Nuthbersch - Jede Menge Gänsehautmomente im DOM 2000

Jede Menge Gänsehautmomente im DOM 2000

Von: mah
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Günni und Engel Wendland von Amor getroffen – eine romantisch schmerzhafte Szene aus der schauspielerischen und unterhaltsamen Darbietung der Männertanzgarde. Foto: Manuel Hauck

Nuthbersch. Abwechslungsreich und vor allem mit vielen eigenen Kräften brachten die Nothberger Burgwächter ihr Festzelt bis in die Nacht zum Beben. Vor ausverkaufter Kulisse warteten die rund 500 Närrinnen und Narren auf einen Abend rheinischen Frohsinns und wurden zu Beginn gleich mit einem Novum überrascht.

Während der Rest des Zelts in Dunkelheit gehüllt war, setzten eine Licht- und Nebelshow die Bühne in Szene, als der erste Solist wie aus dem Nichts im Spot erschien. Großes Kino folgte, als Stephan Breuer, musikalischer Leiter der Nothberger Fanfarentrompeter Klassiker anstimmte. Er sorgte für erste Gänsehautmomente, als das Publikum im Dunkeln die Lieder enthusiastisch mitsang.

Außerordentliches Engagement

Dann erschien auch Präsident Frank Fischer und bat, nun in erleuchteter Halle, das uniformierte Korps um Einmarsch. Die Bühne füllte sich mit einer rot-gelben Schar, die den Rahmen für eine seltene Ehrung gab. Für diese gesellten sich Vertreter des Karnevalskomitees der Stadt Eschweiler, darunter Präsident Norbert Weiland, zu den Burgwächtern.

Die Ehrung galt an einem Musiker, Büttenredner, Präsidenten und auch Prinzen der KG, der für sein außerordentliches Engagement für die Eischwiele Fastelovend von Weiland mit dem Komitee-Orden in Gold mit Brillanten ausgezeichnet wurde. Karl Velden erhielt die nur einmal jährlich und bisher an 20 Personen vergebene Auszeichnung.

Zu Ehren von Velden, so Fischer, wurde der übliche Rhythmus der Sitzung unterbrochen und der Funkenblock unter der Kommandantur von Norbert Wildt präsentierte sich gleich zu Beginn in geschlossener Form. Jugendtanzmarie Cheyenne Schnötzel ertanzte sich mit einer schnellen Choreographie die Begeisterung des Publikums, während das Tanzpaar Kim Mosbeux und Sebastian Gühsgen zunächst einfühlsame Momente zeigte und zu Kölsch-Rock am Ende seiner Darbietung Gas gab. Zum Zuge kamen ebenfalls die Spielfreunde unter Leitung von Stefan Wildt, ehe die Mädchengarde den Vortrag des Funkenblocks beeindruckend abschloss.

Das große Funkencorps marschierte daraufhin ab, Präsident Fischer und sein Elferrat nahmen Platz für die erste Büttenrede des Abends. Stefanie Bücher, besser bekannt als „Breedmuhl van Bersch“, übernahm die Herausforderung der ersten Rede der Sitzung und hatte das Publikum mit pointierten Geschichten auf ihrer Seite.

„Brass und Spass“ hallte dann von der Bühne in den Saal hinein, getreu Name und Motto der Eschweiler Stimmungsband im Big-Band-Format. Eine halbe Stunde lang brachten die zwei Dutzend Musiker unter Leitung von Rouven Berndt das Zelt mit einem breit gefächerten Repertoire zum Singen und Tanzen.

Bereits mit vorgelegter guter Stimmung im Zelt, waren anschließend die Mädchen der Jugend-Showtanzgruppe an der Reihe. Auch sie hielten die Jecken mit ihrer Choreographie und deren leidenschaftlicher Ausführung bei bester Laune.

Mit „Engel Hettwich“ flog die nächste Büttenrednerin auf die Bühne, die mit einer Lokalitäten-Liste vom Rhein bis in das Ruhrgebiet beachtliche Spielorte aufzuweisen hat. Hettwich scheute nicht vor Selbstironie ihrer gut gebauten Figur und provozierte mit ihrer aufgeweckten Art Lacher für Lacher. Als Engel kam die Männertanzgarde unter Kommando von André Wendland daraufhin ebenfalls angeflogen.

Ein paar schwarze Schafe gibt es stets, so auch bei der schauspielerisch hochkarätigen und tänzerisch eher durchwachsenen, aber durchweg unterhaltsamen Darbietung. Die dabei erzählte romantische Liebesgeschichte zwischen Günni und Engel Wendland sorgte für Begeisterung im Publikum.

„Närrische 33 Jahre mittlerweile in der Bütt und davon 50 Jahre auf der Bühne in Bersch“, so kündigte Präsident Fischer Dauergast und Zwiegespräch „Schlabber und Latz“ an. Als Urgesteine aus dem benachbarten Alsdorf sind die beiden auf den Bühnen in und um Köln unterwegs und erheiterten auch bei dieser Sitzung die Nothberger Jecken. Daraufhin wurden die beiden von dem singenden Wirt Helmut Schröder abgelöst, der sowohl in die Bütt sprang, aber auch gesanglich den vierten humoristischen Beitrag des Abends leistete.

Abschied nehmen hieß es anschließend zunächst, als Tanzmarie Jasmin Kardung ein vorletztes Mal die heimische Bühne enterte. Ihr Präsident Fischer deutete dies bereits vor ihrer Darbietung an, die ungewohnt außerhalb des Funkenblocks als separater Programmpunkt die Sitzung gestaltete. Ein trauriger Abschied einer immer aktiven Burgwächterin für Präsident Fischer, der von Kardung bereits während seiner Regentschaft als Prinz vor über zehn Jahren begleitet wurde. „Sie hat Herz für die Gesellschaft“, waren nur einige wenige der Worte, die Fischer verlor, als er ihr für ihr langjähriges Engagement dankte.

Fischer, der schon den Abend Freude daran hatte, rot-gelbes Konfetti mittels einer neu angebrachten Kanone von der Decke regnen zu lassen, stand ebenfalls in seinem Amt in seiner letzten Saison. Die magische und jecke Elf überschritten, leitete er an diesem Abend im zwölften Jahr seine 23. und damit vorletzte Sitzung als Präsident und wurde dafür von seinem Elferrat mit Dank überschüttet.

Gewagte Hebefiguren

Die Aufbauarbeiten für den nächsten Beitrag in vollem Gange, überbrückte die Musik-Kapelle „Loss Jonn“ unter Leitung von Robert Sommer die kurze Pause ebenso, wie sie den ganzen Abend musikalisch anspruchsvoll begleitete. Bohei folgte und war wiederholt das neue und aufstrebende Glanzlicht einer karnevalistischen Veranstaltung solch einer Größenordnung. Mit Kölsch-Rock rissen die Jungs das Publikum von den Stühlen, ehe die zwei letzten vereinseigenen Höhepunkte folgten.

Die Showtanzgruppe der Burgwächter kam in guter Form und präsentierte zwei Tänze, die von schnellen Schritten, gewagten Hebefiguren über akrobatische Sprünge und Würfe alles zu bieten hatte. Die Bühne verlassen durften die Tänzerinnen und Tänzer nicht, da das große Finale von den Fanfarentrompetern begangen wurde. An gewohnter Stelle, dennoch noch einmal die Stimmung aufheizend, spielten die „Nothberger“ schließlich den Abschluss der ersten Sitzung.

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