Jacques Stotzem auf den Spuren von Piaf, Hendrix & Co.

Von: ran
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Zog einmal mehr seine Zuhörer in den Bann: Fingerstyle-Gitarrist Jacques Stotzem stellte im Talbahnhof erneut seine großen Fähigkeiten unter Beweis und ließ das Publikum staunen. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Der Mann zieht einfach! Und so pilgerten am Freitagabend zahlreiche Musikliebhaber in den Talbahnhof, um mehr als zwei Stunden lang Gitarrenkunst auf Weltniveau zu erleben. Fingerstyle-Virtuose Jacques Stotzem machte im Rahmen der Konzertreihe „Saitensprünge“ zum wiederholten Mal Station in der Indestadt und ließ erneut keinerlei Zweifel an seinem überragenden Können aufkommen.

Einfach großartig, mitzuerleben, wie es dem Akustik-Gitarristen aus Verviers gelingt, zwei Komponenten scheinbar mühelos zu verbinden: Einerseits perfekte Technik, andererseits, den Songs, seien es Eigenkompositionen oder Coverversionen anderer Musikgrößen, Seele zu verleihen. Dabei scheut sich Jacques Stotzem keinesfalls, Kontraste zu setzen, die größer kaum sein könnten.

Etwa, wenn er auf seinen Saiten zunächst die „Musette pour Edith“ als Hommage an die weltberühmte Chansonette Édith Piaf erklingen lässt, um wenige Augenblicke später die energiegeladene Jimi-Hendrix-Version von „Hey Joe“ im wahrsten Sinne des Wortes zum Besten zu geben. „Ich bin der Auffassung, dass Édith Piaf ihrer Musikrichtung genauso viel Energie gegeben hat wie Jimi Hendrix der Rockmusik. Das hört sich vielleicht lustig an, aber schließlich bin ich Belgier“, erklärte der Ausnahmegitarrist augenzwinkernd.

Niemals fehlen dürfen bei Jacques Stotzem-Konzerten Reminiszenzen an die vor 20 Jahren verstorbene irische Gitarrenlegende Rory Gallagher, zu dessen Ehren der 56-Jährige eine „Acoustic Fingerstyle Tribute CD“ aufnahm, die in wenigen Wochen erscheinen wird. „Ich habe Rory Gallagher in Lüttich erlebt, als ich 20 Jahre alt war und kann behaupten, dass dies mein Leben verändert hat“, so die Begründung. Am Freitag begeisterte Stotzem sein Publikum unter anderem mit Interpretationen von „Moonchild“, der Ballade „Wheels within wheels“, dem vor Kraft strotzendem „Out on the western plane“ sowie „Tattoo‘d Lady“.

Viele Eigenkompositionen

Die Basis seiner Konzerte bilden aber Eigenkompositionen, so wie der rock-orientierte Song „Twenty-one“, mit dem Stotzem das Konzert im Talbahnhof gleich mitreißend eröffnete. Als „Fan von Melodien“ gehören aber auch „Sur vesdre“ als Liebeserklärung an seine Heimatstadt Verviers sowie das unter anderem von nordafrikanischen Einflüssen geprägte „Oasis“ seit vielen Jahren zum Standardrepertoire.

Mit dem Boogie „Mercury Blues“ forderte der Fingerstyle-Spezialist einmal mehr Szenenapplaus heraus, bevor er zum „Bottleneck“ griff, um mit dem Rolling Stones-Klassiker „Honky Tonk Woman“ das „offizielle“ Ende des Konzerts einzuläuten. Nach stehend dargebrachten Ovationen ging es „inoffiziell“ weiter: Jacques Stotzem nutzte die Gelegenheit, um mit „Jungle“ einige atemberaubende technische Kabinettstückchen vorzuführen, bevor er zu „Picking in Paris“ einlud.

Ein Konzertabend, der unter der Überschrift „Something to remember“, ein weiterer grandioser Song, mit dem Stotzem die Zuhörer faszinierte, stand: Etwas, an das man sich erinnern sollte!

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