Jörg Pilawa zu Besuch in der Sportschule Chae

Von: Rudolf Müller
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Familientreffen mit Star-Moderator: (v.l.) Chae Seung-Eun, Jörg Pilawa, Astrid Chae, Sohn Samy Chae und Freundin Eva. Mehrere Stunden war Pilawa in der Sportschule an der Jülicher Straße zu Gast. Foto: Rudolf Müller
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Nicht ganz sauber durchtrennt: Dennoch zeigte Jörg Pilawa bei seinen ersten Versuchen mit dem Bambusschwert beeindruckende Leistungen. Foto: Rudolf Müller
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Karate Kid lässt grüßen: Aufnahmeleiter Andreas Pützer beim fröhlichen Taekwondo-Schlagabtausch mit dem Meister. Amüsiert verfolgt Chaes Ehefrau Astrid das Geschehen. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Als der Mann im warmen Parka am Mittwochmorgen mit der Tür ins Haus fiel, war das nicht das erste Mal. Viermal schon hatte er die Glastür aufgestoßen und den Herrn des Hauses freudig begrüßt. Beim fünften Versuch war sein Kamerateam endlich zufrieden: Die erste Szene von Jörg Pilawas Besuch in der Eschweiler Sportschule Chae war im Kasten.

Dass sich der beliebte TV-Moderator etliche Stunden lang in der Sporthalle an der Jülicher Straße aufhielt, lag nicht nur daran, dass TV-Aufnahmen nun mal ihre Zeit brauchen. Sondern auch daran, dass der Hamburger sich bei Meister Chae Seung-Eun sichtlich wohl fühlte. Der 56-jährige Koreaner ist einer von nur vier Großmeistern seiner Kunst in Europa - alle vier leben in Deutschland und lehren hier ihre Schüler, was Haidong Gumdo bedeutet: Der „koreanische Weg des Schwertes“ beschreibt die Kunst äußerst präzisen Umgangs mit verschiedensten Schwertern.

Dazu gehört neben dem Formtraining mit Angriffs- und Verteidungsbewegungen die Disziplinen Papier schneiden, Kerzen löschen, Schwertkampf und Schwerttanz. Wie präzise der Kampfkunstlehrer seine Waffen aus Bambus oder mehrfach gefaltetem Stahl beherrscht, das wird er in Kürze unter Beweis stellen: Chae Seung-Eun ist einer von fünf Kandidaten in Jörg Pilawas Show „Deutschlands Superhirn“, die am 27. Mai ab 20.15 Uhr live aus Berlin übers ZDF zu sehen sein wird.

Am Mittwoch demonstrierte er Jörg Pilawa, was er in Berlin in perfektem Zusammenspiel von Körper und Geist zu leisten imstande sein will. Was genau dies ist, wird nicht verraten. Nur soviel: Es wird ganz schön spannend zugehen in der Show. Davon konnte sich Jörg Pilawa am eigenen Leib überzeugen: Seine eigenen ersten Versuche mit dem Bambusschwert zeigten zwar gehöriges Talent, trugen dem Moderator aber auch blaue Flecken und Schnitte ein.

Dennoch: Pilawa war begeistert. „Das ist mein Sport“, tat er kund und war vor der Spiegelwand kaum noch vom Schwert zu trennen, mit dem er Papierbögen elegant zerteilte. Meister Chae ist da schon ein Stück weiter: Der Träger des 4. Dan in Haidong Gumdo holte schon bei der WM 2000 zweimal Bronze. 2010 blieb es bei Bronze im Papierschneiden, aber im Bambusschneiden gab es Gold. Und 2012 erreichte Chae in der Master-Klasse, in der nur die Elite sich messen darf, Silber in Formlauf und Bambusschneiden.

Als Chae Seung-Eun Anfang der 80er-Jahre nach Deutschland kam, hatte er eigentlich anderes im Sinn: „Damals herrschte in Korea eine ähnliche Krise wie heute. Mein Vater schickte mich ins Ausland, damit im Fall eines Kriegs wenigstens einer aus der Familie sicher überlebte.“ Chae kam nach Bad Hersfeld, holte sein Abi nach (sein koreanisches galt hier nichts) und begann an der FH in Aachen ein Maschinenbaustudium. „Ich wollte mein Studium schnell hinter mich bringen und dann wieder zurück nach Hause“, erinnert er sich. Es kam anders: Chae lernte seine Frau Astrid kennen ("eine reinrassige Öcherin"), ließ das Studium, das er selbst finanzieren musste, Studium sein und widmete sich dem Kampfsport.

Schon 1970 hatte er in Korea den ersten Schwarzgurt im Taekwondo erworben. Heute lebt er mit seiner Frau in Hamich (Sohn Samy, 20, ist gerade nach Aachen gezogen) und betreibt seit mittlerweile 15 Jahren die Sportschule an der Dürener Straße 55. Hier stöberten die „Superhirn"-Scouts des ZDF ihn auf. Und hier lernten sich auch Jörg Pilawa und die Chae-Familie sich kennen, nachdem Pilawas Kamerateam schon in der vergangenen Woche Szenen aus der Arbeit in der Sportschule aufgezeichnet hatte.

„Ich hätte nie gedacht, wie aufwendig so ein Dreh ist“, seufzte Chae Stunden später. Zwei Drehtage später hat das Team ausreichend Material - für einen Dreieinhalb-Minuten-Einspieler, den das ZDF am 27. April zeigt. Dann wird sich auch zeigen, ob sich der Aufwand über den Spaß hinaus, den alle Beteiligten hatten, gelohnt hat: Von fünf Kandidaten kommen diejenigen in die Endrunde, die ihre jeweilige Herausforderung meistern. Und dann bestimmt das Publikum, wer „Deutschlands Superhirn“ ist. Und das Preisgeld von 25.000 Euro einstreicht.

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