Martin Schöneich stellt Werke zu Metallen in Eschweiler aus

Interesse an der Mechanik schwingt im Talbahnhof mit

Von: ran
Letzte Aktualisierung:
15784240.jpg
Elementare Grundformen, die trotz ihrer spürbaren Schwere keinesfalls statisch erscheinen, sondern Bewegung ausdrücken: Der Bildhauer und Grafiker Martin Schöneich zeigt seine Arbeiten in der Städtischen Kunstsammlung im Kulturzentrum Talbahnhof. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Manche Werke von ihm sind monumental: Sein „Loop“ aus Stahl schmückt den Eingangsbereich der Fachhochschule Worms. Der „Gebrochene Ring“ in Winnenden erinnert an die Opfer des Amoklaufs in eben dieser Stadt und gibt nicht zuletzt den überlebenden Beteiligten die Gelegenheit, sich mit dem Unbegreiflichen auseinanderzusetzen.

Seit Sonntag präsentiert nun der Eschweiler Kunstverein in der Städtischen Kunstsammlung im Kulturzentrum Talbahnhof unter dem Titel „Linie - Fläche - Raum“ Arbeiten des Bildhauers und Grafikers Martin Schöneich, die qua Statur deutlich kleiner ausfallen, aber keinesfalls von geringerer Aussagekraft sind.

Nadine Müllers als Vorsitzende des Kunstvereins sowie Bürgermeister Rudi Bertram begrüßten die Gäste der Vernissage, bevor Dr. Dirk Tölke in die Ausstellung einführte. Dabei betonte der Kunsthistoriker, der 1955 in Grünstadt in der Pfalz geborene Bildhauer habe sich bereits während seiner Ausbildung zum Industriemodellbauer indirekt mit plastischen Objekten befasst. „Das Interesse an mechanischen Gerätschaften schwingt bei zahlreichen Werken des ehemaligen Meisterschülers von Friedrich Koch an der Akademie der bildenden Künste in München noch mit.“

Generell sei die Arbeit von Martin Schöneich von elementaren Grundformen wie Kugel, Würfel, Zylinder oder Quader geprägt. Diese stelle er aber nicht minimalistisch und somit auf die Geometrie beschränkt dar. „Vielmehr steht bei ihm die bildliche Beschreibung von Bewegung im Vordergrund“, erklärte Dr. Dirk Tölke anschaulich.

Der Künstler löse das Problem, „Tiefe“ in seine Flächen sowie Bewegung in die „Schwere“ seiner Formen zu bekommen, indem er Objekte aus unterschiedlichen Formwelten miteinander verbinde. „Sein Werk steht still, erscheint aber als Teil eines Prozesses, eben der Bewegung“, so der wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Kunstgeschichte der RWTH Aachen.

Diese auch drehbaren „Formgemenge“ erlaubten einen jeweils anderen Blick aus und mit unterschiedlichen Perspektiven. Die ebenfalls in der Städtischen Kunstsammlung ausgestellten Skizzen, die den Beginn eines neuen Kunstwerks symbolisierten, zeichneten sich durch die „Grundsätzlichkeit ihrer Schwünge“ aus. Bei aller Kraft der Worte sei aber das Erfassen der Lebendigkeit sowie der durch Bewegung implizierten Spannungen innerhalb der Formwelten Martin Schöneichs nur durch die Betrachtung selbst möglich.

Die Ausstellung „Linie - Fläche - Raum“ dauert bis einschließlich Sonntag, 10. Dezember. Geöffnet ist die Städtische Kunstsammlung im Kulturzentrum Talbahnhof bis dahin jeweils freitags von 16 Uhr bis 18 Uhr, samstags zwischen 11 Uhr und 13 Uhr sowie sonntags von 11 Uhr bis 13 Uhr und zwischen 16 Uhr und 18 Uhr.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert