Islandpferde haben bis zu fünf Schrittarten drauf

Von: Patrick Nowicki
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Die richtige Haltung im Sattel erläuterte Berittführerin Petra Gartzen (rechts) den jungen Reiterinnen. Foto: Patrick Nowicki
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Zuvor mussten die Islandpferde vorbereitet werden – die erforderlichen Hilfsmittel wie zahlreiche Bürsten lagen bereit.
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Zoe Jacquorie legte wie alle Teilnehmer unserer Abo-Plus-Aktion schnell ihre Scheu vor den genügsamen Tieren ab.
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Wissenswertes über Alpakas, Islandpferde und das Reiten erfuhren unsere Leser von Ulrike Carduck (im Hintergrund, grünes Oberteil), die mit viel Herzblut den Hof „Isis vom Schwarzen Berg“ in Hastenrath betreibt. Nicht nur die kleinen Besucher waren begeistert. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler-Hastenrath. Das blau-rote Banner Islands weht am Tor des Hofes in Hastenrath und lässt keinen Zweifel: Hier sind Islandpferde zu Hause. Genau 17 Exemplare dieser bei Pferdefreunden beliebten Rasse. Auf dem großen Areal haben sie reichlich Platz, ihr Naturell auszuleben – und dies ist eben nicht ein Alltag in einer kleinen Pferdebox.

Auf artgerechte Haltung legt Ulrike Carduck nämlich großen Wert. Sie betreibt den Hof mit dem Namen „Isis vom Schwarzen Berg“, den sie nun unseren Lesern genau vorstellte. Manch ein Besucher ging anschließend sogar mit einem kleinen Muskelkater nach Hause: Der Theorie folgte schnell die Praxis, denn jeder konnte auch in den Sattel steigen. Für Ungeübte kann ein kurzer Ritt schon ganz schön anstrengend sein.

Zuerst werden Tiere gebürstet

Doch der Reihe nach: Ulrike Carduck schritt gleich zur Tat und verteilte die geduldig wartenden Vierbeiner an die Gruppe. Zum Start mussten die Tiere gebürstet werden. Schön gleichmäßig, in eine Richtung – so lautete die Anweisung.

Dabei verloren vor allem die jüngsten Teilnehmer schnell ihre Scheu vor den Vierbeinern. Beim Satteln der Tiere packten Ulrike Carduck, Julia Kraweczinski und Petra Gartzen vom Isis-Hof mit an. Der Gurt darf schließlich nicht zu eng angelegt werden, der Sattel darf allerdings auch nicht rutschen. Dies erfordert ein bisschen Übung und Fingerspitzengefühl.

Schließlich durften die Teilnehmer unserer Abo-Plus-Aktion selbst prüfen, ob von Bodenstedts Sprichwort „Das Paradies der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“ gilt. In der Reithalle durften etwas erprobte Reiter die Zügel unter Anleitung von Petra Gartzen in die Hand nehmen, auf dem Reitplatz kümmerten sich Ulrike Carduck und Julia Kraweczinski um die absoluten Reitanfänger.

Zwischendurch erfuhren alle immer wieder Wissenswertes über das Reiten im Allgemeinen und Islandpferde im Besonderen. „Jetzt wenden, also Innenzügel kurz, leichter Druck auf Außenfuß“, lautete die Anweisung. Wer häufiger im Sattel gesessen hat, weiß natürlich sofort, was gemeint ist. Bei unserer Leser-Tour gab es hingegen auch unsichere Blicke Richtung Nachbarreiter.

Ulrike Carduck merkte man während der gesamten Zeit an, dass sie sich einen Traum verwirklicht hat: Sie beschäftigt sich den ganzen Tag mit Tieren. „Als ich mit 25 Jahren zweifache Mutter war, habe ich das Reiten sehr vermisst“, erinnerte sie sich. Als Kind habe sie immer geritten, später blieb dafür kaum Zeit. Sie und ihr Mann Rudolf entschieden sich, dass eigene Haus zu verkaufen und einen kleinen Hof in Nothberg zu erwerben.

Dort stellte sie die ersten Isländerpferde unter. „Es wurden aber immer mehr, so dass der Platz irgendwann nicht mehr reichte“, berichtet sie. Der nächste Umzug stand an. Per Zufall erhielten sie die Gelegenheit, in Hastenrath ein größeres Gut zu erwerben. Am 15. August 2002 zogen die Islandpferde nach Hastenrath ins heutige Domizil um. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete die gelernte Bäckereifachverkäuferin noch im Senioren- und Betreuungszentrum. Inzwischen widmet sie sich vollständig ihrem Hobby.

Langweilig wird ihr auf dem Isis-Hof keine Sekunde. Zu den 17 Isländerpferden gesellen sich Sittiche, Meerschweinchen, Wachteln, Geckos, ein Hund und natürlich eine kleine Herde Alpakas. Vor allem die Anden-Kamele haben es Besuchern des Hofs angetan. Die pelzigen Tiere in Hastenrath sind nicht nur niedlich, sondern zudem hochdekoriert.

Zwei Mal im Jahr führt ihre Reise zu Ausstellungen, wo Familie Carduck mit ihren Schützlingen so manchen Preis einheimst. Neugierig näherten sich die Tiere am Dienstag unseren Lesern. „Nur anfassen lassen sie sich nicht so gerne“, berichtete Ulrike Carduck. Einen sehr positiven Zweck erfüllen sie: Sie liefern Wolle.

Auf dem Hastenrather Hof werden nicht nur junge Reiter angeleitet und Ausflüge im Pferdesattel angeboten, auch die Tiere werden ausgebildet. Dies übernimmt Ulrike Carduck selbst. Islandpferde sind erst mit sieben Jahren ausgewachsen und beginnen im Alter von vier, fünf Jahren mit der Reitausbildung. Dafür können sie allerdings selbst im Alter von über 20 Jahren noch einen erwachsenen Menschen tragen.

Und dies, obwohl sie mit einem Stockmaß von bis zu 1,50 Meter zu den kleinen Pferden zählen. Sie zeichnet noch eine Besonderheit aus: Vertreter dieser Rasse beherrschen bis zu fünf Schrittformen. Zu den bekannten Grundarten Schritt, Trab und Galopp gesellen sich noch Pass und Tölt. Vor allem letztere kommt Reitanfängern entgegen. „Im Tölt bleibt das Pferd trotz hoher Geschwindigkeit so ruhig, dass der Reiter ohne Probleme ein Getränk zu sich nehmen kann, ohne es zu verschütten“, sagt Ulrike Carduck.

„Die Gescheckte“

Einige der Tiere auf dem Hof in Hastenrath kamen auch dort zur Welt und erhielten dort ihren Namen. Diese stammen selbstverständlich aus dem Isländischen: „Skjona“ ist ein Beispiele. Die Herkunft erklärt sich von selbst, den „Skjona“ bedeutet „die Gescheckte“. „Ich schaue mir das Tier an, wie es aussieht und sich verhält, und dann wählen wir einen Namen“, erzählt sie.

Sieben Schulpferde stehen in Hastenrath aktuell bereit, sie kamen bei unserer Leser-Aktion allesamt zum Einsatz. Nach fast zwei Stunden war ging es für die Tiere zurück auf die Weide. Und unsere Leser? Sie konnten sich nach den ersten Erfahrungen im Sattel stärken. Muffins und Kekse standen bereit. Vor allem die jüngsten Teilnehmer strahlten natürlich.

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