sei.

Rheinische Partei

Denn darin ist sich die Eschweiler CDU treu: In ihrem Traditionsbewusstsein bleibt sie stets die Christlich-demokratische Union. Wie es sich für Eschweiler jedoch gehört ist sie auch geprägt vom Humor ihrer Mitglieder und somit eine typisch rheinische Partei.

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