Jörg Knör: Merkel und Schröder aus einem Mund

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Gefühlte 20 Stimmen in einer
Gefühlte 20 Stimmen in einer Person: Jörg Knör begeisterte auch im Eschweiler Kulturzentrum.

Eschweiler. „Ey Knör, haste die Merkel schon drauf?” - „Das will ich mir nicht mal vorstellen!” Dennoch hat er sie drauf, ob er nun will oder nicht - die Merkel, den Schröder, den Schmidt, den Brandt, den Heesters ,die Meysel und viele mehr.

Jörg Knör, der Imitator unter den Comedians, die eine Stimme, die alle anderen nachahmen kann, gab sich ein Stelldichein im Kulturzentrum Talbahnhof. Dieser jedoch zeichne sich laut Knör nicht nur durch seine Nähe zum Publikum aus, sondern vornehmlich dadurch, dass er gar kein Bahnhof sei, jedenfalls nicht mehr.

Doch das ist längst nicht das einzige Problem des Knörs. Er ist ein 52-jähriger Mann und der männliche Körper ab 50 hat nun einmal seine Eigenarten. In diesem Alter „wachsen die falschen Sachen” an den falschen Stellen.

Knör fasst zusammen: Der Körper ab 50 scheint sich eindeutig zu langweilen, „zieht Haare von oben ein und schmeißt sie unten wieder raus”, also in der Nase. Logisch, wo auch sonst. Na ja, in den Ohren vielleicht noch. Und kaum vergehen einige weitere Jahre wird aus „Ich liebe dich” ein liebliches „Ich schiebe dich”.

Das ewige Leben hingegen, das gebe es ohnehin nur online - im sozialen Netzwerk „Facebook”. Bekanntermaßen vergisst das niemals auch nur irgendetwas.

Vergessen, das ist ein gutes Stichwort. Vergessen werden die Zuschauer diesen Abend so schnell nicht. Denn dort stand Jörg Knör auf der Bühne, hinter ihm eine wolkige und prächtige Kulisse, weiße hölzerne Bretter, ein Stuhl, ein Tisch, ein paar Blümchen. Er malte, er tanzte, er sang, er sprach und er verkleidete sich. Er tat im Prinzip all das, was ein gestandener Mann auf einer Bühne so tut. Und das kann er auch.

Der Kölner steht seit über 30 Jahren auf der Bühne und startete seine Karriere im Jahr 1981 im ARD-Talentschuppen. Nun wird es Zeit für ein „Reclam Heft” - eine Sammlung seiner größten Werke, eine Sammlung seiner besten Sprüche, eine Sammlung seiner Kreativität. All das soll Einzug halten in deutsche Schulen.

Am besten noch in den Variationen, die auch er bietet. Denn Jörg Knör erzählt die mit Abstand schlechtesten Witze mit den besten Methoden. Knör kann den Mario Barth, den Maddin Schneider, Otto, Rainer Calmund, Howard Carpendale und auch Désirée Nick. Er bot gefühlte 20 Persönlichkeiten an einem Abend, in einem Raum und in einer einzigen Person.

Für das Publikum bot sich ein Heidenspaß. Doch auch ihm machte es Spaß - hier bei uns in Eschweiler, hier bei uns im Talbahnhof. „Ganz ehrlich, es hat wirklich Spaß gemacht bei ihnen” und das obwohl sich auf dem Weg nach Eschweiler noch folgende Szenerie abspielte:

Jörg Knör tippte „Eschweiler” ins Navi ein. Die nette Damenstimme antwortete freundlich: „Fahr nicht hin.”
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