Jobcenter: Der Aufschwung geht an Behinderten meist vorbei

Von: rpm
Letzte Aktualisierung:
11738405.jpg
Dass auch dieser Junge Mann wie Rainer (siehe Artikel oben) in einer Fahrradfirma arbeitet, ist Zufall: Eric ist gehörlos und hat hier den Sprung von einer Behindertenwerkstatt in den ersten Arbeitsmarkt geschafft. Foto: Stock/epd

Eschweiler. Von den 2815 Menschen in Eschweiler, die im Januar Arbeit suchten, waren 194 schwerbehindert. 111 von ihnen fielen als Hartz-IV-oder S6BII-Bezieher in die Zuständigkeit des Jobcenters der Städteregion. Das, so dessen Sprecher Horst Mendez, vermittelt zwar Praktika, aber die sind auf vier Wochen begrenzt und dienen nur zum „Ausprobieren“, ob der Praktikant für einen bestimmten freien Job geeignet ist.

Klaus Jeske, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Aachen-Düren, unterstreicht die Appelle an Arbeitgeber, Jobs für Behinderte bereitzustellen. „Das ist für uns ein großes Thema. Umso mehr, als Behinderte in der Regel nicht von Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt profitieren.“

Arbeitgeber, die im Jahresdurch schnitt monatlich über mindestens 20 Arbeitsplätze verfügen, sind verpflichtet, schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Tun sie das nicht, sind Ausgleichsabgaben fällig.

193.541 sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse zählte die Städteregion anno 2013 (aus diesem Jahr stammen die jüngsten statistischen Berichte). Die insgesamt 901 Arbeitgeber in der Städteregion mit 20 und mehr Arbeitsplätzen brachten es 2013 auf insgesamt 119.385 Arbeitsplätze; 5380 Pflichtarbeitsplätze waren besetzt, 1474 blieben unbesetzt. Die 834 privaten Arbeitgeber verfügten über 87108 Arbeitsplätze, davon 3441 besetzte Pflichtarbeitsplätze. 1330 weitere blieben unbesetzt. Die 67 öffentlichen Arbeitgeber stellten 32.277 Arbeitsplätze. 1934 Pflichtarbeitsplätze waren besetzt, 144 blieben frei.

Unter den im Berichtsjahr in der Städteregion beschäftigten 6355 schwerbehinderten Menschen waren lediglich 58 Auszubildende. Damit lag die Städteregion prozentual aber immer noch weit über den NRW-Zahlen: Hier waren unter 231.510 Schwerbehinderten nur 1538 Azubis.

Ein Blick auf die Altersstruktur der beschäftgten Schwerbehinderten in der Städteregion: Von den 6355 Menschen waren 81 unter 25 Jahre, 297 zwischen 25 und 34, 738 zwischen 35 und 44, 2289 zwischen 45 und 54, 2882 zwischen 55 und 64 und 68 65 Jahre und älter.

Klaus Jeske: „Ob Arbeitgeber, die Behinderten eine Chance geben wollen, oder Arbeitsuchende – jeder kann sich gerne an die Agentur für Arbeit wenden. Wir sinsd sehr gut vernetzt und können ihnen für alle Belange den richtigen Ansprechpartner vermitteln.“

Die Hotline für Arbeitgeber hat die kostenfreie Nummer 0800/45555-20

Die ebenfalls kostenfreie Servicenummer für Arbeitsuchende lautet 0800/45555-00

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert