Eschweiler - János Ács: Der Dirigent der drei Tenöre

János Ács: Der Dirigent der drei Tenöre

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Weltweit gefeiert: Dirigent JÀ
Weltweit gefeiert: Dirigent Jánios Ács (rechts), hier mit Sängerin Irina Gordel und Regisseur Zhang Yinmou anlässlich der Aufführung der Oper Turandot in Paris Saint Denis. Foto: imago

Eschweiler. Der Kirchenchor St. Peter und Paul hat ab Dienstag der Karwoche, die Möglichkeit, sich auf einen besonderen Dirigenten einzustellen, um das anspruchsvolle Programm der Karwoche für den Chor, die Kirchenbesucher und den Dirigenten selbst zu einer ebenso besonderen Erfahrung zu machen.

János Ács wird vor allem dafür sorgen, dass das Stabat Mater von Pergolesi am Karfreitag Akteure wie Zuhörer in seinen Bann zieht. Die Zusage dieses weltweit agierenden Dirigenten kann als echter Glücksfall für die gesamte Region bezeichnet werden.

Für die Solo-Partien im Stabat Mater konnten die in Eschweiler ansässige ausgebildete Opernsängerin Violetta Palatinus-Ács (Sopran) und aus Paris Lilla Farkas (Alt) gewonnen werden. Lilla Farkas hat ebenso wie Violetta Palatinus ihr Gesangstudium an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest absolviert. Sie besitzt die ungarische und französische Staatsangehörigkeit und war zehn Jahre an der Oper von Monte Carlo engagiert, bevor sie 2001 bis heute ein Engagement an der Pariser Nationaloper einging. Neben ihrer Opernchorerfahrung hat sie auch zahlreiche solistische Auftritte mit großem Erfolg in Deutschland und Ungarn vorzuweisen.

Die musikalische Begleitung des von ihm selbst als Klavierfassung überarbeiteten Werkes für Soli, Frauenchor und Orgel übernimmt der Kantor des Kirchenchores St. Peter und Paul, József Ács.

Giovanni Battista Pergolesi (1710 - 1736) war erst 26 Jahre alt als er am 16. März 1736 an Tuberkulose starb. Während seiner schweren Erkrankung entstand das Stabat Mater, das als seine letzte vollendete Komposition gilt.

Nach Abschluss des Stabat Materwird Josef Ács das Klaviersolo „Funérailles” von Franz-Liszt vortragen. Mit diesem Werk von 1849 gedachte Liszt der Opfer des blutig niedergeschlagenen ungarischen Aufstandes von 1848 und nahm es als 7. Stück in seine Sammlung von Klavierstücken auf, die „Harmonies poétique et religieuses” (dichterische und religiöse Harmonien) benannt waren.

János Ács, geb. 1952 in Budapest als eines von vier Kindern einer Musikerfamilie, sang sieben Jahre im Knabenchor an der Oper Budapest und entschied sich zunächst für eine Karriere als Sänger. Als er erkannte, dass seine Stimme nicht für einen Star-Tenor reichen würde, gab er diesen Traum auf und studierte an der Liszt-Akademie in Budapest Flöte, Klavier und Komposition. Er spielte mehrere Jahre im Orchester, was ihm später als Dirigent sehr zugute kam.

Ács war sieben Jahre Musikdirektor des Stadttheaters von Prätoria/Südafrika und weitere sieben Jahre Chefdirigent der Oper Colorado in Denver/USA, sowie von 1994 bis 2000 Künstlerischer Leiter des Kommunal-Theaters in Salerno/Italien. Viele bedeutende Künstler arbeiteten unter seinem Dirigat, vor allem in Italien, das zu seiner zweiten Heimat wurde; hier in zahlreichen Theatern und be-kannten Opernhäusern des ganzen Landes.

Zu den internationalen Veranstaltungsorten in denen er arbeitete, gehörten auch die Opernhäuser in New York City, Sevilla, Tokio, Frankfurt, Amsterdam, Dublin, Bilbao, Teneriffa, Hong-Kong sowie Konzerthallen in Johannesburg, Brüssel, Budapest, Sapporo und Krakau. Er war und ist bei berühmten Solisten ebenso gefragt wie bei Orchestern mit Rang und Namen. So begleitete er z. B. Aretha Franklin anlässlich des Grammy Awards 1998 in New York mit Orchester und Chor der Metropolitan-Oper sowie Luciano Pavarotti, für den er viele seiner Welttournée-Konzerte in vier Kontinenten dirigierte, die alle für das Fernsehen aufgezeichnet wurden.

Im Dezember 2000 dirigierte der charismatische Künstler in Chicago vor einem Publikum von 60.000 Menschen die drei großen Tenöre Carreras, Domingo und Pavarotti, für die er auch bei den nachfolgenden gemeinsamen Konzerten in China, Japan, Korea, Mexico und abschließend in England arbeitete.

János Ács versteht es wie kaum ein anderer aus den Akteuren das Beste herauszuholen. Wiederholt konnte der Kirchenchor St. Peter u. nd Paul diese Erfahrung über die Jahre machen. Derzeit ist der ungarische und italienische Staatsbürger künstlerischer Direktor des Failoni-Orchesters der ungarischen Nationaloper in Budapest und der Musikalischen Akademie Pro Mundo Uno in Rom.

Der Eintritt zur „Musik zum Karfreitag” am 6. April um 20 Uhr in der Pfarrkirche St. Peter und Paul, Eschweiler, ist frei; Spenden für die Belange des Chores sind aber herzlich willkommen.
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