Eschweiler - Jeder vierte Schüler hat ausländische Wurzeln

Jeder vierte Schüler hat ausländische Wurzeln

Von: pan
Letzte Aktualisierung:
Schülerin mit Kopftuch: Herku
Schülerin mit Kopftuch: Herkunftssprachlicher Unterricht steht auch auf Eschweiler Stundenplänen. Foto: imago/Gerhard Leber

Eschweiler. Die Zahl der Schüler mit Zuwanderungsgeschichte wächst in Eschweiler. Die Wurzeln von 1479 junge Menschen an indestädtischen Schulen liegen nicht in Deutschland. Dies ergibt eine Quote von 26,08 Prozent.

Vor einem Jahr betrug sie noch 25,09 Prozent. Jeder zehnte Schüler besitzt keine deutsche Staatsangehörigkeit, nämlich 621 junge Leute sind Aussiedler oder Ausländer. Dies geht aus der aktuellen Statistik hervor, die jetzt dem Integrationsrat vorgelegt wurde.

Drei Grundschulen fallen mit einem besonders hohen Anteil an Schülern mit Zuwanderungsgeschichte ins Auge: die Evangelische Grundschule Stadtmitte (60,23 Prozent), die Katholische Grundschule Eduard Mörike (51,61) und die Katholische Grundschule Don Bosco (45,83). Insgesamt drücken an diesen drei Schulen 364 Kinder mit Wurzeln im Ausland die Schulbank.

Legt man die sprachliche Herkunft zu Grunde, so bilden die türkischsprachigen Kinder und Jugendliche die größte Gruppe. Ihr gehören 157 Schüler an. Allerdings dicht gefolgt von russischen Muttersprachlern mit 124 Schülern. Serbokroatisch (73) und Arabisch (68) folgen dahinter. Allerdings zählen unterschiedliche Nationalitäten zu einem Sprachtypus.

Diese statistische Erfassung ist für einen herkunftssprachlichen Unterricht von Bedeutung. Er trage zum Erhalt der Mehrsprachigkeit bei und fördere das Erlernen weiterer Sprachen, heißt es in der Verwaltungsvorlage für den Integrationsrat. Darüber hinaus wirke er sich positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung und den schulischen Erfolg aus.

Auch in Eschweiler wird schon seit längerem herkunftssprachlicher Unterricht angeboten. Konkret werden Schüler in Türkisch, Arabisch, Italienisch und Portugiesisch unterrichtet, letzteres vom Konsulat. In Zahlen ausgedrückt: 39 Schüler erhalten Türkisch-Unterricht, bei 41 Schülern steht Arabisch auf dem Stundenplan, sechs Schüler über Italienisch ein, 30 Schüler beschäftigen sich mit Portugiesisch.

Für die Sekundarstufe wurde zudem Bedarf an Polnisch und Russisch angemeldet. Laut Richtlinien soll im Schnitt ab 15 Schüler ein Kurs eingerichtet werden. Für das Schulamt der Städteregion bedeutet das konkret, dass aufgrund der vorhandenen Lehrer bei 22 Kindern ein Kurs Türkisch eingerichtet wurde, ab acht Kinder ein Kurs Arabisch angeboten wurde.

Die aktuelle amtliche Schulstatistik weist insgesamt 515 Ausländer und 115 Aussiedler an Eschweiler Schulen auf. Insgesamt 6735 junge Indestädter drücken im Schuljahr 2011/2012 die Schulbank. Bei den weiterführenden Schulen fällt auf, dass fast jeder vierte Hauptschüler keinen deutschen Pass besitzt. Die Hauptschule Stadtmitte besuchen 85 Ausländer (von 332 Schülern), in Dürwiß sind es 23 Ausländer (von 93). Von den 1113 Gesamtschülern haben 173 Schüler keine deutsche Staatsangehörigkeit. Am Städtischen Gymnasium kommen 37 Ausländer auf 1107 Schüler, an der Bischöflichen Liebfrauenschule ist die Quote noch geringer: neun nicht-deutsche Pennäler bei insgesamt 977 Schülern.

Die Schulstatistik wird immer zum 1. Oktober eines Jahres aktualisiert, um sämtliche Anmeldungen zum Schuljahresbeginn zu erfassen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert