Jôn Svensson: Der freundliche Herr mit den leuchtenden Augen

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So kannte man ihn anno 1943/44
So kannte man ihn anno 1943/44 in Eschweiler: Jôn Svensson. Zur Buchmesse erschien jetzt unter anderem eine Biografie des Autors.

Eschweiler. Island ist in diesem Jahr das Partnerland der Frankfurter Buchmesse. Anlass genug, an den wohl größten Kinderbuchautor des Landes zu erinnern: Pünktlich zur Messe erscheint eine Neuauflage von Jôn Svenssons Buch „Wie Nonni das Glück fand”, sowie eine Biographie von B. Pêtursdôttir unter dem Titel „Jon Svensson: Nonni, Leben und Werk”.

Mit seinen Nonni-Büchern war und ist der Jesuitenpater Jôn Svensson der in Deutschland bekannteste isländische Schriftsteller. Seine Bücher wurden weltweit in über 40 Sprachen veröffentlicht.

Dass Jon Svensson auch eine enge Beziehung zu Eschweiler besitzt, wissen nur noch wenige.So wie Ludger Petersmann, jahrzehntelanger Verwaltungsdirektor des St.-Antonius-Hospitals und zur Zeit mit der Aufarbeitung der Geschichte des Eschweiler Krankenhauses in Buchform befasst.

Der graue Kriegsalltag und das beschwerliche Leben wurde für Stunden ausgeblendet, sobald in den Kriegstagen der Jahre 1943 und 1944 ein betagter Herr die Türen zu den Kinderzimmern des St.-Antonius-Hospitals öffnete. Schmerz und Heimweh waren verschwunden. Die kleinen wie aber auch die großen Patienten waren begeistert von den Geschichten, die dieser Mann zu erzählen wusste, so die junge Ordensschwester Fernandez, die spätere Schulschwester der Krankenpflegeschule (entnommen aus einem Beitrag der Kirchenzeitung, Jahrgang 1989). Dr. Franz Jansen, früherer Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe, auf diesen Patienten angesprochen, erinnerte sich an die Begeisterung seines Vaters über die Begegnungen mit dieser Persönlichkiet. Sein Kommentar: „Mein Vater war ein begeisterter Leser der Nonni-Bücher.”

Der am 16. November 1857 in Island geborene Schriftsteller kehrte nach seiner Weltreise 1936-1938 wieder in sein Jesuitenkolleg nach Valkenburg zurück, das am 7. Juli 1942 von der Gestapo beschlagnahmt wurde. Der fast 80-jährige Pater fand Aufnahme im Marienhospital Aachen-Burtscheid. Nach der teilweisen Zerstörung des Hospitals kam er bei den Kreuzschwestern in St. Raphael Aachen-Soers unter. Mit der ständigen Zunahme der Fliegerangriffe auf Aachen und aufgrund seiner Erkrankung wurde das St.-Antonius-Hospital in Eschweiler seine neue Zufluchtstätte. Hier hielt er, soweit er konnte, aus seinen vielen Erzählungen Vorträge für Jung und Alt und schrieb an seinem neuen Buch über die gemachte Weltreise. Mit dem Näherrücken der Kriegsfront im September 1944 sicherten ihm die Ordensschwestern eine neue Bleibe im ordenseigenen Franziskus-Hospital in Köln-Ehrenfeld, wo er am 16. Oktober 1944 verstarb.

Nach seinem Tod schrieb einer seiner Leser und Verehrer: „Es ist mir, als ob ich den alten, sympathischen Herrn mit leuchtenden Augen im Garten des Hospitals in Eschweiler noch vor mir sähe, auf Stock und Schirm gestützt und umringt von einer Schar von Kindern, so lebhaft und anschaulich, dass man meinte, Nonni müsse noch immer weiter leben.” (aus: Jôn Svensson, Ein Lebensbild „Nonnis” von Hermann A. Krose, Verlag Herder Freiburg 1949). Wer noch Erinnerungen an Jon Svensson in Eschweiler besitzt, kann sich in unserer Redaktion melden. Wir leiten sie gerne weiter.
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