Invalidenstraße: „Dreckschleudern“ lassen Anwohnern keine Ruhe

Von: Rudolf Müller
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invalidenstraße

Eschweiler. Wenn Heinz Müller zu Hause Kaffee trinkt, braucht er die Milch nicht einzurühren. Das machen andere für ihn. Viermal pro Stunde klappern bei Müllers wie von Geisterhand die Kaffeetassen auf dem Tisch. Immer dann, wenn vor der Tür ein Bus vorbeifährt.

Eigentlich hat Müller ja nichts gegen Busse. Die muss es geben. Aber müssen die meist leer durch die Gegend fahren? Und in Richtung Hauptbahnhof ausgerechnet durch die enge, stark ansteigende Invalidenstraße?

Heinz Müller ist sich sicher: „Mit meinem Ärger bin ich nicht allein, viele Nachbarn sind der selben Ansicht.“ Viele von ihnen haben dies auch schon des öfteren kundgetan. Zum Beispiel in Diskussionsrunden mit unserer Redaktion. Geändert hat sich nichts. Ganz im Gegenteil: „Jetzt fahren die auch noch mit Doppelgelenkbussen durch die Invalidenstraße!“, beschwert sich Heinz Müller.

Das führe schon beim Einbiegen von der Odilienstraße her zu Problemen – von der Unmöglichkeit eines Begegnungsverkehrs auf der Invalidenstraße selbst ganz zu schweigen. „Es ist schon vorgekommen, dass ein Bus dann kurzerhand über den Gehweg ausgewichen ist. Wenn da jemand aus der Haustür getreten wäre, hätte das böse enden können.“ An Müllers Haus ist deutlich zu sehen, wo ein Bus das Dachabflussrohr demoliert hat.

„Ich hab‘ mal einen mir bekannten Busfahrer gefragt: ,Hubert, warum kutschierst du eigentlich hier ständig leer durch die Straße?‘ Und Hubert hat geantwortet: ,Weißt du, Heinz, es könnte ja mal jemand einsteigen wollen...‘.“

In der Regel aber sind sie so gut wie leer, die Busse der Linien 4 und 48, berichtet Heinz Müller. Busse, die ihre besten Jahre längst hinter sich haben: „Es sind fast ausschließlich 15 oder 17 Jahre alte Mühlen, die sich hier den Berg hoch quälen. Ausgemusterte Busse, die die Asesag ihren privaten Vertragspartnern verscherbelt hat, damit die dann damit ungeliebte Linien bedienen.“

Ein „Geschäft“ auf Kosten der Anwohner, betont Müller: „Wenn ich im Hof meinen Wagen gewaschen habe, ist der keine zwei Stunden später schon wieder mit einer grauen Staubschicht bedeckt.“ Dreck, den, so betont Müller, die schweren Busse auf der Invalidenstraße aufwirbeln. „Aus dem selben Grund können wir auch zur Straße hin kein Fenster offen stehen lassen: Dann ist im Nu das Zimmer verdreckt.“

Schon vor Jahren habe er der Aseag vorgeschlagen, den Hauptbahnhof über die weitgehend bebauungsfreie Eisenbahnstraße anzusteuern und die Invalidenstraße dann nur bergab zu nutzen. Die Antwort war: „Das wäre ein unzumutbarer Umweg.“ Eine Einstellung, für die der seit Jahrzehnten Asesag-geplagte Anwohner kein Verständnis hat: „Und was ist mit uns Menschen hier? Uns darf man offensichtlich ungefragt allen Lärm und Dreck zumuten!“

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