Josh-Smith-Trio bei „Blues meets Rock“

Von: psi
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Josh Smith: Filigraner Gitarrist und gleichzeitig eine Art musikalischer Urgewalt auf der Bühne. Foto: Paul Santosi

Eschweiler. Über ein recht gut besuchtes Haus bei „Blues meets Rock“ freute sich am Mittwoch abend im Rio in der Schnellengasse das Josh-Smith-Trio. Ein wenig argwöhnisch waren die Zuschauer ob der Medien-Lobhudelei im Vorfeld vielleicht schon, aber was die Band dann in knapp drei Stunden live auf die Bühne brachte, verlangt kompletten Respekt.

Gleich von Beginn an übte der 36-jährige Smith enorme Bühnenpräsenz und Druck aus. Mit „Pusher“, einem Song aus seiner neuen CD, holt Josh Smith im ersten Spieldrittel so ziemlich alles aus seiner Gitarre, was technisch möglich ist, behält aber immer den Überblick für gelungene Song-Strukturen und nervt das Publikum nicht mit ausufernden Soli.

Erneut zeigte sich, wie dicht und nahe beieinander Triomusik von eingespielten Profis klingen kann. Rhythmisch konnte sich Josh Smith auf einen exakten Drummer und einen überzeugenden Bassisten verlassen. Seine Jungs hatten keinerlei Probleme damit, locker wie aus dem Ärmel verschiedene Stimmungen zwischen Bluesrock, Funk und Country zu schütteln.

Auch Bluesklassiker wie Willie Dixons „I can‘t quit you, Baby“ transportierten die Drei gekonnt nach dem Musikermotto: „Am schönsten ist es, etwas furchtbar Schweres kinderleicht aussehen zu lassen.“ Zwischen harten Riffs und ständigen Stilwechseln verlor Josh Smith nicht viele Worte, sondern überließ das Sprechen seinen Gitarren. Die Band spielte sich derart in Wallung, dass sie die sonst übliche Pause zwischen den Sets erst nach rund eineinhalb Stunden in Anspruch nahm.

Auch nach der Halbzeit staunten viele nicht schlecht, als Josh Smith Blues- und Jazz-Klänge miteinander vermischte. Der Band gelang ein Swing, der nahezu so cool war, wie der berühmte Dschungelbuch-Gemütlichkeits-Song von Balou, dem Bären.

Wenige Minuten später übte sich der US-Gitarrist dann im geschmackvollen Verstecken bekannter Phrasen klassischer Led-Zeppelin-Songs. Schon zu diesem Zeitpunkt löste das Josh-Smith-Trio mit nahezu jedem Stück ein mittleres Klang-Beben aus und erntete verdienten Applaus. Das Smith auch mit dem Country-Stil keine Berührungsängste hat, zeigte er schließlich mit einem furiosen Medley.

Wer im Rio stand und selbst Instrumentalist war, erhielt nebenbei eine atemberaubende Lektion in Sachen Fingerpicking-Technik, während die Zwei-Mann-Rhythmus-Abteilung hinter ihm alle acht Takte das Thema wechselte. Nach den absolut sehens- und hörenswerten Konzert von Michael-Lee Firkins im vergangenen Monat, war der Auftritt von Josh Smith zweifellos ein weiteres Highlight von „Blues meets Rock“.

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