Eschweiler - Jean Pütz präsentiert neue Räume am Eschweiler Gymnasium

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Jean Pütz präsentiert neue Räume am Eschweiler Gymnasium

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
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Licht aus, Flamme an: Jean Pütz zeigte am Städtischen Gymnasium spannende Experimente. Foto: T. Röber
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In welchen Ballon die Luft wohl wandert. Gemeinsam mit einem Schüler lüftete Jean Pütz das Geheimnis.

Eschweiler. Jean Pütz nahm die neuen Räume im Städtischen Gymnasium am Mittwoch noch vor den „Offiziellen“ unter die Lupe. Ja genau, DER Jean Pütz, den man aus dem Fernsehen kennt. Der unter anderem mit der Sendung „Hobbythek“ bekannt wurde, die von 1974 bis 2004 ausgestrahlt wurde und in der die Zuschauer Wissenswertes rund um das Thema „Wissenschaft im Alltag“ lernen konnten.

In den vergangenen zweieinhalb Jahren wurden die naturwissenschaftlichen Räume des Städtischen Gymnasiums für mehr als 1,1 Millionen Euro modernisiert – und Jean Pütz zeigte bei der offiziellen Präsentation der Modernisierung, dass er auch im Alter von 81 Jahren noch Menschen begeistern und erheitern kann. So erzählte er von Tünnes Watt und zeigte den Bernoulli-Effekt. Aber dazu später mehr.

Leistungskurs Physik

Stefan Kaever, Kämmerer der Stadt Eschweiler, richtete in Abwesenheit des Bürgermeisters zunächst ein paar Grußworte an die Gäste und unternahm zugleich einen Ausflug in die (eigene) Vergangenheit. Kaever hat nämlich einst sein Abitur am Städtischen Gymnasium gebaut – und hatte als Leistungskurs: Physik. Wie passend. „Die Räume hatten zuvor noch den Charme aus der Feuerzangenbowle“, sagte er und ergänzte: „Wir sind froh, einen weiteren Schritt in Richtung Modernisierung unternommen zu haben.“

Für den Rat sei es nie ein Thema gewesen, so viel Geld in die Hand zu nehmen. Schließlich konkurriere man mit anderen Schulen um die Schüler und moderne Unterrichtsmöglichkeiten seien daher unabdingbar.

Flammender Appell

Auch Schulleiter Winfried Grunewald blickt mit Stolz auf die neuen Räume. Noch als er stellvertretender Schulleiter in Bad Münstereifel war, nahm er an Besprechungen zum Thema Modernisierung im Eschweiler Rathaus teil, wie er verriet. Dieses Projekt sei für die Schule sehr wichtig, so Grunewald, der betonte: „Man muss die Welt schon mal ins Labor holen.“

Dann blieb für Winfried Grunewald „nur“ noch eine Aufgabe: „Bühne frei für Horst Minge und Jean Pütz“. Und auf selbiger fühlt sich Jean Pütz nach wie vor pudelwohl und er legte, mit seinem Assistenten Horst Minge, auch gleich los. Zunächst mit einem flammenden Appell an die Politik, Geld in junge Menschen zu investieren, wie man es nun am Städtischen Gymnasium getan habe. Später richtete er auch Worte an die Schüler. Unter anderem sagte er, dass nicht jeder studieren müsse und man auch schlaue Handwerker brauche.

Was folgte, war ein sehr unterhaltsamer Parforceritt durch Physik und Chemie. Los ging‘s mit einigen Metronomen, die zunächst absolut nicht gleich, als das Duo diese jedoch auf eine zweite Ebene hob, plötzlich im gleichen Takt schlugen.

Weiter ging es mit einem Experiment, über dessen Ausgang vorher abgestimmt wurde. Zwei mit unterschiedlich viel Luft gefüllte Ballons waren miteinander verbunden, ein Hahn versperrte zunächst den Luftaustausch. Als Jean Pütz den Hahn aufdrehte – „wanderte“ die Luft vom kleinen Ballon in den großen. Das hatte nur die Minderheit der Gäste in der Schulaula vorhergesagt.

Weiter ging es mit Experimenten zum Thema Schwerkraft und Trägheit. Pütz erklärte den Super Absorber, der in Windeln zum Einsatz kommt, er bat Ratsmitglied Nicole Dickmeis auf die Bühne, um an ihrem weißen Oberteil Zaubertinte zu testen (ja, es hat funktioniert!) und er erklärte das Lenzsche Gesetz. Um es nicht zu kompliziert zu machen: Dabei geht es um das Thema Magnetismus.

Cola Light ist wirklich leichter

Es folgte noch ein Experiment mit Schweineblut, das – zumindest ein wenig – wie ein leckeres Eis aussah und Jean Pütz verwandelte sich kurzzeitig in Uri Geller, als er einen Löffel verbog. Außerdem zeigte er, dass „normale“ Cola schwerer ist als Cola Light (das liegt am deutlich höheren Zuckergehalt in der „normalen“ Cola) und Pütz demonstrierte den Lotus-Effekt sowie die Funktionsweise eines Glühwürmchens.

Und dann war da ja auch noch Tünnes Watt, wie Jean Pütz ihn nannte. Gemeint war natürlich James Watt, dessen einflussreichste Erfindung die Verbesserung des Wirkungsgrades von Dampfmaschinen war.

Für den Bernoulli-Effekt durfte dann der Schulleiter selbst noch einmal auf die Bühne. Zehn Mal musste er in einen Müllsack blasen. Als kurz darauf Pütz nur ein Mal pustete und deutlich mehr Luft in dem Müllsack war, hatte er sich den Bernoulli-Effekt zu Nutze gemacht: Der Effekt beschreibt das sogenannte hydrodynamische Paradoxon. Dieses sagt im Grunde aus: Wo eine schnelle Strömung fließt, nimmt der Druck ab. Die Bernoulli-Gleichung ist beispielsweise die Grundlage für die Berechnung des Auftriebs von Flugzeug-Tragflächen.

Jean Pütz hatte bei seiner kurzen Einführung vor seinen Experimenten noch gesagt: „Ab Jahrgang 1990 kennt mich kein Schwein mehr.“ Das hat sich im Städtischen Gymnasium nun schlagartig geändert.

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