Eschweiler - „Jour fixe Kultur“: Kulturtreibende wollen Wir-Gefühl schaffen

„Jour fixe Kultur“: Kulturtreibende wollen Wir-Gefühl schaffen

Von: ran
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Eschweiler. Nach den vorherigen Zusammenkünften in Euskirchen und Heinsberg bildete die führende Kleinkunstbühne der Städteregion den dritten Treffpunkt der Reihe, die unter der Überschrift „Mehr Austausch! Bessere Vernetzung! Neue Ideen!“ steht.

Die Bandbreite reichte von der freischaffenden Theaterschauspielerin, dem Vertreter des Förderkreises „Zeitgenössische Kunst“ des Kreises Euskirchen, dem selbstständigen Video- und Installationskünstler über die freiberufliche Theatertherapeutin, der Leiterin der Eschweiler Stadtbücherei, dem freischaffenden Bildhauer sowie einer Psychotherapeutin, die sich unter anderem der „Poesietherapie“ verschrieben hat, bis hin zu Vertretern der Wirtschaftsförderung der Städte Heinsberg und Eschweiler, der Tanzpädagogin und Choreographin aus Aachen, dem schlicht und einfach kulturinteressierten Bürger sowie nicht zuletzt Kulturmanager Max Krieger! Sie alle waren am Donnerstagabend der Einladung der Verantwortlichen des „Zweckverbands Region Aachen“ zum „Jour fixe Kultur“ in das Bistro des indestädtischen Kulturzentrums Talbahnhof gefolgt.

„Ziel dieser Treffen ist es, den Kulturschaffenden der gesamten Region Aachen ein niedrigschwelliges Angebot, eine Art Stammtisch zur Verfügung zu stellen, an dem sie Kontakte knüpfen und pflegen können. Wir möchten eine Plattform anbieten, an der Menschen, die sich intensiv mit Kultur befassen, sich kennenlernen, Gemeinsamkeiten entdecken, Kooperationen anstreben und auch die Möglichkeit haben, die unterschiedlichsten Arten finanzieller Unterstützung zu erörtern“, begrüßte Susanne Ladwein, die als Mitarbeiterin des Zweckverbands Region Aachen für die Bereiche Kultur und Tourismus verantwortlich zeichnet, die Gäste des „Jour fixe Kultur“. Nicht zuletzt ist das Projekt Teil des Förderprogramms „regionale Kulturpolitik NRW“. „Dieses unterstützt vernetzte regionale und auch grenzüberschreitende Projekte, allerdings keine kommunalen Initiativen“, so Susanne Ladwein.

Bevor die Teilnehmer des Treffens in intensive Gespräche einstiegen, stellte Johannes J. Arens, ebenfalls Mitarbeiter des Zweckverbands, den Gästen mit Ines Kubat die erste „Regionsschreiberin“ der Region Aachen vor. Die gebürtige Nordhessin studierte in Aachen Anglistik sowie Politikwissenschaften und erkundet seit Mitte Juni die Region Aachen als erste Stipendiatin des Zweckverbands. Ihre Erlebnisse gibt sie in ihrem Internetblog www.stadt-land-text.de, einem journalistisch-literarischem Projekt der Region Aachen, wieder.

Zitate aus dem Blog

Am Donnerstagabend las Ines Kubat nun drei Texte vor, in denen sie ihre Erlebnisse mit dem Besitzer einer „Pommesbude“ auf dem Dürener Kaiserplatz, beim „Urban exploring“ (Erkundung verlassener Bauwerke) in Eschweiler sowie der Bewanderung des „Eifelstiegs“ beschrieb. Und wie lautet das Zwischenfazit der Regionsschreiberin nach zweieinhalbmonatiger Erkundung der Region Aachen? „Das Wir-Gefühl innerhalb der Region ist ausbaufähig. Die Euskirchener tendieren eher in Richtung Köln und die Heinsberger nach Mönchengladbach. Aber auch die Aachener könnten einmal heraus aus ihrer Stadt, um die Nachbarkommunen kennenzulernen“, erklärte Ines Kubat. „Dieses Projekt soll dazu beitragen, ein Wir-Gefühl zu entwickeln. Es ist viel Potenzial vorhanden, wie die Kooperationen während der Bewerbung zur Kulturhauptstadt gezeigt haben. Leider werden diese Potenziale bisher nicht ausgeschöpft“, betonte Johannes J. Arens.

Während der Vorstellungsrunde der „Jour fixe“-Teilnehmer forderte auch der Aachener Kulturpolitker Hermann Josef Pilgram mehr Mut, aufeinander zuzugehen: „In Aachen wird zu wenig über den Tellerrand geschaut! Von der regionalen Kulturpolitik kommt dort kaum etwas an. Es ist zu wenig regionale Identität vorhanden. Ein Hinausgehen in die Region findet nicht statt.“ Die Sorge, dass Kultur generell ins Hintertreffen gerate, äußerte Eschweilers Wirtschaftsförderer Dieter Kamp: „In den Schulen wird vor allem über die naturwissenschaftlichen Fächer gesprochen. Diese sind natürlich wichtig. Doch ich habe Angst, dass der Bereich Kultur zunehmend vernachlässigt wird.“

Noch drei weitere „Jour fixe Kultur“-Treffen sind in diesem Jahr geplant. Nach den Zusammenkünften am 25. September in Euskirchen und am 23. Oktober in Heinsberg steht am 27. November erneut der Eschweiler Talbahnhof auf dem Programm.

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