Irische Rock-Brise weht durch die Schnellengasse

Von: psi
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Der versierte irische Gitarrist Pat McManus und sein Trio begeistern das Publikum auf der Bühne des „Rio“ in der Schnellengasse. Foto: Paul Santosi

Eschweiler. Eine äußerst frische irische Rock-Brise wehte am Dienstagabend im Rio durch die Schnellengasse. Im Rahmen der Clubkonzertreihe „Blues meets Rock“ waren Pat McManus sowie seine beiden Mitstreiter Marty McDermott (Bass und Gesang) und Paul Faloon (Schlagzeug) zu Gast.

Der 1958 in Nordirland geborene McManus ist ein im besten Sinne routinierter Sänger und Gitarrist. Er stand bereits mit Größen wie Bon Jovi, Jethro Tull, Deep Purple und Thin Lizzy gemeinsam auf der Bühne.

Ohne viel Eröffnungs-Schnickschnack starteten die Drei mit einer langsamen Ballade zum Einschunkeln, bevor sie den Livemusik-Fans im „Rio“ zeigen konnten, wo der Rock-Hammer hängt. Schon ab der dritten Nummer klatscht und wippt das Publikum mit, lässt sich vom Trio miteinbinden in gut zwei Stunden beste Unterhaltung.

McManus ist ein versierter und flüssiger Gitarrist, fummelt aber dennoch nicht selbstverliebt auf seinen Instrumenten herum. Stattdessen „erzählt“ er Songs in einem authentischen Stil und mit passender Stimme, bedient dabei kaum gängige Rock-Klischees und transportiert so jede Menge Spielspaß von der Bühne direkt in das dankbare Auditorium.

Bei einem seiner ersten Songs glaubt man mit geschlossenen Augen fast ein wenig von der Stimme des außergewöhnlichen Thin Lizzy-Bassisten Phil Lynott zu vernehmen, den McManus genauso wie Rory Gallagher zu seinen Einflussgrößen zählt.

Zwischen den Songs spricht Pat McManus immer wieder mit seinen Gästen und betont, wie sehr ihn der enge Kontakt mit den Leuten inspiriert. Die wiederum sind anschließend dankbar für die erste große Hommage an Gallagher, als McManus dessen „What´s going on“ anspielt. Da schließt der Ire dann seine Augen, schaltet in den Trance-Modus um und schafft so tatsächlich leicht wehmütige Klang-Erinnerungen an sein großes Vorbild.

Aber es geht auch in komplett andere Richtungen. Kurze Zeit später greift er bekannte Licks von Texas-Rock-Legende Stevie Ray Vaughan auf. Zwischendurch greift McManus auch immer wieder gerne zur Tapping-Technik und lässt seine Gitarre plötzlich gekonnt wie eine Irish Fiddle klingen. Letztere beherrscht er übrigens ebenfalls meisterlich, als er kurz vor Ende des ersten Sets eine wilde Achterbahnfahrt durch Folk, Country und Rock mit Geige und Gitarre herbeizaubert. Zu diesem Zeitpunkt zuckt es dann auch dem härtesten Rock-Fan im Publikum gehörig im Tanzbein.

In der zweiten Halbzeit nimmt sich der freundliche Herr aus Nordirland dann noch ein wenig Zeit für eine weitere Gallagher-Einheit, diesmal solo auf der akustischen Gitarre. Es war begeisternd: Pat McManus ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man Stilgrenzen und Schubladen einfach mal hinter sich lassen kann und stattdessen gute musikalische Laune produziert.

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